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Schweiz Hanfbauer Rappaz abgeblitzt

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat den Rekurs von Bernard Rappaz für unzulässig erklärt. Der Walliser Hanfbauer beschuldigte die Schweiz, trotz seines Hungerstreiks im Jahr 2010 an der Zwangsernährung festgehalten zu haben.

Mann mit Regenschirm auf einem Bauernhof.
Legende: Hanfbauer Bernard Rappaz bei seinem Hausarrest im Juli 2010. Keystone

Der lange Instanzen-Weg des Bernard Rappaz'  ist um ein Kapitel reicher. Nach verschiedenen Gerichten in der Schweiz befasste sich nun auch Strassburg mit dem Fall des Hanfbauern. Die Richter des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) wiesen die Klage von Rappaz ab.

Der EGMR kam zum Schluss, die Behörden hätten alle notwendigen Vorkehrungen getroffen, um die Risiken ihres Vorgehens abzufedern. Die Zwangsernährung habe einer medizinischen Notwendigkeit entsprochen. Auch sei dem Inhaftierten während der ganzen Zeit ausreichende medizinische Hilfe gewährleistet worden.

Rappaz verbüsst zurzeit in Halbgefangenschaft eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten. Im vergangenen Juli bestätigte das Walliser Kantonsgericht eine Zusatzverurteilung zu einem Jahr Gefängnis für den Handel mit Hanfprodukten im Wert von 1,3 Millionen Franken sowie wegen weiteren Delikten.
 
Wegen seines in den Medien inszenierten Hungerstreiks vor drei Jahren war der Walliser Hanfbauer schweizweit in die Schlagzeilen geraten. Am 20. März 2010, an jenem Tag, an dem er seine Haftstrafe antreten musste, begann er mit einem Hungerstreik. Damit wollte er gegen seine Strafe protestieren.

11 Kommentare

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  • Kommentar von M. Haener, Büsserach
    Hanf ist ein Heilmittel welches unteranderem der ''Pharmamafia'' ein Dorn im Auge ist, die Vergehen von Rappaz sind z.B. im Vergleich zu jenen der ''Pharmamafia'' ein leichte Erkältung. Sieht man die Natur als Lehrmeister/in, erkennt man die wahren Übeltäter vom Schiff aus und ohne Fernglas. Innerhalb eines Jahrhunderts macht man aus einem Heilmittel eine Droge und aus Drogen Heilmittel, ihre Hauptkriterien sind immer die Patentierbarkeit und der Profit, nie die freie Verfügbarkeit.
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  • Kommentar von Alex Bauert, Köniz
    Exit ist zulässig für Leute, die sterben wollen. Fangnetze an Brücken führen zu mehr Suiziden auf dem SBB-Netz. Wer gehen will, geht. Wieso soll dieser Typ sich im Gefänngis nicht zu Tode hungern dürfen? Das ist doch völliger Unsinn. UND: Was geschieht mit den Gewinnen aus dem Hanfanbau? Zieht der Staat die ein? Nie was in der Richtung gehört!
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    1. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Das ist bei allen Delikten in Sachen Betäubungsmittel gleich: der Staat zieht alle mutmasslichen Gewinne und die vorgefundenen BetM ein. Manchmal kommen dann angeblich vernichtete BetM wieder auf wundersame Weise zum Vorschein, wie anno dazumal in einem Keller eines SVP-Bürogebäudes in Bern...
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  • Kommentar von Kurt E. Müller, Zürich
    Solange die USA gegen Hanf sind müssen unsere Hanfbauern eben ins Gefängnis. Und auch die 500'000 regelmässigen Cannabis Konsumenten in der Schweiz sind alles Kriminelle. Danke USA.
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