Hitzewellen in den Städten nehmen zu

Forscher der ETH Zürich zeigen «10vor10» erstmals in einer neuen Modellrechnung, dass die Schweizer Städte immer mehr und heissere Hitzewellen erwarten. Ende Jahrhundert werden Hitzewellen zum normalen Stadt-Sommer dazugehören.

Brunnen auf dem Berner Bundesplatz.

Bildlegende: Die Schweizer Städte erwarten zunehmend heisse Sommer. Keystone

Hitzewellen, wie sie die Schweiz derzeit erlebt, sind in der Vergangenheit nur selten aufgetreten. Im Schnitt ist es alle 10 bis 20 Jahre zu einer solch intensiven Hitzeperiode, die über sieben Tage anhielt und täglich die 30 Grad Marke knackte, gekommen.

In den nächsten Jahrzehnten erwarten die Forscher der ETH Zürich eine deutliche Häufung solcher Hitzewellen. Gegenüber «10vor10» zeigen sie erstmals ein brandneues Modell, das zum Ergebnis kommt, dass auf die Stadt Genf bis 2040 alle zwei Jahr eine Hitzewelle zukommt, auf Zürich immerhin alle vier Jahre.

Gegen Ende des Jahrhunderts, so zeigt das Modell der ETH, werden Hitzewellen jährlich, in manchen Gebieten der Schweiz wie Genf oder Lugano gar mehrmals im Jahr auftreten.

Stromverbrauch wird steigen

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ETH-Studie prophezeit mehr Hitzewellen in Städten

3:34 min, vom 21.7.2015

Die Hitze hat Auswirkungen auf den Energiehaushalt der Städte. «In der Schweiz gab es bis jetzt vor allem Winterpeaks, neu gibt es nun auch einen Sommerpeak», sagt Energieplaner Conrad U. Brunner gegenüber «10vor10». «Die Klimaanlagen laufen auf Höchsttouren, die meisten kommen bei 35 Grad Celsius an den Anschlag. Die Räume werden oft unnötig tief abgekühlt, was viele Menschen sowieso nicht mögen, denn sie erkälten sich.» Der Strombedarf ist wegen den Kälteanlagen sehr hoch und das treibt den Strompreis in die Höhe, wie sie bislang nur im Winter erreicht wurden.

Städte rüsten sich

Die Stadt Zürich beispielsweise bereitet sich auf die Hitze der Zukunft vor. Der Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich hat eine Studie erstellen lassen, in welcher verschiedene Massnahmen empfohlen werden. So sollten zum Beispiel Schattenzonen geschaffen, Flächen wo möglich nicht zu betoniert, oder Abwärme durch Raumkühlsysteme vermindert werden.

Bettina Volland vom Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich sagt: «Grosse Gebäudevolumen speichern die Hitze und geben sie dann ab. Sie vermindern ausserdem die Durchlüftung in einer Stadt.» Aus diesem Grund gehen die Empfehlungen Richtung «Verdichtung eher im Masse, eher abbremsen und das ist ein typischer Zielkonflikt, da in den Städten vermehrt verdichtet gebaut wird». Der Zürcher Stadtrat hat den Bericht genehmigt und die Massnahmen sind allen Planungs- und Baufachleuten bekannt.

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SRF Meteo hält die aktuellsten Wetterinformationen bereit.

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