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Schweiz Ist der Sommer warm, gibt es weniger Überschwemmungen

In einer detaillierten Auswertung haben Forscher Überschwemmungen der letzten 2500 Jahre analysiert. Dabei kommen sie zum Schluss, dass in kühleren Sommern häufiger Hochwasser auftreten. Der Klimawandel könnte demnach dazu beitragen, dass Flüsse in der Schweiz künftig seltener über die Ufer treten.

Legende: Video Treten Naturkatastrophen in den Alpen künftig seltener auf? abspielen. Laufzeit 2:12 Minuten.
Aus 10vor10 vom 26.09.2013.

Sie sind die zerstörerischste Gefahr im Alpenraum: Überschwemmungen. Und trotz Hochwasserverbauungen und Flutungsszenarien übersteigen Schäden schnell die Millionengrenze. Deshalb machte es sich ein Team von Schweizer Forschern zum Ziel, ein möglichst flächendeckendes Abbild der Gefahrenzonen in der Alpenregion zu erstellen.

Riesige Datenmenge als Untersuchungsbasis

Dazu analysierten die Forscher der Universität Bern und der ETH Zürich die Hochwasser der vergangenen 2500 Jahre. Die Grundlage für diese detaillierte Analyse bildeten Seesedimente sowie der Vergleich mit Perioden, in denen höhere Temperaturen herrschten.

«Die untersuchten Seen liegen über ein grosses Gebiet verteilt und auf unterschiedlichen Höhenstufen. Dadurch können wir den Einfluss von lokalen Besonderheiten und Ereignissen verringern und erhalten ein klimatisches Gesamtbild der Zentralalpen», so der Erstautor der Studie. Die Forscher haben 13 Zeiträume mit häufigen Überschwemmungen ermittelt. Wie ausgeprägt die einzelnen Ereignisse waren, konnten die Forscher nicht ermitteln.

Dank Klimawandel weniger Überschwemmungen

Bei ihrer Auswertung kommen die Wissenschaftler zum Schluss, dass zwischen kühleren Sommern und Zeiträumen mit häufigeren Überschwemmungen eine positive Korrelation bestehe. Im Gegenzug verlagert sich der Hochdruckgürtel in einem warmen Sommer nördlicher, wodurch die feuchten Luftmassen nach Nordeuropa gelenkt werden.

Im umgekehrten Fall, wenn diese Hochdruckzone weniger stark ausgedehnt ist, schlagen die Tiefdruckstörungen eine südlichere Bahn ein und treffen auf den Alpennordhang, wo sie erhebliche Niederschläge hervorrufen.

Aufgrund meteorologischer Modelle gehen die Forscher davon aus, dass der Klimawandel die Ausdehnung dieser Hochdruckzone begünstigen könnte. Daher rechnen sie mit generell weniger Überschwemmungsereignissen in den Zentralalpen. Auch beim Zukunftszenario können die Forscher aber keine Angaben zur Intensität der zu erwartenden Hochwassser machen.

Alarmierender Klimabericht

Der Weltklimarat veröffentlicht am Freitag die Hauptaussagen seines fünften Klimareports. «Der neue Klimabericht wird ein Weckruf sein», sagt UNO-Klimachefin Christiana Figueres dazu. Der Report werde zeigen, dass man das Problem unterschätzt habe. Die Kritiker des Klimawandels würden gerade eine Schlacht verlieren.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Xavier Moser, Lausen
    In sonnigen und daher warmen Jahren gibt es weniger und Stürme und Regen. In nassen Jahren gibt es mehr Regen und Unwetter. Also: Wenn die Sonne scheint, ist es sonnig und wärmer, logisch? Für diese Schlussfolgerung braucht es eine Nationalfondsstudie?! Es fehlt in sonnigen Jahren schlicht die Zeit für Regen! Ich hätte auch noch einen obendrein: „Wenn die Sonne scheint ist es schön, ausser es ist sehr trocken, dann ist es schön, wenn es regnet!“
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  • Kommentar von Alois Wutz, Gerlafingen
    Ich glaube nicht, dass jemand den Klimawandel grundsätzlich in Frage stellt, das Klima wandelt sich ständig, mal schneller, mal langsamer, das ist seit Urzeiten so. Einzig über die Ursache bestehen Differenzen und schlaue "Forscher" werden nicht müde, auf Teufel komm raus den Menschen dafür verantwortlich zu machen. Damit auch morgen der Rubel noch rollt... man sägt ja nicht gerne am Ast, auf dem man sitzt.
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Früher vereisten/schmolzen Gletscher+Polkappen uU sehr schnell,nämlich innert ein paar100'000J.Heute schmelzen sie rasant,u.zwar innert Jz,ev Jh.Das gabs in Urzeiten nie.Wöchentl.Meldungen,seit vieler Jz od.noch nie da gewesener Wetterrekorde.Extreme häufen sich,Konturen der Jahreszeiten verwischen,das ist nicht zu leugnen.Woran man mit der Zeit vielleicht auch noch denken müsste,es könnten sich da einige Krankheitserreger aus alten Zeiten herausschmelzen,gegen die wir nicht gewappnet sind.
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Haben denn die Mia. von Verbrennungsmotoren, Industrieanlagen und das fortschreitende Abholzen von Wälder keinen Einfluss auf das Klima?
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  • Kommentar von Ein Hinseher, Kleinbösingen
    Auch in durchschnittlich wärmeren Jahren wird es Wetterlagen geben, bei welchen Hochwasser entstehen werden. Bei solchen Ereignissen können u.U. die Regenmengen grösser ausfallen. Ja, vielleicht weniger Ereignisse, aber grössere.
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