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Internationaler Strafvollzug Flucht in die Heimat schützt nicht mehr vor Strafe

Handschellen für einen Straftäter
Legende: Es wird schwieriger, einer in der Schweiz ausgesprochenen Strafe zu entkommen. Keystone
  • Ein in der Schweiz verurteilter Straftäter kann künftig seiner Strafe nicht mehr entkommen, indem er in sein Heimatland flieht.
  • Kehrt eine in der Schweiz verurteilte Person legal in ihr Heimatland zurück, kann die Schweiz nun ein Gesuch um stellvertretende Strafvollstreckung stellen.
  • Bei einem Landesverweis oder einer Aus- oder Wegweisung kann eine verurteilte Person zudem dazu gezwungen werden, ihre Strafe im Heimatland abzusitzen.
  • Der Bundesrat hat eine entsprechende Änderung angenommen.

Die Schweiz hat das Übereinkommen des Europarates über die Überstellung verurteilter Personen mit einem Änderungsprotokoll erweitert. Nun werden nicht nur Personen, die den Wunsch äussern, ihre Strafe im Heimatland zu verbüssen, in den dortigen Strafvollzug überstellt.

Auch wer in sein Heimatland flieht oder wegen Landesverweisung oder einer Aus- oder Wegweisungsverfügung die Schweiz verlassen muss, muss damit rechnen, dass die Schweiz ein Ersuchen um Strafvollstreckung stellt.

Das heisst: Ein verurteilter Straftäter kann der Strafe nicht entkommen, indem er in die Heimat flieht. Er wird dort seine Strafe absitzen müssen, auch wenn er legal eingereist ist.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Mehr Details! Gilt das nur für Vergehen, die im Zielland ebenfalls strafbar sind oder ohne Einschränkung? Anders gefragt: Heisst das, ein Puidgemont würde zukünftig auch in Deutschland für seine Rebellion eingekerkert? Oder ein deutscher Raser durch die Innerschweis, der den hiesigen Behörden lachend den Stinkefinger zeigt, wäre damit ebenfalls kassiert? - Es klingt gut, aber es hat zu wenig Substanz, damit ich es gut finde...
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    1. Antwort von Marc Bühler (Capten Demokratie)
      Ich dachte gerade das selbe!
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    2. Antwort von Marco Jans (Jansi)
      Übereinkommen über die Überstellung verurteilter Personen: Art. 9 Wirkungen der Überstellung für den Vollstreckungsstaat 3. Der Vollzug der Sanktion richtet sich nach dem Recht des Vollstreckungsstaats, und dieser Staat allein ist zuständig, alle erforderlichen Entscheidungen zu treffen. (Stand am 21. Juli 2016) Quelle: Admin.ch Wenn ich das recht verstehe, müsste es also nach dem Recht des Ziellandes/Vollstreckungsstaates gehen.
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    3. Antwort von Sebastian Demlgruber (SeDem)
      ....“Oder ein deutscher Raser durch die Innerschweis, der den hiesigen Behörden lachend den Stinkefinger zeigt, wäre damit ebenfalls kassiert?“...- und wie ist es umgekehrt, SRF? Was passiert es mit einem Schweizer Raser, der in Deutschland den dortigen Behörden lachend den Stinkefinger zeigt - wäre der umgekehrt auch kassiert und müsste seine deutsche Strafe auch daheim in der Schweiz absitzen? Bitte die Auswirkungen für CH-Bürger besser erklären!
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    4. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Strafvollstreckung (aber nicht Verwahrung und andere Massnahmen) ist Sache des Tatortstaates. In Nochrechtsstaaten darf kein Straftaeter zur Strafvollstreckung abgeschoben werden. Eine Drogistin wurde in einem lateinamerikanischen Staat zu 10 Jahren verurteilt. Die Schweiz bastelte extra fuer sie ein Strafuebernahmeabkommen und schickte eine Polizeieskorte fuer eine "sichere" "Uebernahme". An einem amtsheiligen Samstag gelandet, wurde sie statt in Strafhaft gesetzt, von der Juxtiz laufen gelasse
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