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Inländervorrang light Die RAV sind bereit für den Mehraufwand

Legende: Audio RAV: Vorbereitungen für Inländervorrang laufen abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
01:55 min, aus HeuteMorgen vom 04.06.2018.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ab 1. Juli gilt der Inländervorrang, der registrierte Stellenlose aus Berufen mit hoher Arbeitslosigkeit bevorzugen soll.
  • Auf die Regionalen Arbeitsvermittlungs-Zentren RAV wartet deshalb ab nächstem Monat ein grosser Mehraufwand.
  • Die RAV scheinen allerdings bereits jetzt bereit dafür. In Bern und Zürich sei man bestens vorbereitet.
  • Ab 2020 könnte allerdings erneut Mehrarbeit auf die RAV zukommen, da von da an der Schwellenwert für die Meldepflicht sinkt.

Bruno Sauter leitet das Amt für Wirtschaft und Arbeit im Kanton Zürich und ist Präsident der kantonalen Arbeitsmarktbehörden. Für ihn könnte es bereits heute mit der am 1. Juli geltenden Stellenmeldepflicht losgehen: «Die RAV in der ganzen Schweiz sind bereit für diese zusätzliche neue Aufgabe und haben die entsprechenden Mitarbeiter und Prozesse soweit bereitgestellt.»

Die RAV in der ganzen Schweiz sind bereit für diese zusätzliche neue Aufgabe.
Autor: Bruno SauterLeiter kantonales Amt für Wirtschaft und Arbeit Zürich

Die meisten RAV hätten zusätzliches Personal angestellt, so Sauter. Zürich zum Beispiel habe rund 20 Personen neu verpflichtet. Diese kümmern sich in einem – ebenfalls neuen – Stellemelde-Zentrum um die Dossiers.

Andere Kantone, beispielsweise Bern, brauchten kein zusätzliches Personal, weil sie den Mehraufwand auch so bewältigen können. Allerdings will der Kanton Bern kleinere RAV-Stützpunkte schliessen und sich auf die Zentren konzentrieren.

RAV bereiten sich auf Fragen vor

In den Zentren werden Experten anwesend sein, die jederzeit Fragen beantworten können. Diese Fragen wird es sicher geben. Denn ab 1. Juli sind Arbeitgeber verpflichtet, freie Stellen zuerst dem RAV zu melden, sofern die Arbeitslosigkeit in ihrer Branche hoch ist. RAV-Mitarbeiter haben danach drei Tage Zeit, um den Firmen geeignete Vorschläge von Stellensuchenden zu unterbreiten.

Stellenmeldepflicht: Das gilt ab 1. Juli

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Für Berufsarten, Link öffnet in einem neuen Fenster bei denen die Arbeitslosigkeit in der gesamten Schweiz mindestens acht Prozent beträgt, gilt: Die Unternehmen müssen offene Stellen zuerst der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) melden. Während fünf Tagen können ausschliesslich gemeldete Stellensuchende (auch solche, die noch eine Stelle haben, aber beim RAV gemeldet sind) diese Stellen sehen und sich bewerben. Zudem schlägt das RAV dem Unternehmen innert drei Tagen geeignete Stellensuchende vor.

Das Unternehmen ist nicht verpflichtet, diese zum Gespräch einzuladen, muss den Behörden aber eine Rückmeldung geben. Verstösst ein Unternehmen gegen die Stellenmeldepflicht, riskiert es Bussen bis zu 40'000 Franken.

Auf 2020 sinkt der Schwellenwert für die Stellenmeldepflicht von acht Prozent Arbeitslosigkeit in einer Berufsart auf fünf Prozent.

Marc Gilgen, Leiter des Bereichs Arbeitsvermittlung im Kanton Bern, rechnet mit deutlich mehr Aufwand – und mit einigen tausend zusätzlichen Stellenmeldungen. «Entsprechend haben wir unser Vorgehen intern an den diversen Schnittstellen überprüft.» So sei man bereit, die neuen Stellenmeldungen ab 1. Juli zu bewältigen, so Gilgen.

Für die ersten Jahre müssen Arbeitgeber freie Stellen aus Branchen melden, die acht Prozent und mehr Arbeitslose aufweisen. Ab 2020 sinkt dieser Wert auf fünf Prozent. Damit könnten die RAV noch mehr Arbeit erhalten.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Viel Laerm um Nix. Die "betroffenen" Lohndoempinggewinnler muessen ein viel kleineres Formular ausfuellen als die Verdingkindsklavereiopfer und dann ganze drei Tage (nicht Monate oder gar Jahre) auf das Resultat warten, bevor sie weitere Lohndoemper ins Land holen duerfen....
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  • Kommentar von Erich Singer (liliput)
    Ich bin mal gespannt wie das bei Schauspielern funktionieren soll? einfach lächerlich!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Meine Nachbarin, ebenfalls ausgesteuert (wie ich), hat sich als Mitarbeiterin in diesem Stellenmeldezentrum beworben. Nach dem Gespräch wurde sie abgewiesen, weil sie "derart hoch überqualifiziert sei, dass es den sozialen Frieden im Team gefährden würde". Das Stellenprofil sei sehr einfach konstruiert, so Niveau Call Center-Mitarbeiter. Also über "Experten" zu schreiben, ist, liebes SRF, eine epische Übertreibung.
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Es ist ein ebenso buerokratischer wie zahnloser Leerlauf, der mit moeglichster Schonung der Lohndoempinggewinnler abgespult wird. Da koennten Leute, die auch denken statt nur (ver-)schonen koennen, gewaltig stoeren....
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    2. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Haha, da haben Sie wohl den Nagel an den Kopf getroffen. Sie hat erzählt, dass sie Fragen gestellt hat, wie zB: "Wie ist Ihr Zeitplan? Wann gedenken Sie, dass die neue Organisation konsolidiert ist?" Der Vorgesetzte antwortete: im Juli 2018!!! Dies im April 2018! Da musste der HR-ler korrigierend eingreifen, um zu erklären, was "konsolidiert" bedeutet. So erging es bei der Frage nach Kennzahlen (=Erfolgsmessung der Organisation). Er konnte nicht eine Kennzahl angeben... Das ist das Niveau dort.
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    3. Antwort von Theresia Weber (Resi)
      Frau Fitzi, negative Kommentare und Einstellungen verbreiten sich wie die Pest. Das wünschen sich weder die die Mitarbeiter der RAV noch die Firmen bei denen Sie sich vorstellen. Ein Arbeitgeber schätzt seine Angestellten, weil sie mitwirken, Probleme des Arbeitgebers zu lösen und nicht ein Problem des Arbeitsgebers werden. Lassen Sie doch den neuen RAV-Mitarbeitern Zeit sich einzuarbeiten, Situation die Sie wohl selbst durch Ihren Ja-Urnengang zu MEI-Initiative verursacht haben.
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    4. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Danke, Frau Weber, für die Ratschläge. Dennoch finde ich, dass eine negative Gefühlslage in gewissen Lebenssituationen absolut vertretbar ist. Das ist gerade eine Schwachstelle des CH-Arbeitsmarktes: lässt keine Gefühle zu, alles muss nach einer scheinheiligen Regie ablaufen. Was meinen Sie, warum psychische Erkrankungen IV-Grund Nr. 1 sind? Und dies seit Jahren? Zudem: Wir sind hier nicht am Arbeitsmarkt. Dies ist eine andere Rolle. Ad MEI: Meine Nachbarin kam als PFZ-lerin und ist nicht CH. ;)
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    5. Antwort von Theresia Weber (Resi)
      Frau Fitzi, Ihrer Nachbarin würde ich raten,dass sie versucht herauszufinden um welches pädag. Zentrum es sich handelt u. sich da direkt vorzustellt. Mit 57 habe ich meinen Job verloren. Uebers RAV für eine Stelle postuliert. Abgesagt. Grund: 1)Sie sind zu teuer, 2)würden sich langweilen, weil sie am Anfang mit Ablegen beschäftigt sein werden. Sorry, 1)Ablegen gehört zu meinen Job,2)haben Sie mich gefragt ob ich bereit bin auf Lohn zu verzichten? Ellbogenmoral! Arbeite heute noch f. die Firma.
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    6. Antwort von Manuela Fitzi (Mano)
      Frau Weber: Ihr letzter Satz lässt vermuten, dass Ihre Stellensuche auf ein Paar Jährchen zurückliegt. Nachbarin und ich sind hier und jetzt daran. Glauben Sie mir, es ist rau geworden, sehr rau. Gut, ich bin eh ein speziell optimistischer Fall und war auch lange Weg aus CH, also selbstverschuldet. Aber was der Frau passiert, ist echt surreal&unfair. Heute wird nicht gesagt, "Sie sind zu teuer". Es heisst: überqualifiziert. Entscheidung steht, Widerrede nicht geduldet. PS: "Pädag. Zentrum"???
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    7. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Fitzi - Einmal mehr Bingo! Webers Beispiel mit der Speditionsfirma zeigt die Lage tiptop. 3 Inlaender und 12 Lohndoemper. Der beim RAV gesuchte Schweizer waere dann gut genug, wenn er nachts mit Anhaenger rueckwaerts faehrt. Eine 50+ Frau hat noch "Chancen", eine EU- oder gar Sanspapiersputzfrau auf Heimaturlaub einmal zu vertreten, und den Job vielleicht zu bekommen, wenn sie noch billiger oder am liebsten (fast) gratis arbeitet....
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