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Schweiz «Ich habe mein Leben aufs Spiel gesetzt»

Erstmals äussert sich der in Russland festgesetzte Schweizer Umweltaktivist Marco Weber am Fernsehen ausführlich über seine Aktion auf einer Bohrplattform in der Arktis. Er sei bewusst das Risiko eingegangen, ins Gefängnis zu kommen, sagt der 28-Jährige im Interview mit der «Rundschau».

Legende: Video «Das Gespräch mit Marco Weber» abspielen. Laufzeit 8:16 Minuten.
Aus Rundschau vom 18.12.2013.

Nach zwei Monaten in Einzelhaft wurde der gelernte Zimmermann und Bergsteiger am vergangenen 20. November auf Kaution freigelassen. Er darf sich in St. Petersburg frei bewegen, aber nicht aus Russland ausreisen.

Legende: Video «Amnestie für 20‘000 Gefangene» abspielen. Laufzeit 4:14 Minuten.
Aus 10vor10 vom 18.12.2013.

«Ich war bereit, dieses Risiko einzugehen»

«Es ist immer noch ein Stück weit einen Freiheitsentzug», sagt er im Interview, das die «Rundschau» in einem Hotelzimmer in St. Petersburg führen konnte: «Es war klar: Wenn uns Russland verhaftet, wird es sehr schwierig sein, die rechtlichen Konsequenzen abzuschätzen. Es war mir bewusst, dass ich inhaftiert werden kann – auch für länger. Ich war bereit dieses Risiko einzugehen.»

Auf die Frage, ob er sein Leben für die Umwelt aufs Spiel gesetzt habe, sagt Weber in der «Rundschau»: «Ja, das ist ein Stück weit so. Man muss anmerken: Wir versuchen das Risiko soweit wie möglich zu vermindern.» Es bleibe aber immer ein Restrisiko, so der Umweltaktivist weiter. Genauso sei es aber auch ein Risiko, nichts für den Schutz der Arktis zu tun.

«Das war kein Action-Urlaub»

Marco Weber weist die Kritik zurück, Greenpeace habe die harte Reaktion von Russland provoziert. Wenn die Plattform in Alaska oder Grönland gestanden hätte, wäre die Aktion dort durchgeführt worden: «Ich habe nie einen Groll gegen Russland gehegt.»

Er sei kein Fanatiker, sagt der Zürcher Greenpeace-Aktivist: «Das war kein Action-Urlaub. Ich bin gerne am Seil unterwegs, aber mir ging es nicht darum, Ablenkung oder Action zu haben.» Weber führt aus, er habe aus Überzeugung gehandelt. Gleichzeitig gesteht er ein: «Es war nicht zu erwarten, dass so heftig reagiert wird.»

Sieben Jahre Haft droht

Zu den Spekulationen, die Greenpeace-Aktivisten könnten im Zuge einer Amnestie begnadigt werden, hält Weber sich im Interview zurück: «Mir ist es wichtig, dass ich mich nicht schuldig bekennen muss, wenn ich begnadigt werde.»

Inzwischen wurde bekannt, dass das russische Parlament Putins Amnestie gutgeheissen hat. Sie gilt auch für die 30 in Russland noch festgehaltenen Greenpeace-Aktivisten.

(widb/stric)

60 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Eigentlich ist die Story sehr deprimierend. Es gibt sehr viele Menschen, die Tag für Tag im Bereich der Energiewende arbeiten. Und da kommt ein junger Schnössel, schippert mit schwerem Schiffsdiesel nach Russland und macht nicht mehr als ein Plakat aufzuhängen und wird deshalb zum "Held der Umweltschützer, der sein Leben für uns alle riskiert". Ich finde es eine harte Faust ins Gesicht jener, die tatsächlich Tag für Tag für den Umweltschutz arbeiten.
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    1. Antwort von R.käser, Zürich
      @Dreier, Gerne helfe ich Ihnen damit Sie die Handlung von Greenpeace nicht als Faust im Gesicht empfinden. Es braucht Menschen welche selbstlos mit hohen Risiken auf ein Problem aufmerksam machen. Sie werden damit zum Brennpunkt, aber auch das Problem auf das Sie aufmerksam gemacht haben wird zum Brennpunkt. Ich hoffe, dass sich Ihre Depression auflöst und wünsche eine frohe Weihnacht mit nachhaltigen und langlebigen Geschenken.
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  • Kommentar von Roland Wehrli, Luzern
    Greenpeace schafft es nicht mal ein paar japanische Walfänger von der Jagd abzuhalten und will es mit allen Erdölkonsumenten aufnehmen, zudehnen sie sogar selber gehören? Das ist wohl jeder Rappen falsch investiert.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Haben sie bessere Vorschläge anzubieten Oder sind die Belange der Umwelt etwas dass sie am liebsten verdrängen?
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  • Kommentar von R.Käser, Zürich
    Ich gratuliere Greenpeace zur Kampanie. Es ist sensationell, mit wie wenig finanziellem Aufwand und mit grossem persönlichem Einsatz dieses Thema in den Weltmedien über Wochen und Monate präsent ist.
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