In 70 Jahren 1,7 Milliarden Franken gesammelt

Die Glückskette feiert ihr 70-jähriges Bestehen. Begonnen hat alles 1946, als ein Radiomacher und ein Entertainer die Organisation in der Westschweiz gründeten. Vom Erfolg überrannt, mussten sie bald ihr Konzept ändern.

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Die Glückskette im Wandel der Zeit

2:50 min, aus Tagesschau vom 26.9.2016

Mit einem Gedenkanlass in Bern beging die Glückskette am Montag ihr 70-Jahr-Jubiläum. Die Organisation wollte der Bevölkerung symbolisch etwas zurückgeben und sich für ihre Spendentreue danken.

Vor rund 150 geladenen Gästen nahm Bundeskanzler Walter Thurnherr eine «Solidaritätstrophäe» entgegen. «Dies ist ein Dank für die langjährige Treue und das Vertrauen, dass die Schweizer Bevölkerung der Glückskette seit 70 Jahren entgegenbringt. Gemeinsam stehen wir für die solidarische Schweiz», sagte Glückskette-Präsidentin Ladina Heimgartner.

Es begann mit einer Radiosendung

Mit einem Aufruf am Radio wollten die beiden Glückskette-Gründer Roger Nordmann und Jack Rollan im Jahr 1946 den vom Krieg geschädigten Kindern helfen. Bald darauf entstand aus dieser Idee die Radiosendung «Chaîne du Bonheur», die «Glückskette», wie die Organisation mitteilt.

Die Glückskette-Gründer Roger Nordmann (links) und der Entertainer Jack Rollan knien 1946 vor einer Kiste mit Hilfsgütern

Bildlegende: Die Gründer: Der Radio-Reporter Roger Nordmann (links) und der Entertainer Jack Rollan (November 1946) Glückskette

Würste und Matratzen stapeln sich

Anfangs gingen vor allem Sachspenden ein. Doch als sich im Radiostudio in Lausanne Kisten voller Zigarren, Würsten, Matratzen, Schuhen und Spielwaren stapelten, ging die Sendung zum Sammeln von Geldspenden über.

Radiostationen in den anderen Landesteilen übernahmen die Idee. Ab 1954 wurde die wöchentliche Sendung eingestellt, und gesammelt wurde nur noch bei grossen Katastrophen.

Höhepunkt: 227 Millionen für Tsunami-Opfer

Die Glückskette wurde über die Jahre immer erfolgreicher: Insgesamt hat die Glückskette in den letzten siebzig Jahren rund 190 Spendenaufrufe für die Opfer von Naturkatastrophen und Konflikten gestartet und Spenden in Höhe von 1,7 Milliarden Franken gesammelt.

Grösster Meilenstein war für Präsidentin Heimgartner die Sammelaktion für die Opfer des Tsunamis vom 26. Dezember 2004. Es sei die umfangreichste Spendensammlung in der Geschichte der Organisation gewesen. Zusammen gekommen sind damals Spenden von über 227 Millionen Franken.

Schlank dank ehrenamtlichen Mitarbeitern

1983 erhielt die Organisation die Rechtsform einer Stiftung. Sie hat ihren Sitz in Genf und beschäftigt heute 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dank schlanker Strukturen und oft ehrenamtlicher Mitarbeit will die Glückskette einen effizienten Einsatz der gespendeten Mittel garantieren.

Dafür kam das meiste Geld zusammen

Die grössten Spendensammlungen
Betrag in Millionen Franken
Katastrophe und Jahr
227Tsunami in Asien, Dezember 2004
74
Unwetter Wallis und Tessin, Oktober 2000
66,7Erdbeben Haiti, Januar 2010
51,5
Opfer des Syrienkonfliktes/Flüchtlinge, August 2012-2016
49,9Kriegsopfer im Kosovo, April 1999
49,5Unwetter in der Zentralschweiz, August 2005

Glückskette in Zahlen

  • 50 nationale Sammeltage seit 1946
  • 190 Solidaritätsaufrufe
  • 1,7 Milliarden Franken Spenden erhalten
  • Damit 3500 internationale Projekte von Partnerorganisationen unterstützt
  • In 70 Ländern geholfen
  • Grösster Sammelerfolg: 227 Millionen für die Tsunami-Opfer von 2004