Jubel über Schweizer Spende gegen giftiges Quecksilber

Die UNO will den Einsatz des hochgiftigen Schwermetalls Quecksilber in Produkten reduzieren. Im japanischen Kumamoto hat die Gemeinschaft eine Konvention verabschiedet. Dereinst soll Quecksilber verboten sein. Auch die Schweiz beteiligt sich mit acht Millionen Franken – und erntet dafür Applaus.

Eine UNO-Konvention will den weltweiten Ausstoss von hochgiftigem Quecksilber eindämmen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am Donnerstag im japanischen Kumamoto verabschiedet.

«Historischer Tag» für die Schweiz

Umweltministerin Doris Leuthard war vor Ort und unterzeichnete das Abkommen für die Schweiz. «Heute ist ein wichtiger, historischer Tag, auch für den Multilateralismus», sagte sie vor den Konferenzteilnehmern. Für die Schweiz habe die globale Quecksilber-Regulierung seit langer Zeit ganz oben auf der Prioritätenliste gestanden. Die Schweiz werde deshalb die Umsetzung der sogenannten Minamata-Konvention mit 7,5 Millionen Franken unterstützen, erklärte Leuthard weiter.

«Diese Ankündigung wurde vom Plenum mit grossem Beifall beklatscht», sagte Dominique Bugnon, Mediensprecher des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Das Land wolle mit seinem Beitrag insbesondere die Bedingungen im Goldkleinbergbau verbessern, teilte das UVEK mit. Der Goldkleinbergbau gelte nämlich weltweit als Hauptursache für den schädlichen Quecksilberausstoss.

Schweiz steuert fast 8 Millionen Franken bei

Von den 7,5 Millionen Franken gehen unter anderem 1,5 Millionen an die rasche Umsetzung des Minamata-Abkommens.

Mit drei Millionen wird die «Better Gold Initiative» unterstützt. Diese setzt sich für umwelt- und sozialverträglichen Goldkleinbergbau in Ländern des Südens ein.

Ausserdem sollen drei Millionen an Projekte der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) fliessen. Der Bund will mit dem Geld bessere Lebensbedingungen für Bevölkerungsgruppen schaffen, die im Bergbau in Südamerika und Zentralasien tätig sind.

Auch Produktion soll eingedämmt werden

Zum Einsatz kommt Quecksilber, wenn Produkte wie Batterien oder Kosmetika hergestellt werden. Gemäss der Konvention soll das Schwermetall generell weniger verwendet werden.

So ist es ab 2020 grundsätzlich verboten, quecksilberhaltige Batterien und Kosmetika, sowie Thermometer und bestimmte Leuchtmittel zu produzieren oder zu verkaufen. Zudem dürfen Abfälle des hochgiftigen Schwermetalls nur unter strengen Auflagen gelagert und entsorgt werden.

UNO-Konvention

Die Konvention tritt mit der Ratifizierung durch den 50. Vertragsstaat in Kraft. Dieser Prozess dürfte laut Vertretern des UNO-Umweltprogramms (UNEP) schätzungsweise drei bis fünf Jahre dauern.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • «Bio-Quecksilber» für die Goldgewinnung

    Aus Einstein vom 10.10.2013

    Eine der wichtigsten Quellen für Quecksilberverunreinigungen in der Umwelt sind kleine Goldminen, denn das Schwermetall hilft, Gold aus dem Erz zu lösen. Trotzdem wurde der Goldkleinbergbau von der Konvention ausgeklammert. Der Grund: Millionen von kleinen Goldschürfern hätten kein anderes Lösemittel. Doch im kolumbianischen Regenwald nutzen Einheimische seit Jahrhunderten den Saft einer besonderen Pflanze, um das Gold fördern. Ihr „Bio-Quecksilber“ hat das Potenzial, eines der grossen ungelösten Umweltprobleme einzudämmen.

    Mehr zum Thema

  • Bann für Quecksilber

    Aus Einstein vom 10.10.2013

    Quecksilber ist hochgiftig und nicht abbaubar. Jedes Jahr gelangen rund 2000 Tonnen in die Umwelt. Eine von der Schweiz angeregte Konvention soll das ändern. Nach jahrelangem diplomatischem Ringen liegen die Verträge nun vor. Für die Unterzeichnerstaaten gelten ein Förderverbot und strenge Regulierungen bei der Verwendung von vorhandenem Quecksilber. Viele quecksilberhaltige Produkte sollen verboten werden.

  • Schweizer Spende für Quecksilber-Konvention

    Aus Tagesschau vom 10.10.2013

    Eine UNO-Konvention will den weltweiten Ausstoss von hochgiftigem Quecksilber eindämmen. Die sogenannte Minamata-Konvention wurde am Donnerstag in Japan unterzeichnet. Die Schweiz beteiligt sich finanziell und erntet dafür Applaus.