Hauptsorge der Schweizer bleibt der Jobverlust

Seit Jahren machen sich die Schweizerinnen und Schweizer am meisten Sorgen darüber, dass sie ihre Arbeit verlieren könnten. Weit oben auf der Sorgen-Hitliste stehen auch die Ausländer. Gross ist dagegen das Vertrauen in Polizei und Bundesgericht.

Sorgenbarometer: Hauptsorgen 2013 im Wandel seit 2005 2010 erreichte die Hauptsorge Arbeitslosigkeit mit 76 Prozent einen Spitzenwert. Auch noch 2013 belegt die Angst um den Arbeitsplatz mit 44 Prozent den Rang 1.

Die Befürchtung, arbeitslos zu werden, ist nach wie vor die Hauptsorge der Schweizerinnen und Schweizer. Immerhin sank der Anteil jener, die diese Befürchtung nannten: von 76 Prozent im Jahr 2010 über 52 Prozent 2011, und 49 Prozent 2012 auf 44 Prozent im laufenden Jahr. Dies geht aus dem CS-Sorgenbarometer 2013 hervor.

Neu in den «Top Ten der Sorgen» sind Bedenken im Zusammenhang mit Energiefragen, Löhnen und Neuer Armut. Nicht mehr unter den zehn Hauptsorgen rangieren dagegen die Europäische Integration, Umweltschutz und Eurokrise.

Sorgenskala der Schweizer Bevölkerung

Die Befragten konnten jeweils fünf Anworten geben (Quelle: Credit Suisse)
1.Arbeitslosigkeit44 %
2.Ausländer37 %
3.AHV/Altersvorsorge29 %
4.Asylfragen28 %
5.Persönliche Sicherheit24 %
6.Gesundheitswesen21 %
6.Soziale Sicherheit21 %
8.Energiefragen19 %
8.Löhne19 %
10.Neue Armut18 %
Nicht mehr in den Top Ten
11.Europäische Integration16 %
11.Umweltschutz16 %
12.Eurokrise15 %

Befürchtungen in Sachen Ausländer

Probleme im Zusammenhang mit Ausländern werden von 37 Prozent der Befragten als eine ihrer fünf wichtigsten Sorgen genannt, gleich viele wie 2012 (2010: 31 Prozent). Sie stehen damit wie in den beiden vorangegangenen Jahren auf Platz zwei der Sorgen-Hitliste.

Dass die Wirtschaft auf ausländische Fachkräfte angewiesen ist, werde zwar allgemein anerkannt, schreibt die CS. Sorgen bereiteten der Bevölkerung aber deren Integration und die Konkurrenz im Arbeitsmarkt.

Mit 29 Prozent der Nennungen auf dem dritten Platz stehen Fragen um AHV und Altersvorsorge generell (2012: 36 Prozent). Im Jahr 2010 waren diese Befürchtungen noch für 45 Prozent der Befragten am drängendsten.

Wirtschaftliche Situation positiv beurteilt

Insgesamt positiv beurteilen die Befragten ihre eigene wirtschaftliche Situation. 56 Prozent bezeichnen sie laut Mitteilung als gut oder sehr gut. Neun von zehn Befragten sind zuversichtlich, dass dies auch im kommenden Jahr mindestens so bleiben werde.

Mehr als die Hälfte der Schweizer (53 Prozent) findet, die Wirtschaft versage in entscheidenden Fragen selten oder nie. Mit 63 Prozent kommt die Politik diesbezüglich gar noch besser weg – deutlich mehr als in früheren Jahren.

Mehr Vertrauen in politische und wirtschaftliche Akteure

Gewachsen ist das Vertrauen in Institutionen und Akteure aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. An der Spitze liegen Bundesgericht und Polizei: 74 Prozent der Befragten stufen das Bundesgericht am vertrauenswürdigsten ein, 73 Prozent die Polizei.

Auf Platz 3 der vertrauenswürdigsten Akteure liegt das Radio mit 72 Prozent (2012: 50 Prozent) – ein Prozent vor dem Bundesrat, der mit 71 Prozent gleichauf liegt mit dem Fernsehen. Deutlich weniger vertrauenswürdig als die Arbeitnehmerorganisationen (66 Prozent) stuften die Umfrage-Teilnehmenden die Arbeitgeberorganisationen (54 Prozent) ein.

In den vergangenen drei Jahren haben die Banken Vertrauen zurückgewinnen können. Im Jahr 2011 wurden sie von 51 Prozent der Schweizer als vertrauenswürdig eingestuft. 2013 waren bereits 63 Prozent dieser Meinung.

Sorgenbarometer mit Tradition

Die CS veröffentlicht seit 37 Jahren regelmässig ihren Sorgenbarometer. Im Sommer 2013 befragte das Forschungsinstitut gfs.bern in ihrem Auftrag gut 1000 Stimmberechtigte in der ganzen Schweiz. Sie konnten aus einer Auswahl von 34 Sorgen die fünf für sie wichtigsten benennen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Die Sorgen der Schweizer sind diffus

    Aus Tagesschau vom 10.12.2013

    Die Credit Suisse hat heute das alljährliche Sorgenbarometer veröffentlicht, das sie mittels Umfragen in der Bevölkerung erstellt. Generell sind die Schweizerinnen und Schweizer positiv eingestellt. Nichts brennt extrem unter den Nägeln.