«Huonders Aussagen sind menschenverachtend»

In der Diskussion um die Aussagen von Bischof Huonder über Homosexuelle fährt der CVP-Chef jetzt schwere Geschütze auf. Die Aussagen des Churer Kirchenmannes seien «menschenverachtend». Darbellay selber fühlt sich auch als nicht Betroffener «beleidigt».

Darbellay

Bildlegende: Die Aussagen des Bischofs haben bei uns keinen Platz, sagt der Chef der christlichdemokratischen Volkspartei. Keystone

CVP-Präsident Christophe Darbellay hat mit scharfer Kritik auf die Aussagen von Bischof Vitus Huonder über Homosexuelle reagiert. Eigentlich sei es nicht seine Aufgabe, Bischöfen Noten zu erteilen, sagt Darbellay der «NZZ am Sonntag». Aber die Bemerkungen des Churer Kirchenmannes seien untragbar.

«Menschenverachtende Aussagen»

«Auch als persönlich nicht direkt Betroffener fühle ich mich beleidigt durch derart menschenverachtende Aussagen. Sie haben bei uns keinen Platz», so Darbellay. Als Christ halte er sich diesbezüglich lieber an Papst Franziskus. Dieser sage, die Kirche wolle die Homosexuellen nicht ausschliessen.

Bischof Huonder hatte bei einem Vortrag Ende Juli eine Bibelstelle zitiert, in der Sex zwischen Männern als Gräueltat bezeichnet wird, die mit dem Tod bestraft werden solle. Später sprach der Ordensmann von einem Missverständnis und entschuldigte sich.

«Viele wünschen, dass ich als Präsident verlängern würde»

Darbellay kontert gegenüber dem Blatt auch die Vorwürfe, er habe einige Wochen vor dem Rücktritt aus dem Nationalrat und einige Monate vor seinem Abgang als CVP-Chef die Partei nicht mehr im Griff. «Die Rückendeckung in Partei und Fraktion ist sehr gross. Die meisten bedauern, dass ich aus dem Nationalrat ausscheide, und viele wünschen sich, dass ich als Präsident verlängern würde», sagt er.

Daran ändere auch die von Fraktionschef Lombardi angezettelte Kontroverse über die Wahl von BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf nichts. «Lombardi hat sich mir und Ständerat Schwaller gegenüber in aller Form entschuldigt. Er hat mir auch versichert, dass er nicht versuchen wird, die Fraktion auf einen andern Kurs zu ziehen.»