Jahrgang 2013: kleinere Menge, gute Qualität

Die Schweizer Winzer rechnen mit einem guten Jahrgang 2013. Wegen des ungünstigen Wetters dürfte der Ertrag allerdings geringer sein.

Das nasskalte Wetter bis in den Juni dieses Jahres hat den Winzern in der Schweiz zu schaffen gemacht. In der Westschweiz, besonders in den Kantonen Waadt und Neuenburg, gab es grosse Hagelschäden an den Rebbergen. Auch die Bielersee-Region wurde von Unwettern getroffen. Im Wallis, dem grössten Weinberg der Schweiz, hat die Ernte aufgrund des Wetter heuer zwei Wochen später begonnen. Nichts desto trotz: Die Befürchtungen einer schlechten Ernte haben sich nicht bestätigt.

Die Reife seiner Trauben sei gut vorangeschritten, und sie seien gesund, sagt Erich Meier. Er ist Winzer aus Uetikon im Kanton Zürich. Die Winzer am Zürichsee rechnen mit 15 bis 20 Prozent weniger Ertrag als üblich. Es gebe keinen Grund zur Klage, sagt Erich Meier weiter. In der wichtigen Phase der Blütezeit sei das Wetter gut gewesen.

Gesund und fruchtig

Im Wallis rechnet der zuständige Staatsrat Jean-Michel Cina bei gewissen Rebsorten mit 15 Prozent Einbussen. Stärker betroffen sei der Pinot Noir. Bei dieser Sorte müssten die Winzer Einbussen von bis zu 30 Prozent verkraften. Vor allem die Regionen Siders und Salgesch seien betroffen. Dagegen sei aber davon auszugehen, dass die Qualität des Weins gut sei. Die Trauben seien gesund und fruchtig. Bei den weissen Traubensorten gebe es praktisch keinen Verlust, sagt Jean-Michel Cina weiter.

Sensible Trauben – robuste Trauben

Schlechter bestellt ist es um den Wein der Winzer am Bielersee. Der Hagel im Juni hat bei manchen Winzern 100 Prozent der Rebstöcke zerstört. Weinbauer Charles Steiner ist einer davon. Seine Weinstöcke in Ligerz wurden vollständig vernichtet. Steiner geht davon aus, dass er dieses Jahr nur 25 Prozent seiner normalen Ernte machen wird. Er habe aber noch weitere Parzellen an anderen Orten. Dort sei nicht die gesamte Ernte verloren. Neben der Lage sei auch die Traubensorte entscheidend für das Überleben der kostbaren Frucht. So seien die Trauben der Sorte Chasselas besonders empfindlich, während jene der Sorte Pinot Noir durch ihre stärkeren, dichteren Blätter resistenter gegen Hagel seien.

Fazit: Je nach Region sind die Trauben-Ernteausfälle in diesem Jahr beträchtlich. Der Qualität des Weines konnte das miese Juni-Wetter aber nichts anhaben.

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