Zum Inhalt springen

Schweiz Harsche Vorwürfe gegen Jean Ziegler

Der ehemalige SP-Nationalrat und Berater des UNO-Menschenrechtsrates soll am Donnerstag wiedergewählt werden. Doch prompt vor der Wahl tauchen neue Bilder auf, die Zieglers Nähe zu Muammar al-Gaddafi belegen sollen.

Legende: Video Jean Ziegler unter Druck abspielen. Laufzeit 4:10 Minuten.
Aus 10vor10 vom 25.09.2013.

Seit 2008 ist der ehemalige Genfer SP-Nationalrat Jean Ziegler für den beratenden Ausschuss des UNO-Menschenrechtsrates tätig. Am Donnerstag soll er erneut als Experte gewählt werden. Doch prompt zum Wahltermin schwappt eine massive Kritikwelle über Ziegler. Denn der Globalisierungsgegner polarisiert: So ist zum Beispiel sein Verhältnis zum früheren lybischen Diktator Muammar al-Gaddafi noch immer ungeklärt.

Nun behaupten seine Gegner, sie hätten neue Beweise, um Zieglers Nähe zu Gaddafi zu bestätigen. So habe der ehemalige Nationalrat vor elf Jahren den so genannten Gaddafi-Menschenrechtspreis angenommen – ein Propagandapreis des Machthabers. Zu den Preisträgern gehörten unter anderem auch Holocaust-Leugner und Diktatoren.

Jean Ziegler mit einer umgehängten Medaille
Legende: Gaddafi soll 2002 Jean Ziegler den Menschenrechtspreis verliehen haben. Dieser habe ihn aber umgehend zurückgegeben. SRF

Tatsächlich erhielt Ziegler 2002 die entsprechende Medaille von Gaddafi umgehängt, wie eine Aufnahme nun beweist. Nach einem 72-stündigen Ultimatum an Ziegler hat die Organisation UN Watch entsprechende Bilder veröffentlicht. Die Organisation wird von jüdischen Kreisen unterstützt. Zuvor verlangte die Gruppierung von Ziegler, dass er eingestehe, das Schweizer Volk angelogen zu haben.

Doch Ziegler widerspricht: «Ich habe den Preis erhalten, aber sofort nach 24 Stunden zurückgegeben. Sergio Vieira de Mellos, Hochkommissar für Menschenrechte, ist ein sehr guter Freund von mir. Er kam zu mir und sagte: Du gibst den Preis sofort zurück. Und das hab ich getan.» Zuvor behauptete Ziegler stets in verschiedenen Medieninterviews, den Preis abgelehnt zu haben.

Ziegler sieht sich als Opfer einer Kampagne

Der UNO-Berater sieht sich selbst als Opfer einer Kampagne, da er seit Jahren Israels Politik in den Palästinenser-Gebieten scharf kritisiert. Er ist sich sicher, würde er der israelischen Regierung applaudieren und sagen, die Palästinenser seien sehr glücklich über die israelische Besatzung, dann würde die Diffamierungskampagne auf der Stelle gestoppt.

SVP-Nationalrat Maximilian Reimann, Mitglied der aussenpolitischen Kommission, sieht dies anders. Seiner Meinung nach sollte Ziegler angesichts der neu präsentierten Tatsachen auf das Amt als Berater im UNO-Menschenrechtsrat verzichten.

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Starnberger, Therwil
    Seit Jahrzehnten kämpft Jean Ziegler gegen Hungersnot und Armut. Dabei hatte er nie die wahre Ursachen im Visier, nämlich Bevölkerungsexplosion und Bildungsarmut, sondern die ungerechte Vermögensverteilung auf der Welt. Deshalb sind Hunger und Armut auch dauernd gewachsen. Herr Ziegler möge nun sein völliges Versagen in dieser Frage eingestehen und dem Steuerzahler den zu Unrecht bezogenen Lohn zurückgeben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ W. Starnberger: schauen Sie sich doch die USA an: sie leiden weder unter einer Bevölkerungsexplosion noch unter Bildungsarmut (wobei man sich hier streiten könnte), wohl aber unter extremer Verteilungsungleichheit. Die folgen ist ein für die Mehrheit seit Jahrzehnten deutlich sinkender Lebensstandard und immer mehr Armut! Ihre Aussage bezüglich Ursache der Armut ist einfach falsch. Diesbezüglich hat JZ recht, und wie!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Ein Moralist, der Wasser predigt und Wein trinkt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    dieser Mann ist nicht ehrlich und holt sich jedoch sein Geld wo er nur kann. Er setzt auf die Dummheit der Menschheit und nur deshalb kann dieser Kommunist überall abkassieren. Wobei ein kapitalistischer Kommunist. Da muss ich wieder einmal betonen, dass sehr wahrscheinlich die Juden die intelligentesten Menschen der Welt sind, denn die haben diesen Friedensapostel schon lange durchschaut.Die Schweizer schauen lächelnd zu wie dieser Mensch lügt und sich über die Schweiz mokiert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Sascha Stalder, Oberdiessbach
      Herr Ziegler ist insolvent.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen