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Höhere Stillegungskosten AKW-Betreiber gehen vor Gericht

Der Bund und die AKW-Betreiber sind sich uneins über die Stilllegungs-Kosten. Nun entscheidet das Verwaltungsgericht.

Atomkratwerk Mühleberg inmitten von Bäumen
Legende: Das Atomkraftwerk Mühleberg geht 2019 als erstes der fünf Kraftwerke in der Schweiz ausser Betrieb. Keystone

Der Bund hat für die Stillegung der Atomkraftwerke und die Entsorgung von radioaktiven Abfällen höhere Kosten vorgesehen als die AKW-Betreiber. Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) rechnet mit 24,6 Milliarden Franken Gesamtkosten. Das sind 1,1 Milliarden Franken mehr, als die Experten vom Branchenverband Swissnuclear zuvor veranschlagt hatten.

«Höhere Kosten bringen keine zusätzliche Sicherheit»

Die Betreiber der Schweizer Kernkraftwerke haben nun Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht. Die höheren Kosten würden keine zusätzliche Sicherheit bringen, schreibt Swissnuclear. Zudem sei ihre Studie nachvollziehbar auf der Basis der gesetzlichen Vorgaben erstellt worden.

Die Beschwerdeführer sind:

Axpo Power AG, BKW Energie AG, Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG, Kernkraftwerk Leibstadt AG und Zwischenlager Würenlingen AG.

Die Zahlen von Swissnuclear beruhen auf einer Studie aus dem Jahr 2016. Unabhängige Experten prüften die Studie Ende 2017 im Auftrag der Kommission für den Stilllegungsfonds und den Entsorgungsfonds (Stenfo) und notierten in ihrem Antrag Gesamtkosten von 23,5 Milliarden Franken.

Im April dieses Jahres prüfte auch das Uvek die Studie. Es gebe zwar «keine Anhaltspunkte», an der Beurteilung des Stenfo zu zweifeln, hiess es. Dennoch kam das Uvek zu einem anderen Ergebnis und veranschlagte 24,6 Milliarden Franken.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Die militanten AKW-Gegner habe ich schon oft aufgerufen, die Festlegung der veranwortbaren AKW-Laufzeiten den neutralen (!) Fachleuten im ENSI zu überlassen und endlich Ruhe zu geben. Heute rufe ich die notorisch zu knapp kalkulierenden AKW-Betreiber auf, die Festlegung der zu erwartenden Rückbaukosten den neutralen (!) Fachleuten im UVEK zu überlassen und endlich Ruhe zu geben. Der Weg zu "Energieeffizienz" und "100% Erneuerbar" verlangt den ungeteilten Einsatz aller Energiefachleute.
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  • Kommentar von Leo Degelo (Leo Degelo)
    Liebes SRF. Ich versuche es nochmals: Sie haben einen genialen Schreibfehler im Artikel. Die neue Wortkreation: "AKW-Abtreiber"gefällt mir sehr und ich würde dieser Vereinigung gerne beitreten. Wo kann ich mich melden?
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    1. Antwort von SRF News
      :-D Vielen Dank für den Hinweis. Vielleicht sollten wir diese Wortkreation patentieren lassen. :-D Auf jeden Fall haben wir es korrigiert.
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  • Kommentar von Beatrice Fiechter (thea)
    Ich hoffe das Verwaltungsgericht kommt auch zum Schluss, dass nicht die Steuerzahler das Restrisiko von Mindereinzahlungen der Betreiber der AKW's tragen müssen, nachdem diese jahrelang profitiert und ihre Geldrücklagen zu wenig den wahren Rückbau-Entsorgungs-Kosten angepasst hatten. Das wäre ein unverantwortliches Zeichen für alle anderen umweltbelastenden Betriebe - auch über unserer Grenzen hinaus!
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