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Schweiz In diesen Konflikten leistet die Schweiz Friedensdienste

Von A wie Algerienkrieg bis U wie Ukraine-Konflikt – Die Schweiz versucht schon seit Jahrzehnten mit ihrer Friedensdiplomatie die Krisenherde der Welt zu beruhigen. Mit Erfolg.

  • Frankreich/Algerien

Schon Anfang der 1960er Jahre engagiert sich die Schweiz als Vermittlerin in Kriegsgebieten. Der Schweizer Diplomat Oliver Long führt Geheimverhandlungen mit der französischen Regierung und algerischen Unabhängigkeitskämpfern. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag für das Abkommen von Evian, das 1962 den franko-algerischen Krieg beendet. Für Aussenminister Max Petitpierre sind die Schweizer Bemühungen für einen Frieden in Algerien Teil einer «aktiven Neutralitätspolitik»

  • Nuba-Bergen/Sudan

Im Januar 2002 wird auf dem Bürgenstock ein Waffenstillstandsabkommen für die Nuba-Berge im Sudan unterzeichnet. Auf das Abkommen haben sich Vertreter der sudanesischen Zentralregierung in Khartum und der Rebellenarmee SPLA geeinigt. Bei der Vermittlung hat die Schweiz, vor allem in der Person von Botschafter Josef Bucher, eine wichtige Rolle gespielt. Das Abkommen ist eine Grundlage für weitere Friedensabkommen im Sudan.

  • Israel/Palästinensergebiete

Die Schweiz ist aktiv beteiligt an der Ausarbeitung der sog. «Genfer Initiative», einem inoffiziellen Friedensabkommen für den israelisch-palästinensischen Konflikt, das 2003 vorgestellt wird. Gesprächspartner sind israelische und palästinensische Wissenschaftler und NGO-Vertreter. Die Genfer Initiative soll als Modell dienen für eine Friedensregelung, die die Schaffung eines Staates Palästina auf der Basis der Grenzen von 1967 vorsieht. Eine praktische Umsetzung dieser Ideen gibt es aber bis heute nicht.

  • Türkei – Armenien

Als Mediatorin engagiert sich die Schweiz für eine Normalisierung in den Beziehungen zwischen den verfeindeten Ländern Türkei und Armenien. Das trägt erste Früchte: Im Oktober 2009 unterzeichnen der türkische und der armenische Aussenminister in Zürich ein Abkommen, das den Weg zur Grenzöffnung und zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen ebnen soll. Allerdings haben die beiden Länder das Abkommen bis heute nicht ratifiziert. Grund dafür ist vor allem der Streit um das umstrittene Gebiet Nagorny Karabach und um die Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern im Ersten Weltkrieg.

  • Ukraine

Im Jahr 2014 hat die Schweiz den Vorsitz der OSZE inne, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Das Hauptaugenmerk gilt dabei der Situation in der Ukraine. Die Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini bemüht sich stark um einen Waffenstillstand zwischen der Regierungsseite und den prorussischen Separatisten. Ein Erfolg in diese Richtung ist das Abkommen von Minsk im Herbst 2014. Es führt zumindest zu einer gewissen Beruhigung der Lage im ukrainischen Krisengebiet.

Mehr zum Thema:

Heidi Grau.
Legende: Key

Botschafterin Heidi Grau will die Schweizer Friedensdienste verstärken.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Tatsächlich sind Friedensverhandlungen ein erfolgreicher Geschäftszweig der offiziellen Schweiz. Es gibt viele Diplomaten auf der Welt, insbesondere in Europa, die der Schweiz einzelne Verhandlungsmandate streitig machen wollen. In der Ukraine war die Schweiz neutral und erfolgreich unterwegs gewsen - seit Heidi Tagliavini und Didier Burkhalter abgetreten sind ist die Haltung der Osce mE als prowestlich und nicht mehr neutral einzustufen.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Mitulla: In der Ukraine war die schweizer Diplomatie eben gerade nicht genügen erfolgreich unterwegs. Die Schweiz ist zu sehr eingebunden in Europa bzw. wird zu sehr von der EU vereinnahmt. Damit ist die neutrale Stellung auch sehr beeinträchtig und verlor damit an Glauwürdigkeit. Gerade dies wäre aber unabdingbar gewesen um Erfolge zu erzielen.
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