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Hochwassergefahr im Flachland Regen und Schneeschmelze lassen die Pegel steigen

In den vergangenen Tagen fiel in manchen Gegenden so viel Niederschlag wie sonst im ganzen Januar. Nun steigt die Hochwassergefahr.

Legende: Video St-Ursanne überschwemmt abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Vom 23.01.2018.

Wo ist die Hochwassergefahr derzeit am grössten? Während in den Alpen der Schnee für Einschränkungen sorgt, liessen die Regenfälle im Flachland viele Flusspegel steigen. Am grössten ist die Hochwassergefahr derzeit am Hochrhein von der Aaremündung bis nach Basel. Dort gilt Stufe drei. Am Rhein dürfte die Situation auch in den kommenden Stunden noch angespannt bleiben. An Aare, Reuss und Limmat rechnen die Behörden hingegen nicht mehr mit steigenden Pegeln. Auch bei den kleineren Bächen sei der Maximalpunkt wohl erreicht, sagt SRF-Meteorologe Felix Blumer. «Die Wassermenge dürfte nun wieder zurückgehen.»

Hochwassergefahrenkarte
Legende: Hochwassergefahr in der Schweiz. In den orange eingezeichneten Gebieten gilt derzeit die höchste Stufe drei. naturgefahren.ch

Warum ist die Hochwassergefahr gestiegen? Kurz gesagt: Viel Regen und Schmelzwasser. «Seit Samstag fielen im Mittelland verbreitet 60 bis 110 mm Niederschlag», so Meteorologe Blumer. «Das ist mancherorts mehr als sonst während eines ganzen Monats Januar.» Extrem war die Situation im Wallis: Dort fiel so viel Niederschlag wie sonst in drei Monaten. Zudem kommt wegen der milden Temperaturen die Schneeschmelze hinzu. Beides zusammen führte in den vergangenen Tagen verbreitet dazu, dass die Wasserstände in den Gewässern auf der Alpennordseite anstiegen.

Wie geht es weiter? «Dramatisch verschärfen sollte sich die Situation an den Gewässern nicht», sagt Blumer. Am Hochrhein bleibe die Lage angespannt. An den mittleren Gewässern dürfte die Wassermenge zurückgehen – wenn auch nicht überall gleich schnell. «Man muss am Ball bleiben.» Die Behörden mahnen entlang der Flüsse zur Vorsicht. So rät die Basler Polizei, Stege und tiefere Uferwege an Rhein, Birs und Wiese zu meiden. Zwar besteht keine direkte Gefahr, doch bei einem Fehltritt wäre eine Rettung aus den Fluten laut einem Polizeisprecher wegen der starken Strömung unmöglich – Retter müssten ihr eigenes Leben in Gefahr bringen.

Wann fahren die Schiffe auf dem Rhein wieder? Wegen des Hochwassers wurde die Rheinschifffahrt zwischen Rheinfelden AG und der Schleuse Kembs (F) bereits am Montag gesperrt. Die Sperrung erfolgte, nachdem der Rheinpegel die massgebliche Limite von 8,20 Metern überschritten hatte. Am Dienstagmorgen (8.00 Uhr) stand der Pegel bei 8,68 Meter. Die Behörden rechnen damit, dass spätestens am Mittwoch wieder Schiffe in Basel ablegen können.