Initiative gegen Gewinnstreben bei Bundesbetrieben

Guter Service soll bei Post, SBB und anderen Bundesbetrieben wichtiger sein als der Profit. Das fordert die heute eingereichte Volksinitiative «Pro Service public».

SBB-Automat.

Bildlegende: Mehr Service, weniger Gewinn. Das ist das Ziel der Initianten für Bundesbetriebe. Keystone

Die Initiative «Pro Service public» fordert, dass Bundesbetriebe nicht einen möglichst hohen Gewinn erwirtschaften, sondern in erster Linie der Bevölkerung einen guten und bezahlbaren Service bieten sollen. 106'000 beglaubigte Unterschriften sind in Bern eingereicht worden.

Gewerkschaften dagegen

«Wir wollen das Motto ‹Service vor Profit und Gewinn›», sagte Peter Salvisberg vom «K-Tipp». Die Gewinne sollten in den Betrieben bleiben. Und es dürfe nicht sein, dass mit Post- oder Swisscom-Tarifen indirekt Steuern erhoben würden. Die Initianten nehmen zudem die Löhne ins Visier. Die Löhne und Honorare der Mitarbeiter dieser Unternehmen sollen jene in der Bundesverwaltung nicht übersteigen dürfen. So soll es in der Verfassung festgeschrieben werden.
 
Hinter der Initiative stehen «K-Tipp», «Saldo», «Bon à Savoir» und «Spendere Meglio». Es ist das erste Mal, dass sie eine eidgenössische Volksinitiative lancieren.
 
Die Gewerkschaften des Service public lehnen die Volksinitiative ab. Unter dem Strich schade die Initiative mehr als sie nütze – sowohl den Steuerzahlern und Konsumenten als auch dem Personal, schreiben Syndicom, SEV und Vpod in einer Stellungnahme.

Manager pfui, Personal hui

Eine repräsentative Umfrage des «K-Tipp» in der Deutsch- und Westschweiz zeigt: 77 Prozent stören sich an den Salären der Post-, SBB- und Swisscom-Manager. Viel Sympathie geniesst das Bahn- und Postpersonal in direktem Kundenkontakt. 75 Prozent lobten das SBB-Personal. Bei der Post sind es 83 Prozent.