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Schweiz Immer weniger Jugendliche werden straffällig

Bis 2010 ist die Zahl jugendlicher Straftäter in der Schweiz stark angestiegen. Seither wurde versucht, vor allem die Gewaltdelikte mit verschiedenen Programmen in den Griff zu bekommen. Die Statistik der Jugendstrafurteile zeigt nun vier Jahre später, dass die Prävention Wirkung zeigt.

Legende: Video Weniger Jugendgewalt dank polizeilichen Jugenddiensten abspielen. Laufzeit 02:07 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.02.2015.

Die Zahl der Delikte verringern ist die Aufgabe des Jugenddienstes der Stadtpolizei Zürich. Mit mehr Prävention, intensiverer Zusammenarbeit zwischen den Behörden oder auch mit sogenannten «polizeilichen Jugenddiensten» wird dies versucht.

Für Martin Niederer vom Jugenddienst der Stadtpolizei Zürich ist es wichtig, Jugendliche aus der Anonymität herauszuholen. «Sie wissen, wir kommen immer wieder an die Örtlichkeiten, wo sie sich aufhalten, und das wirkt präventiv», sagt er der «Tagesschau».

Säulendiagramm mit der Zahl verurteilter Jugendlicher in den Jahren 2010 bis und mit 2013.
Legende: Die Zahl straffälliger und verurteilter Jugendlicher hat seit 2010 laufend abgenommen. SRF

Tatsächlich sind seit 2010 die Zahl straffälliger Jugendlicher von über 14‘000 auf rund 11'700 im Jahr 2013 gesunken, wie die Statistik der Jugendstrafurteile des BfS zeigt. Das ist ein Rückgang um gut 20 Prozent.

Vor 2010 hatte die Zahl der Straftaten von Jugendlichen stetig zugenommen. Für Schlagzeilen sorgten damals zahlreiche Aufsehen erregende Fälle. Dies hat damals Bevölkerung und Behörden sensibilisiert.

Prävention und Jugendarbeit

«Die Schulen haben Gewaltpräventions-Kampagnen gestartet und bei der Polizei wurde der Jugenddienst ausgebaut», sagt Marcel Riesen, Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Jugendstrafrechtspflege. Die Zusammenarbeit zwischen den Behörden, wenn es um schwierige Jugendliche geht, sei intensiviert worden.

Auch in der Jugendarbeit stellt man fest, dass sich die Stimmung verändert hat. «Die Jugendlichen sind heute kommunikativer und gesprächsbereit», sagt Giacomo Dallo, Geschäftsführer der Offenen Jugendarbeit Zürich. Auch bei der Konfrontation, wenn es um Grenzüberschreitungen gehe, seien Jugendliche gesprächsbereit und einsichtig.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Ich glaube das ist alles blaue Luft. Es werden nur weniger Junge straffällig, da man sie nach einer Festnahme immer gleich wieder frei lässt. Es lohnt sich für die Polizei nicht, die Jugendlichen gefangen zu nehmen, wenn sie nicht gerade etwas sehr schlimmes (z.B. Mord) begangen haben. Deshalb werden diese nicht mehr als Straffällige registriert. Alles unter den Teppich wischen ist die Devise, so hat man sofort viel mehr Ordnung im Land.
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  • Kommentar von Stefan, Gr.
    Wegen dieser Prävention, aber sonst kann ich mir das nicht vorstellen, dass es plötzlich weniger Straftaten gibt...
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  • Kommentar von Roger Keller, Basel
    Man muss in diesem Zusammenhang auch erwähnen, dass vor ein paar Jahren ein Gesetz verabschiedet wurde, dass Straftäter inskünftig stärker bestrafen würde. Sind Ausländer die Straftäter, so müssten sie bei schweren Taten aus der Schweiz ausgewiesen werden. So viel ich weiss, wurde diese Gesetztesänderung von der SVP initiert und hat diese erfreuliche Nachricht somit auch ermöglicht.
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    1. Antwort von Eric Lagger, Zollikofen
      Es ist beinahe nicht möglich jugendliche Straftäter auszuschaffen. Dies sollte also keine Auswirkungen haben. Zusätzlich belegen genügend Studien, dass die härte des Strafmasses nur geringe Auswirkungen auf die Kriminalität haben.
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    2. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      Schwachsinn: das Einzige was im Jugendstrafrecht in den letzten Jahren geändert wurde, ist das JStG, welches am 1.1.2007 eingeführt wurde, als der allgemeine Teil des StGB revidiert worden ist. Diese Revision wurde von der SVP stark bekämpft (auch heute noch).
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    3. Antwort von Nemo Tenetur, Bern
      Zu den Ausschaffungen: Es gibt tatsächlich ein neues Gesetz, welches Ausschaffungen bei schweren Straftaten vorsieht, das AuG. Noch bevor es am 1.1.2008 in Kraft trat, hat die SVP die Unterschriftensammlung für die Ausschaffungsinitiative gestartet, welche sie am 15.02.2008 einreichte, also eineinhalb Monate nach Inkraftreten des neuen Gesetzes. Das AuG ist heute noch so in Kraft, da die Initiative bekanntlich nicht umgesetzt wurde. Auch hier liegen Sie falsch, die SVP hat nichts damit zu tun
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    4. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Wie Herr Lagger erwähnte hat die härte des Strafmasses scheinbar nur geringe Auswirkungen auf die Kriminalität. Siehe USA die trotz der Todesstrafe eine hohe Kriminalität haben. Hohe Strafen haben vermutlich nur einen Einfluss auf auf die "Einstiegskriminalität". Danach spielt das Strafmass keine Rolle mehr. Die Kriminalitätsrate ist folglich ein kulturelles Problem; wie geht man miteinander um und wie löst man Konflikte.
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