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Schweiz Höchste Schweizerin empfängt den Dalai Lama

Nationalratspräsidentin Maya Graf hat den Dalai Lama am Nachmittag zu einem kurzen Gespräch in Bern begrüsst. Der 78jährige betrat erstmals das Parlamentsgebäude. Der Bundesrat hatte diesmal ein Treffen mit Verweis auf fehlende diplomatische Beziehungen mit der tibetischen Exilregierung abgelehnt.

Legende: Video Dalai Lama im Bundeshaus abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
Vom 16.04.2013.

Mehrere hundert Menschen, darunter viele Tibeter, haben am frühen Dienstagnachmittag den Dalai Lama vor dem Parlamentsgebäude in Bern begrüsst. Zum Treffen mit Nationalratspräsidentin Maya Graf betrat das 78jährige geistige Oberhaupt der tibetischen Buddhisten erstmals das Parlamentsgebäude. Es gab einen Fototermin vor den Drei Eidgenossen.

Die Parlamentarische Gruppe Tibet und die Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) würdigten den Empfang als wichtiges Zeichen der Solidarität für die tibetische Bevölkerung in Tibet und der Schweiz.

Dalai Lama sieht wachsende Unterstützung

Der dalai Lama winkt der jubelnden Menge vor dem Bundeshaus zu. (keystone)
Legende: Freude vor dem Bundeshaus: Dutzende Tibeter bejubelten ihr geistliches Oberhaupt. Keystone

Nach dem Empfang im Parlamentsgebäude nahm der Dalai Lama an einer Medienkonferenz der parlamentarischen Gruppe Tibet teil. Seine Heiligkeit zeigte sich glücklich über den erneuten Aufenthalt in der Schweiz und sprach von «wachsender aktiver Unterstützung». Die 5000 in der Schweiz lebenden Tibeter seien sehr glücklich, gut integriert und hätten vor allem ein gutes Verhältnis zu den Einheimischen.

Angesprochen auf das andauernde Leiden des tibetischen Volkes bekräftigte der Dalai Lama die Gewaltlosigkeit als einzig möglichen Weg. Gewalt führe unweigerlich in die Katastrophe.

Parlamentarier appellieren an Bundesrat

Mehrere Mitglieder beider Räte aus allen Fraktionen äusserten sich zur Lage in Tibet und der Rolle der Schweiz in der Tibet-Problematik. FDP-Nationalrätin Doris Fiala betonte an die Adresse der Landesregierung, dass konkrete Stellungnahmen gerade für das tibetische Volk sehr wichtig seien. Es genüge nicht, nur allgemeine Besorgnis über die Einschränkung kultureller und religiöser Freiheiten zu äussern, stellte Fiala zum Auftritt von Aussenminister Didier Burkhalter an der UNO-Menschenrechtsratskonferenz vom Herbst 2012 in Genf fest.

Ein Empfang durch den Bundesrat hatte die Landesregierung diesmal abgelehnt. Neben den fehlenden diplomatischen Beziehungen mit der tibetischen Exilregierung machten die Behörden bereits im Februar geltend, keine offizielle Anfrage von tibetischer Seite erhalten zu haben. Aussenminister Burkhalter hatte den Entscheid gegenüber der parlamentarischen Gruppe Tibet näher begründet: Der Bundesrat wolle keine Kontroverse anheizen und die recht häufigen Besuche des Dalai Lama unnötig politisieren.

Der Dalai Lama ist seit 1991 viermal von Bundesratsmitgliedern empfangen worden,  allerdings noch nie im Bundeshaus. Das letzte Treffen fand vor acht Jahren statt. Es sei Zeit, den Dalai Lama zu empfangen, forderte die GSTF in einer Petition, die am Montag der Bundeskanzlei übergeben wurde.

Grossandrang zu Ethik-Vortrag in Freiburg

Der Dalai Lama hält sich seit Freitag in der Schweiz auf. Am Wochenende referierte der Friedensnobelträger in Freiburg zum Thema religionsübergreifende Ethik und nahm buddhistische Riten vor. Rund 16'000 Menschen nahmen am ausverkauften Anlass teil. Mit einem Besuch im Zürcher Tibet-Institut schliesst er am Mittwoch den Besuch in der Schweiz ab.

19 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Wyssmann, Derendingen
    "Die Chinesen begehen in Tibet mit Umvolkung einen kulturellen Völkermord! ", schreibt ein A. Holenstein. Nu also, ich weiss von einem anderen Völkermord, begangen im "Wilden Westen". Wie wäre es, wenn der Grosse Manitu oder sein Abgesandter die Schweiz und das Bundeshaus besuchen würde und für all die noch lebenden Indianer Menschenrechte verlangen würde. Aua...! Für 5000 US-Indianer hätten wir hier schon noch Platz und Medien, um zu agieren.
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  • Kommentar von Alex Bauert, Köniz
    Wenn der Dalai Lama doch nicht nur in der Öffentlichkeit so nett und tolerant wäre! Unter Vertrauten gehe er ziemlich hart ins Gericht mit anderen Religionen wie z.B. der katholischen Kirche. Als Reinkarnationsgläubiger sieht er alle anderen Religionen als «Vorstufe» auf dem Weg zu seinem Buddhismus an, der für Männer (Frauen, Ihr müsst noch ne Runde drehen! ) Sprungbrett ins Nirvana sein kann. Mit dieser Einstellung lässt es sich easy tolerant gegenüber allen Religionen sein.
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  • Kommentar von A. Holenstein, Cross'n'Star
    @ Frau Eberhard. Muss Ihnen deutlich widersprechen! Gerade Sie hätten auch keine Freude, würden die Deutschen unser Land annektieren, oder? Die Chinesen begehen in Tibet mit Umvolkung einen kulturellen Völkermord! Wir Schweizer sollten chinesische Produkte wo immer möglich boykottieren! Nokia statt iPhone, Sännächutti statt Billigsttextilien! HALTET DEN DRACHEN IM ZAUN!
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    1. Antwort von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
      A. Holenstein ich muss Ihnen widersprechen. Die Schweiz wird seit langem von der EU vor allem von den Deutschen in die Zange genommen. Es geht mir ganz und gar nicht um chinesische Produkte jedoch China ist eine Weltmacht und der kann sich auch die Schweiz mit ihrer falschen Migrationspolitik nicht verschliessen.
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    2. Antwort von A. Planta, Chur
      @Verena Eberhard, 5722 Gränichen: Um was geht es ihnen dann und warum sind ihre Kommentare immer voller Neid und Missgunst? Ist das der richtige Weg für uns?
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    3. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Herr A. Holenstein, den Drachen können Sie sicher nicht mehr im Zaum halten. - Wie ein Chinese mir in Hong-Kong sibilinisch sagte, wären die Chines wie eine Banane. Aussen zwar gelb aber innen genau so weiss wie wir selber. Wir tun gut daran, in dem wir uns nicht zu sehr in typisch asiatische Angelegenheiten einmischen. Boykotte sind derzeit wenig sinnvoll, wenn nicht gar schädlich für alle Beteiligten. Dadurch verliert man Möglichkeiten sich dennoch positiv für bessere Zeiten zu nutzen.
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