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Schweiz Jugendverbände: Freiraum statt Verbote

Risiken und Herausforderungen gehören zum Leben und nur wer Risiken eingehe, könne auch Risikokompetenz erwerben. Deshalb sollte Heranwachsenden mehr Spielraum gegeben werden, um den kompetenten Umgang mit Unwägbarkeiten zu erlernen, fordert die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände.

Junge Menschen heben Abstimmungskarten.
Legende: Klare Mehrheit für mehr Freiräume bei der Jugend-Delegiertenkonferenz in Bern. Keystone

Mehr Freiraum statt Verbote für Jugendliche hat am Samstag in Bern die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) an ihrer Delegiertenversammlung gefordert.

Kinder und Jugendlichen soll auch die Freiheit gewährt werden, Risiken einzugehen, verlangen sie. Risiken und Herausforderungen gehörten zum Leben und nur wer Risiken eingehe, könne auch Risikokompetenz erwerben, argumentierte der SAJV.

Erziehung zur Risikokompetenz

Heranwachsenden solle das Erleben und Erfahren von Risiken erlaubt werden, denn dies fördere ihre Entwicklung zu selbständigen Individuen und verantwortungsvollen Bürgerinnen und Bürgern. Das Erleben von Risiko und das Sammeln von Erfahrungen sei ein Recht von Kindern und Jugendlichen und ein wesentlicher Bestandteil der Freiheit in der Gesellschaft.

Da Kinder und Jugendliche jedoch überdurchschnittlich viele Risiken eingingen, sei zugleich zentral, dass sie erlernten, Risiken einzuschätzen und mit diesen umzugehen. Risikokompetente Menschen seien besser gegen Gefahren gefeit, wie etwa ein Abdriften in Sucht oder Kriminalität.

Verbote helfen kaum

In der öffentlichen und politischen Diskussion werde Risiko jedoch vor allem negativ beurteilt. «In Sicherheitsfragen erhalten Verbote als Instrumente im Umgang mit Jugendlichen immer mehr Gewicht», kritisieren die Jugendverbände. Doch aus Sicht des SAJV sind Verbote kein gangbarer Weg. Zu viele Grenzen führten dazu, dass man das tue, was getan werden dürfe oder umgekehrt, dass man alles tue, was nicht ausdrücklich verboten sei.

Kindern und Jugendlichen sollten Risiken nicht untersagt werden, sondern ihnen solle «der kompetente Umgang mit Risiken beigebracht werden». Dazu gehörten die Einhaltung gewisser Sicherheitsstandards sowie die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit von Kindern und Jugendlichen.

18 Kommentare

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  • Kommentar von Elio Haller, Bern
    Weshalb fordern eigentlich Jugendliche immerzu Dies und Das, ohne selber schon etwas geleistet zu haben. Weshalb soll die Allgemeinheit dafür bezahlen, dass es Mode geworden ist, die eigenen Wünsche ins Unermessliche zu steigern. Die lieber Kleinen sollen sich doch ihre Freiräume erst mal verdienen!
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  • Kommentar von Nico Basler, Basel
    In auf Freiwilligenarbeit aufgebauten Jugendorganisationen wie z.B. den Pfadi lernen Kinder und Jugendliche stufengerecht Risikoeinschätzung, Verantwortung und Sozialkompetenz. Was machen unsere politischen Nullnummern in Bern - sie kürzen die J&S-Beiträge und jammern dann über die Jugend. Das sind doch einfach verantwortungslose Politbanausen.
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  • Kommentar von Marlies Artho, Schmerikon
    Da wäre z.B. Jungwacht und Pfadfinder,Sport eine Möglichkeit sich in einer Gemeinschaft kreativ und auch mit Abendteuer verbunden zu engagieren.Nur will man dort nicht fördern,sondern sparen bei den Beiträgen.Genau in diesem Bereich,gibt es viele Jugendliche,die Selbstlos und Freiwillig in solchen Vereinen mithelfen.Freiraum ist das eine,aber dann die Eigenverantwortung wahrnehmen, z.B. bei Sachbeschädigung, die Sachschäden wieder in Ordnung bringen, damit man spürt was man angerichtet hat.
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