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Schweiz Junge Straftäter werden häufiger rückfällig

Je jünger jemand ist, wenn er erstmals straffällig wird, um so eher kommt er wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Auch Betäubungsmitteldelikte erhöhen das Rückfallrisiko. Und Strassenverkehrssünder sind häufig Wiederholungstäter.

Legende: Video Neue Strafstatistik zeigt Rückfallquote abspielen. Laufzeit 00:53 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.11.2015.

Rund 38 Prozent einer Gruppe von Erwachsenen – in der Schweiz geboren, mit Jahrgang 1966 – die einmal verurteilt worden waren, wurden langfristig ein zweites Mal straffällig. Das zeigt eine Studie des Bundesamts für Statistik, welche die kriminelle Laufbahn von Schweizerinnen und Schweizern über 30 Jahre hinweg verfolgte (ab ihrer Volljährigkeit 1984).

Legende:
Rückfallquote Anzahl Rückfälle von bereits verurteilten Schweizerinnen und Schweizern. BFS

Wer von diesen Personen schon zweimal verurteilt war, hatte ein nochmals deutlich höheres Rückfallrisiko: Bei mehr als der Hälfte (51 Prozent) der Rückfälligen kam es gar zu einer dritten Verurteilung.

Die Langzeiterhebung zeigt folgende Risikofaktoren für eine weitere Verurteilung nach einer begangenen Straftat:

  • Vorstrafen: Sie erhöhen das Risiko, nochmals straffällig zu werden
  • Alter: Je jünger diese Personen bei ihrer ersten Straftat waren, desto höher die Rückfallrate
  • Art des Delikts: Handel mit Betäubungsmitteln erhöht die Rückfallwahrscheinlichkeit

Bei den Personen, die ihre erste Straftat im Alter von 18 Jahren begingen, betrug die Rate des ersten Rückfalls 49 Prozent und jene des zweiten 57 Prozent. Wurden die Personen im Alter von 22 Jahren erstmals straffällig, sinkt die Rückfallrate auf 33 bzw. 43 Prozent.

Legende:
Alter Je jünger die Personen bei ihrer ersten Verurteilung waren, desto eher wurden sie rückfällig. BFS

Wer zu Beginn seiner kriminellen Laufbahn gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen hatte, wurde eher wieder rückfällig (mit 52 Prozent ein erstes und mit 61 Prozent ein zweites Mal). Dies verglichen mit jenen Personen, deren Erstverurteilung eine Straftat gegen das Strafgesetz (39 bzw. 54 Prozent) oder das Strassenverkehrsgesetz betroffen hatte (38 bzw. 48 Prozent).

Strassenverkehrsdelikte provozieren neue

Betraf der erste Gesetzesverstoss den Strassenverkehr, so kamen die Verurteilten häufiger von solchen Straftaten nicht mehr los: Drei von vier Rückfällen ereigneten sich erneut in diesem Bereich.

Legende:
Art der Delikte Die Art des Deliktes beeinflusste die Rückfallquote.

Bei einer ersten Verurteilung aufgrund eines Vergehens oder Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz zeigte sich dagegen bei den nachfolgend begangenen Straftaten ein sehr unterschiedliches Tatverhalten. Nur gut jeder dritte Rückfall betraf erneut ein Betäubungsmitteldelikt.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Ramon Gfeller (Tachy0n)
    Als Autofahrer im Strassenverkehr deliktfrei zu bleiben ist heute auch eine Kunst!
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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pur l'art)
    Es hat da im Schweizerischem Jugensstrafvollzug noch ganz andere Baustellen ... Nur ein exemplarisches Beispiel: Im Kanton ZH stand ein Straftäter, der seine Tat mit 16 Jahren begangen hatte, dafür erst mit 21 Jahren vor dem Richter ... das war kein Einzelfall, die NZZ berichtete kurz darauf von einem weiteren ... ... Bei so etwas, stehen einem die Haare zu Berge!
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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Viel relevanter wäre doch zu untersuchen, inwiefern der Migrationshintergrund die Erst- und Folgestraffälligkeit beeinflusst. Diese Frage will man wohl bewusst (öffentlich) nicht beantworten, weil die Antwort zu schockierend sein würde.
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