Jugendliche haben ihr Budget im Griff

Schweizer Jugendliche gehen sparsam mit Geld um. Am liebsten investieren sie in eine gute Zeit mit Freunden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie.

zwei Beine mit Stiefeln und einkaufstasche

Bildlegende: Jugendliche beim Shoppen: Sie können mit ihrem Geld umgehen. Keystone

Von Jugendlichen in der Schuldenfalle hört man immer wieder, von Teenagern, die ihr Konto plündern, von der «Generation minus». Zu einem ganz anderen Schluss kommt nun aber die Jacobs Foundation. In ihrer Studie «Juvenir» zeichnet sie ein Bild einer sparsamen Schweizer Jugend, die ihr Budget stets im Griff hat.

So gaben 79 Prozent der befragten Jugendlichen im Alter von 15 bis 21 Jahren an, genug Geld zu haben. Lediglich 6 Prozent müssen sich manchmal gegen Monatsende Geld leihen, um über die Runden zu kommen.

Teurer öffentlicher Verkehr

An der repräsentativen Studie beteiligten sich 1020 Jugendliche und junge Erwachsene aus den drei grossen Sprachregionen der Schweiz. 86 Prozent von ihnen empfinden die Miete für die eigene Wohnung als zu hoch. Die Mobilität, vor allem der öffentliche Verkehr, wird von 82 Prozent als zu teuer empfunden.

Für gut drei Viertel der Jugendlichen wird der Spass am Ausgang geschmälert, weil sie die Eintrittspreise für Clubs und Konzerte für zu hoch halten und Getränke und Essen zu teuer finden.

76 Prozent gaben an, sie hätten praktisch noch nie auf etwas verzichten müssen. Materielles sei ihnen aber auch weniger wichtig als immaterielle Werte. 72 Prozent investieren ihr Geld lieber in eine gute Zeit mit Freunden als in teure Dinge.

Mussten Sie wegen Geldmangel schon mal auf den Ausgang verzichten?

Die Jugendlichen hätten ein ausgeprägtes Bewusstsein für nachhaltigen Konsum, heisst es in der Studie, sie seien aber zurückhaltend in der Umsetzung. Obwohl drei Viertel der Jugendlichen glauben, dass sie mit nachhaltigem Einkaufsverhalten die Produktionsbedingungen verbessern könnten, kauft nur jeder sechste Jugendliche konsequent fair hergestellte Produkte. Im Tessin sind es 24 Prozent, in der Romandie 18 Prozent und in der Deutschschweiz 16 Prozent.

Erst rechnen, dann kaufen

Glaubt man den Angaben zur Sparsamkeit, dürfte die Verschuldung der Schweizer Jugend kein allzu grosses Problem sein. 95 Prozent der Jugendlichen geben an, gelegentlich zu sparen. 83 Prozent gelingt dies sogar regelmässig.

Ihren verantwortungsvollen Umgang mit Geld beweisen sie gemäss der Studie damit, dass sie ihr Geld über den Monat hinweg einteilen und zuerst nachrechnen, bevor sie sich teure Dinge leisten (85 Prozent) oder preisbewusst einkaufen (73 Prozent).

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Eltern stehen in der Verantwortung

    Aus Tagesschau vom 9.12.2013

    Jugendliche, in deren Elternhaus über finanzielle Fragen gesprochen wird, tappen seltener in die Schuldenfalle. Zu diesem Schluss kommt eine breit abgestützte Studie, die herausfinden wollte, wo Schuldenprävention am meisten wirkt.

  • Junge Menschen in der Schuldenfalle

    Aus Tagesschau vom 11.1.2013

    Vorwiegend junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren sind gefährdet, in die Schuldenfalle zu geraten. Bei ihnen ist das Risiko fast doppelt so hoch wie beim Rest der Bevölkerung. Viele übernehmen sich finanziell beim Shopping per Kreditkarte am Computer.