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Schweiz Humanitäre Visa will keiner

Seit Oktober nehmen die Schweizer Botschaften im Ausland keine Asylgesuche mehr an. Seither haben akut bedrohte Menschen nur noch die Möglichkeit von humanitären Visa. Doch bisher hat der Bund noch kein einziges solches Visum ausgestellt.

Die Botschaften entscheiden nicht alleine, wenn jemand im Ausland ein humanitäres Visum beantragt. Das Bundesamt für Migration in Bern hat das letzte Wort.

Abklärung vor Ort

In den über zwei Monaten seit Abschaffung der Botschafts-Asylgesuche habe das Bundesamt aber erst in weniger als zehn Fällen entscheiden müssen, sagt Sprecherin Gaby Szöllözy. Dabei wurde keines der Gesuche bewilligt. Der Grund: «Die Personen befanden sich nicht in akuter Gefährdung – das ist ja die Voraussetzung», so Szöllözy.

Sudanesin auf einer Bank.
Legende: Visa unerwünscht Schweizer Visa werden nicht nachgefragt. keystone

Noch kein positiver Entscheid, aber auch kein Ansturm auf die humanitären Visa also. Das könne sich noch ändern, sagt Szöllözi: Mehrere Dutzend Menschen hätten sich über die Möglichkeiten erkundigt.

Beat Meiner ist Generalsekretär der Flüchtlingshilfe. Er staunt darüber, dass bislang kaum Anträge eingereicht wurden. «Das müsste man eigentlich vor Ort abklären, was in oder auch vor der Botschaft so abläuft», sagt Meiner. Es könne beispielsweise sein, dass auf den Botschaften gar nicht auf die neue Art von Visa werde. Konkrete Hinweise auf ein solches Verhalten hat Meiner aber nicht.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Armin Hug, Kreuzlingen
    Sobald das Gesuch in einem Land eingereicht wird, wo der Gesuchsteller nicht mehr akut an Leib und Leben bedroht ist, lehnt die Botschaft das Gesuch in eigener Kompetenz ab. Dieses Vorgehen ist korrekt, geht man schliesslich davon aus, dass auch für den aktuellen Aufenthaltsstaat die Verpflichtung gilt, ein allfälliges Asylgesuch zu behandeln. Lässt sich der Gesuchsteller schliesslich in einem Nachbarland seines Herkunftsstaates nieder, dürfte die Integrationsfähigkeit höher sein als in Europa.
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