Immer weniger Bankfilialen

Rund 2500 Bankfilialen gibt es noch in der Schweiz. Anfang der 1990er-Jahre waren es noch fast 2000 mehr. Klassische Schaltergeschäfte können je länger je mehr nur noch im Internet abgewickelt werden.

Die Digitalisierung schreitet voran. Immer mehr Kunden erledigen ihre Ein- und Auszahlungen online. Entsprechend sinkt die Zahl der Schaltertransaktionen – um jährlich 20 Prozent.

Für Bankprofessor Andreas Dietrich von der Hochschule Luzern liegt es deshalb auf der Hand, dass die Banken ihre Geschäftsstellen-Strategie überdenken. Ausgemustert werden die klassischen Bankfilialen mit Schalter- und Kassenpersonal. Dafür werden die Geschäftsstellen zu Begegnungszonen umgebaut, in denen kein Bargeld mehr fliesst.

Die Banken intensivieren ihr Beratungsangebot vor Ort, etwa für die Vorsorgeplanung oder eine Hypothekarfinanzierung. Dazu wird die Geschäftsstelle zunehmend mit digitalen Instrumenten wie Videoscreens und Tablets ausgerüstet, mit denen Bankkunden zusätzlich kommunizieren können.

Keine Radikalkur

Für Bankprofessor Dietrich ist klar, dass sich die Banken noch keinen Kahlschlag ihres Filialnetzes leisten können. Ganz ohne Präsenz vor Ort lasse sich der Markt nicht erobern. Das stellte nicht zuletzt die Migrosbank fest, welche ihr Niederlassungsnetz in den nächsten Jahren durch einen oder zwei zusätzliche Standorte abrunden will.

Die Bank der Zukunft

Die Bankenbranche ist sich zwar einig, dass die klassischen Schaltertransaktionen bald verschwinden werden. Trotzdem lassen zum Beispiel die Kantonalbanken bewusst noch einen Schalter stehen, wenn sie ihre Niederlassungen zu Begegnungszonen umbauen. Denn noch ist die Zahl ihrer Kunden gross, die sich nicht auf das Internetbanking oder Banken-Apps drängen lässt.

«Bankfilialen sterben noch nicht aus»

Trotz Internetbanking und immer mehr Online-Lösungen – das letzte Stündchen hat für die Bankfilialen noch nicht geschlagen, ist Bankexperte Andreas Dietrich überzeugt: «Die Bank-Niederlassungen wurden schon in den 80er- und 90er-Jahren totgesagt. Es sind aber immer noch 2500 da.»

Zu wichtig sei vielen Kunden der persönliche Kontakt, als dass sie sich von den Banken auf das Internet drängen lassen: «Wir sind noch nicht so weit. In den nächsten zehn Jahren sterben die Bankfilialen noch nicht aus.»