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Jung- vs. Mutterpartei «Unbequeme» Jungpolitiker sind eine Chance

Die jungen Wilden folgen oft ihrem Herzen und politisieren auch mal anders als ihre Mutterpartei. Besteht ein Generationenkonflikt?

Legende: Video Die Jungen Wilden abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.02.2019.

Die von den Jungen Grünen lancierte Zersiedelungs-Initiative ist vom Stimmvolk zwar deutlich abgelehnt worden, doch die Jungpolitiker verschafften sich mit dem Anliegen Gehör und hievten das Thema Raumplanung auf das nationale Polit-Parkett.

Nicht immer dieselben Ziele

Mit der Zersiedelungs-Initiative verfolgten die Jungen Grünen ihre eigene Agenda, sie pushten die Initiative praktisch im Alleingang. Die Mutterpartei hätte die Thematik so wohl nicht angestossen. Dennoch sei die Zusammenarbeit gut gewesen, hält Luzian Franzini, Co-Präsident der Jungen Grünen, fest. Die Vision für die Schweiz sei ja dieselbe.

Wenn man junge Menschen begeistern will, ist es wichtig dem Herzen zu folgen.
Autor: Luzian FranziniCo-Präsident Junge Grüne

«Wenn man wirklich eine eigenständige Partei sein will, dann muss man auch eigene Projekte verfolgen, die unabhängig sind von der Mutterpartei», erklärt Franzini. Man könne Themen bearbeiten, die einem am Herzen liegen. «Wenn man junge Menschen begeistern will, ist es wichtig dem Herzen zu folgen.»

Diese ‹unbequeme› Generation (...) wird die Erwachsenen, die heute an der Macht sind, neu herausfordern. Das ist ein Kennzeichen einer neu politisierenden Generation.
Autor: Lukas GolderPolitikwissenschafter gfs.bern

Mit ihrer Politik bringen die Jungen Wilden die etablierten Parteien zuweilen unter Zugzwang. Politologe Lukas Golder vom Institut gfs.bern erklärt: «Diese ‹unbequeme› Generation wird ihre Forderungen dann bringen, wenn sie es für nötig erachtet. Sie wird dann für das Klima streiken, wenn sie es für wichtig erachtet. Und sie wird die Erwachsenen, die heute an der Macht sind, neu herausfordern. Das ist ein Kennzeichen einer neu politisierenden Generation.»

In neuen Medien gut positioniert

Die Jungen seien etwas radikaler und stellten auch mal Forderungen, die vom Timing her nicht optimal seien – aber das gelte es auszuhalten. Dieses Unbequeme sei auch immer eine Chance, meint Golder.

Gerade in den neuen Medien spielen junge Menschen sehr erfolgreich. «Diese neue Generation ist mit dem Handy in der Hand aufgewachsen, sie ist es sich gewohnt bildlich darzustellen. Die neuen Medien, beispielsweise Instagram, sind Alltag. Sie stellen sich super dar, sind Influencer», so Golder. Sie erzielten eine starke Wirkung in den neuen Medien.

Mit der Initiative zur Zersiedelung erlitten die Jungen Grünen zwar Schiffbruch. Gefeiert haben sie nach der Abstimmung trotzdem. Denn sie haben mobilisiert und damit wohl auch der Mutterpartei zu Stimmen verholfen.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Grossrieder (View)
    Gute Initiativen sind gefragt; aber auch Erfahrung und Reife. Letzters kommt nicht immer nur aus dem Handy. Eine gewisse Arbeits- und Lebenserfahrung sollte vorhanden sein um Initiativen zu fordern. Allenfalls es in der und naechsten Generation nicht mehr nur Rechts gegen Links, sondern auch um Jung gegen Erwachsen in der politischen Szene gehen wird. Was demokratisch nicht falsch ist, aber sich frustrierend auswirken koennte; in einem Umfeld grosser Denkunterschiede zwischen Jung, Alt, F&M.
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  • Kommentar von Thomas Steiner (Tom Stone)
    Ich bin heute das, was ich vor Jahrzehnten "bekämpft" habe. Aber der Kampf war gut und man lernt auch dazu. Jede Generation hat ihre Sträusse auszufechten mit den "Alten". Beginnt in der Pubertät und geht via Auszug weiter, bis man selber in der Verantwortung steckt. Und das ist auch gut so.
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  • Kommentar von Thomas Heimberg (tomfly)
    Tja vor vielen Jahrzehnten war ich auch mal jung und "Weltverbesserer". Aber sobald man älter wird, werden die "jungen" Ideologien nicht immer, aber oft schnell vergessen, vor allem wenn man dann merkt, dass das Geld nicht mehr von Mutti und Papi kommt und es die eigene Bequemlichkeit und den Komfort betrifft. In diesem Sinn sind die jungen wilden nichts Neues, gab's schon immer.
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