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Schweiz «Heiler von Bern» zieht Urteil weiter

Der sogenannte «Heiler von Bern» soll mindestens 16 Menschen vorsätzlich mit dem HI-Virus infiziert haben. Dafür wurde der 54-jährige Musiklehrer in erster Instanz zu 12 Jahren und 9 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Nun zieht er das Urteil an die nächste Instanz weiter.

12 Jahre und 9 Monate Freiheitsstrafe, so lautete im März das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland. Es erklärte den selbsternannten Heiler in einem gut zweiwöchigen Indizienprozes der schweren Körperverletzung und des Verbreitens menschlicher Krankheiten für schuldig.

Gutachten und Laboranalyse werden angefochten

Nun hat sein Anwalt Medienberichte bestätigt, wonach der 54-jährige Musiklehrer das Urteil weiterziehen will. Sein Mandant beteuere nach wie vor seine Unschuld. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, mindestens 16 Menschen vorsätzlich mit dem HI-Virus infiziert haben.

Er fechte unter anderem das psychiatrische Gutachten und die Analyse der HI-Virenstämme durch die Universität Zürich an, sagte der Verteidiger weiter. Auch die Aussage eines aidskranken Musikschülers, der «Heiler» habe ihm verseuchtes Blut abgezapft, werde angefochten. Der Mann sitzt seit März in Sicherheitshaft.

Legende: Video Der «Heiler» von Bern abspielen. Laufzeit 42:00 Minuten.
Aus DOK - Kriminalfälle vom 14.08.2013.

Strengere Strafe möglich

Auf die Berufung von Seiten des Beschuldigten hat die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern mit einer sogenannten Anschlussberufung reagiert. Das bedeutet, dass das Obergericht auch eine strengere Strafe als die erste Instanz aussprechen kann. Der zuständige Staatsanwalt hatte am «Heiler-Prozess» eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren gefordert.

Beschuldigter in Haft

Da es keine festen Beweise für die Schuld des «Heilers» gab, war das Gericht unter anderem darauf angewiesen, die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen und diejenigen der 16 Infizierten zu beurteilen. Die allermeisten Aussagen der Opfer seien im Verlauf der Ermittlungen «konstant» geblieben, stellte das Gericht fest.

Mit der Verkündigung des Urteils wurde der schweizerisch-italienische Doppelbürger in Sicherheitshaft versetzt.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Sollte dieser Heiler von Bern tatsächlich Schuldig sein, und es bewissen ist, gehört dieser Lebenslang hinter Gitter. Oder noch besser, Neutralisiert. Er hat offenbar 16 Leute dem Tod näher geführt durch das HIV Virus, und deren Leben zerstört, und die möglichkeit gesunden Nachwuchst zu gebähren. Solche Menschen sind in unserer Gesellschaft untragbar.
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  • Kommentar von Ein Hinseher, Kleinbösingen
    Im DOK-Bericht habe ich nicht gehört, dass die Virenstämme im Blut von K. - also der Blutquelle - mit den Viren der angesteckten Opfer identisch sei. Müsste das nicht ein starkes Indiz über Schuld oder Unschuld sein?
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