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Schweiz Helikopterabsturz: Freileitungen sind eine Gefahr

Der Absturz des Super Pumas auf dem Gotthard wirft Fragen auf. Stromleitungen sind normalerweise auf den elektronischen Karten, welche die Piloten auf dem Bildschirm vor sich haben, eingezeichnet. Wie kann es trotzdem zu Kollisionen kommen?

Über den Gotthard führen verschieden Stromleitungen. Wenn man die Karte des Bundesamtes für Zivilluftfahrt studiert, welche die Helikopterpiloten vor sich auf dem Bildschirm sehen, sind die Hochspannungsleitungen deutlich eingezeichnet.

Das bestätigt Marco Riva, der Vizepräsident des Schweizerischen Helikopterverbandes, aber er sagt auch: «Es sind in der Regel nur Leitungen eingetragen, die höher über Grund liegen.»

Oft gefährliche Situationen im Gebirge

Die Leitung, die der Super Puma gestern touchierte, war mit grosser Wahrscheinlichkeit eine der kleineren. Wenn die Piloten die Mindestflughöhe von 150 Metern einhalten, laufen sie keine Gefahr. Beim Starten und Landen aber werden Stromleitungen oder Seilbahnen zum Problem. Es gebe wohl kaum Piloten, die nicht schon gefährliche nahe an eine Freileitung geraten seien, sagt Riva: «Solche Situationen kommen in der Gebirgsregion oft vor.»

Wenn die Freileitungen nicht auf der Karte eingezeichnet sind, werde es für den Piloten besonders gefährlich. «Er sieht die Leitung aufgrund der Lichtverhältnisse nicht oder zu spät.» Auf Sicht zu fliegen, insbesondere beim Starten oder Landen, ist deshalb im Gebirge eine der gefährlichsten Situationen für Helikopterpiloten.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Das ist wieder einmal ein ganz besonders aufschlussreicher Artikel, ich hätte nie gedacht, dass Freileitungen eine Gefahr sein könnten für Helikopter! Allerdings verstehe ich noch nicht, warum man eine Freileitung bei normalen Lichtverhältnissen angeblich nicht oder erst zu spät sehen kann.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Die berührte Stromleitung ist eine von zwei "grossen" 14kV Versorgungsleitungen für den Gotthard und ganz klar eingezeichnet. Die Frage sollte eher sein, warum der Heli überhaupt dort gelandet ist, nämlich praktisch unter dieser Stromleitung und dann auch noch halbwegs auf der offenen(!) Tremola-Strasse. Warum ist man nicht wie üblich auf den Parkplätzen bei der Festung oder auf den Plateaus neben der Passhöhe gelandet? Weil nichts vorbereitet und abgesperrt war?
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  • Kommentar von Fritz Frei (Fritz Frei)
    Wenn es schon seit Jahrzehnten bekannt ist, dass solche Kabel und Leitungen eine grosse Gefahr darstellen, macht offensichtlich die Armee einen schlechten Job. Erstens sind Start- und Landeverfahren an diese Gefahren anzupassen. Kavaliersstarts dem Boden entlang müssen verboten werden. Und Start- und Landplätze müssen sauber rekognosziert werden, bevor man sie benutzt. Überall, wo man Konturenflug trainiert, muss ebenfalls sauber rekognosziert werden, ob neue Kabel zur Gefahr werden und wo.
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Die "beste" Armee der Welt ist "beruehmt" dafuer, dass sie bereits im tiefsten Frieden auf Sicherheit - nicht nur bei der Luftwaffe, sondern auch bei Lawinen oder Gewaltmaerschen - verzichtet. Sogar kriegserfahrene Wehrmachtsoffiziere zeigten sich bei Vorfuehrungen der Wehrbereitschaft der Schweizer Armee entsetzt, welchen Risiken die Soldaten einer nur seine Neutralitaet schuetzenden Macht ausgesetzt werden....
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