Immer mehr Menschen sterben mit Hilfe von Exit

Die Sterbehilfeorganisation Exit hat im vergangenen Jahr in 356 Fällen Hilfe zum Suizid geleistet. Damit wurden 50 Personen mehr in den Tod begleitet als noch 2011. Die meisten Sterbehilfen fanden im Kanton Zürich statt.

Das Schlafmittel Pentobarbital steht auf einem Tisch

Bildlegende: Mit dem Schlafmittel Pentobarbital verspricht Exit einen «sanften und würdigen» Tod. Keystone

Zunehmend mehr Menschen wollen vom Selbstbestimmungsrecht Gebrauch machen und sich in den Tod begleiten lassen. Im letzten Jahr waren es bei der Sterbehilfeorganisation Exit 356 Personen – 50 mehr als noch ein Jahr zuvor.  Das Durchschnittsalter der Sterbewilligen lag bei 77 Jahren.

Insgesamt habe man gegen 2000 Sterbehilfe-Anfragen erhalten, teilte die Organisation nach ihrer Generalversammlung in Zürich mit. In 612 Fällen seien Abklärungen für eine Begleitung beim Freitod getroffen worden. 

Die mit Abstand meisten Sterbebegleitungen führte Exit im vergangenen Jahr im Kanton Zürich durch. Im bevölkerungsreichsten Kanton des Landes liessen sich 139 Personen von Exit in den Tod begleiten. 52 Fälle gab es in Bern, deren 33 im Kanton Aargau.

Exit verzeichnet immer mehr Mitglieder

In der Schweiz ist Sterbehilfe gemäss Artikel 115 des Strafgesetzbuches nicht verboten, solange keine selbstsüchtigen Motive vorliegen. Die im Jahr 1982 gegründete Exit ist zusammen mit der Dignitas die bekannteste Sterbehilfeorganisation der Schweiz.
 
Gemäss der Mitteilung von Exit ist die Zahl der Mitglieder in der Zeit von 2010 bis 2013 von 53'000 auf fast 70'000 angewachsen. In Zukunft will sich die Organisation für die volle Umsetzung des in der Verfassung festgeschriebenen Selbstbestimmungsrechts stark machen.

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Strassburg fordert Klärung der Sterbehilfe

2:19 min, aus Tagesschau vom 14.5.2013