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Honig-Produktion Der Honig von Stadtbienen ist natürlicher als man denkt

Immer mehr Imker arbeiten in Städten. Einer von ihnen ist Luki Riechsteiner. Er lobt die Vielfalt der städtischen Natur und die Qualität des Honigs aus der Stadt.

Legende: Audio Besuch bei Imker Luki Riechsteiner auf dem Dach abspielen. Laufzeit 9:27 Minuten.
9:27 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 17.06.2018.

An acht Standorten stehen Luki Riechsteiners Bienenstöcke und sie geben einiges her: rund eine Tonne Luzerner Honig produziert der Stadtimker jährlich. Er nennt ihn Stadthonig.

«In der Stadt kann man keinen Sortenhonig machen. Jedenfalls nicht in Luzern. In anderen Städten, wo es etwa viele Linden hat, kann man möglicherweise einen Lindenblütenhonig machen. Das habe ich zum Beispiel in Berlin gesehen», sagt Riechsteiner.

In Luzern hingegen sei die Pflanzenvielfalt zu gross. Genau diese Vielfalt biete aber auch Vorteile für den Imker, die Biodiversität sei in der Stadt eher grösser als auf dem Land.

Grössere Pflanzenvielfalt, weniger Pestizide

Und die städtischen Pflanzen seien auch häufig natürlicher. So würden in der Stadt viel weniger Pestizide verwendet, die für die Bienen schädlich sind und auch in den Honig gelangen.

Für Riechsteiner ist klar: der Stadthonig sei sehr sauber. Auch die dreckige Stadtluft beeinträchtige den Honig kaum. Denn die Bienen flögen die Blüten an, sobald sie aufgingen. Und das bedeute, «dass sie den Nektar holen, bevor sich Schwermetalle auf den Blüten niedersetzen».

«Reich wird man damit nicht»

Seinen Honig verkauft Riechsteiner einerseits bei einzelnen Kiosken und an Märkten. Er hat aber auch einen grossen Abnehmer: Er beliefert die Luzerner Schifffahrtsgastronomie. Er könne hauptsächlich von seiner Honigproduktion leben, sagt er. «Reich wird man damit aber nicht.»

Dafür müsste er die Imkerei in viel grösserem Stil betreiben. Das wolle er aber nicht, denn für ihn zählt vor allem eines: die Leidenschaft fürs Imkern und für seine Bienen.

Zuerst eine Ausbildung machen

Beim Schweizer Imkerverband «Bienen Schweiz» steht man dem Trend der Stadtimkerei positiv gegenüber. «Eine schöne Bereicherung», findet Präsident Matthias Götti Limacher. Ihm sei es aber ein Anliegen zu betonen, dass die Imkerei auch ein anspruchsvolles Handwerk sei. Deshalb solle man sich in jedem Fall zuerst bei einer lokalen Imkersektion melden und sich ausbilden lassen, bevor man loslege.

Legende: Video Imkern mitten in der Stadt Luzern abspielen. Laufzeit 4:47 Minuten.
Aus Kassensturz vom 14.06.2018.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Christoph Heierli (help)
    Seit bald 20 Jahren bin ich Hobby-Imker. Dies tue ich in einem fast ausschliesslich von BIO Bauern umgebenen Flugradius. Ich habe nichts gegen die sogenannte Stadtimkerei. Jedoch finde ich es bedenklich, wenn man versucht den gewonnenen Honig als besser wie Landhonig zu bewerten. Stadt und Balkongärtner greifen oft zum Pflanzengift und Industrie und Auto Abgase machen den Honig sicher nicht besser. Es ist erwiesen, dass Stadthonig oft sehr hohe Konzentrationen an Giftstoffen aufweist.
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Und Landwirte greifen zu Pestiziden. Mikropartikel finden sich in Stadt und Land (und damit auch überall im Honig). Schadstoffe machen an der Stadtgrenze nicht halt, und die Expansiion tut ihr übriges. Bis hierher also Gleichstand, der Ihre Argumentation neutralisiert. Wer besonders aromatischen Honig will, kann mit Stadthonig hingegen durchaus punkten, denn die Pflanzendiversität ist in der Stadt höher als im Bieneneinzugsgebiet in der freien Landschaft.
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