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Internationale Erfindermesse Der Mann, der die Weltmeere säubern will

Der Westschweizer Yvan Bourgnon hat ein Segelschiff konzipiert, das Plastik aus dem Meer fischt. Sein Ziel: Die Erfindung bis in vier Jahren umsetzen.

Legende: Video Mit dem Schiff gegen die Plastik-Verschmutzung abspielen. Laufzeit 01:05 Minuten.
Aus SRF News vom 12.04.2018.

Jedes Jahr landen Millionen Tonnen Plastikabfall in den Ozeanen. Durch Strömungen bilden sich an der Meeresoberfläche regelrechte Teppiche aus Plastikteilen. Der Westschweizer Segler Yvan Bourgnon hat solche Plastik-Teppiche auf seinen Reisen selber gesehen.

Weil ihm diese Bilder nicht mehr aus dem Kopf gingen, hat Bourgnon ein Segelschiff konzipiert, das die Meere säubern soll: einen Müll-Fang-Quadrimaran genauer gesagt.

Treibstoff aus Solarzellen und Windrädern

Zum ersten Mal stellt er sein Projekt nun an der internationalen Erfindermesse vor, die gegenwärtig in Genf stattfindet. Bourgnon zählt auf, was er jetzt schon alles bei seiner Einmann-Weltumsegelung aus dem Meer gefischt hat: «Plastikflaschen, Plastikspielzeuge, Plastiktuben.»

Organische Abfälle aussortieren

Und so soll die schwimmende Fabrik funktionieren: Die 70 Meter lange und rund 50 Meter breite Konstruktion hat vier Rümpfe, die die Plastikobjekte blockieren und via Fliessbänder auf das Deck transportieren. Organische Abfälle werden anschliessend von Hand aussortiert, während ein Kompressor die rezyklierbaren Plastikabfälle zu Würfeln zusammendrückt. 600 Kubikmeter Plastikwürfel haben auf dem Schiff Platz. Die restlichen Abfälle verbrennt ein Ofen zu Treibstoff für den Elektromotor.

Solarzellen und zwei Windräder erzeugen weitere Energie, die für den Säuberungsvorgang genutzt wird. Vier automatische Segel sorgen für schnelles Vorwärtskommen.

Mäzene und Sponsoren sollen Boot finanzieren

Noch ist es erst ein Projekt. Doch soll die Erfindung bis in vier Jahren umgesetzt sein. Kostenpunkt: 30 Millionen Franken bei einer erwarteten Lebensdauer von 30 Jahren. Mäzene und Sponsoren sollen das erste Schiff von Bourgnon finanzieren. Dieser träumt bereits von einer ganzen Flotte – von 100 Schiffen, die die Weltmeere säubern.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Als Probelauf wäre es toll, wenn wir unsere Schweizerseen ebenfalls von Plastik und anderem Müll reinigen würden. Unsere Gewässer sind auch schon mit sehr viel Plastik verunreinigt. Ideen wären ja vorhanden, aber anpacken muss man es.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    In unseren Ozeanen finden wir Plastiksäcke, Ballone, Schuhe, Verpackungsmaterialien: Wenn wir Abfälle nicht korrekt entsorgen, landen sie früher oder später im Meer. Besonders Plastik ist ein Material, das biologisch nicht abbaubar ist und immer wieder in die Mägen von Walen, Möwen, Meeresschildkröten und anderen Tieren gelangt. Plastikteile können im Hals stecken bleiben oder den Verdauungsstrakt verstopfen – und so die Atemwege und die Nahrungsaufnahme der Tiere blockieren und verhungern.
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  • Kommentar von Charles Grossrieder (View)
    Eine sehr noble Idee welche Unterstützung verdient. Aber leider nur ein Tropfen Wasser auf heißem Stein, welches zum Teil sogar zu mehr Gleichgültigkeit verführt; es wird ja geputzt. Es muss auch viel mehr am Grundproblem getan werden; so das kein belastendes Material mehr in die Weltmeere gelangt. Dies durch strenge Gesetze und Strafen an Laender welche nicht spuhren; aber auch den Einzelnen der sich futtiert. Das verdient mehr Augenmerk als geopolitische Macht Kaempfe, es geht um die Erde.
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