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Schweiz Hanfplantagen: Immer mehr Profis am Werk

Die Betreiber der Indoor-Hanfanlage im sanktgallischen Altstätten waren Profis: Sie bauten eine Mauer in die Halle, damit das Licht von aussen nicht sichtbar war und betrieben eine Hochleistungs-Lüftungsanlage. Die Anzahl solcher Profi-Betriebe nimmt laut der Polizei zu.

Legende: Video Nach Schiesserei: U-Haft abspielen. Laufzeit 03:25 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 17.02.2015.

Als in Altstätten wegen einer Schiesserei die Polizei gerufen wurde, stiessen die Beamten auf eine riesige Indoor-Hanfanlage. In der Halle: mehrere tausend Pflanzen; dazu Lampen, die automatisch ein- und ausschalten.

«Da waren Profis am Werk. Das sieht man schon an den Lampen», sagt Christian Schneider, Analytiker bei der Bundeskriminalpolizei. Laut Schätzungen der Kantonspolizei St. Gallen wurde mit der Anlage in Altstätten ein Umsatz von mehreren Millionen Franken gemacht. Das berichtet «Schweiz Aktuell».

Noch sind zwei Drittel Kleinanbauer

Die Entwicklung der Hanfplantagen in der Schweiz geht weg von Hanfzüchtern mit einigen wenigen Pflanzen hin zu Grossanlagen. Zwar machen die Kleinanlagen mit bis zu hundert Pflanzen noch die Mehrheit aus: Im Kanton Zürich sind es zwei Drittel. Doch tauchen immer mehr Profianlagen mit mehreren tausend Pflanzen auf, wie «10vor10» berichtet.

Wie professionell die Täter in Altstätten vorgingen, zeigt sich auch an der Einrichtung: In der Halle wurde entlang den Fenstern eine Mauer errichtet. So konnte man von aussen nicht sehen, dass drinnen Tag und Nacht die Lampen brennen. Eine Hochleistungs-Lüftungsanlage filterte den starken Geruch aus der Luft.

Kameras und Wachhunde

Weil ein solcher Betrieb viel wert ist, hatten die Betreiber der Anlage das Gelände mit Kameras gesichert. Zudem bewachten Wachen mit Hunden die Halle während 24 Stunden. Der Grund: Andere Banden haben sich darauf spezialisiert, Grossanlagen auszuräumen. Dies könnte auch der Hintergrund der Schiesserei in Altstätten sein; die Abklärungen laufen.

Zwar ist die Nachfrage nach Cannabis in der Schweiz in den letzten Jahren konstant geblieben. Es bleibt aber die am häufigsten konsumierte illegale Droge, wie Christian Schneider von der Bundeskriminalpolizei sagt. Von der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren haben rund ein Drittel der Männer und ein knappes Viertel der Frauen schon mindestens einmal Cannabis probiert (Stand 2011). Der Strassenwert des verkauften Marihuanas pro Jahr beträgt rund 250 Millionen Franken.

Fast nur noch Indoor-Anlagen

Das Angebot habe sich aber komplett verändert, sagt Schneider. Heute gebe es fast nur noch Indoor-Hanfplantagen. Seit der Revision des Betäubungsmittelgesetzes von 2011 muss die Polizei nicht mehr nachweisen, dass der Hanf zu Rauschzwecken angebaut wurde. Neu gilt eine Grenze von 1 Prozent THC. Ist der THC-Gehalt höher, gilt der Hanf automatisch als Droge.

«Outdoor-Hanfplantagen sind leichter zu finden und machen heute wenig Sinn», sagt Schneider. Indoor-Hanfanlagen findet die Polizei immer häufiger in Hallen von stillgelegten Fabriken oder in Industriegebäuden. 70 Anlagen waren es 2014 im Kanton St. Gallen. In Jahr zuvor waren es noch 18 gewesen.

Im Gegensatz zum Heroin- oder Kokainhandel sei der Cannabishandel immer noch weitgehend in Schweizer Hand. Es gebe aber auch Gruppen aus dem Balkan, die im Schweizer Markt mitmischten, sagt der Experte. Der Handel mit Cannabis sei nicht grundsätzlich gewalttätiger geworden. «Es gab schon zu Zeiten der Hanfbauern Schiessereien», sagt Schneider.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Wenn man bedenkt, dass die Mehrheit der Erwachsenen schon mal Erfahrung mit Marihuana hatten mutet es setsam an dass der Anbau wie Konsum davon immer noch kriminalisiert wird. Im Recht gibt es den Artikel der "Usanz".. dH wenn etwas ueblich ist ist es RECHTENS.. also operiert damit und legalisiert Hanf endlich.. dann wird es keine Schiessereien mehr geben desswegen!
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  • Kommentar von M. Fischer, Buchs
    Inzwischen wird in der Schweiz schon seit Dekaden Gekifft was das zeug hält. Frei auf der Strasse, auf'm Pausenhof, Armee oder wo auch immer. Das Staatsgras Nr. 1 inzwischen so weit verbreitet, das die Polizei für Erfolge nur noch kurze Wege gehen muss. Und auch Meldungen wie diese, bewirken eher für ein breites Grinsen, als das sie schockieren. Das "gut vs böse" Spiel ist inzwischen so Lachhaft geworden, das es mehrfach zum CH Komödie Film gereicht hat. Legalisiert doch endlich!
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  • Kommentar von G.Beretta, Bern
    LEGALISIERUNG !!!
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