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Reform der Altersvorsorge Jungrentner starten durch

Der eine arbeitet ehrenamtlich in einer Schreinerei, die andere beginnt im Alter mit Gesangs- und Klavierunterricht. Immer mehr Jungrentner sind nach der Pension noch fit und wollen arbeiten oder sich selbst verwirklichen. Nach der Pension fängt für viele das Leben erst richtig an.

Legende: Video Die jungen Alten abspielen. Laufzeit 04:32 Minuten.
Aus 10vor10 vom 27.02.2017.

In der Frühlingsession dominiert die Diskussion über die Reform der Altersvorsorge. Hintergrund ist die Tatsache, dass es in der Schweiz immer mehr ältere Leute gibt. Die Gruppe der sogenannten Jungrentner wächst in Zukunft am schnellsten. Ihr gehören Leute zwischen 65 und 84 Jahren an. Es reicht nicht, nur auf die Kostenseite zu schauen. Die Jungrentner sind fit und arbeiten immer länger. Für die Gesellschaft birgt die Gruppe der rüstigen Jungrentner grosses Potenzial.

Im Alter dazulernen

Spielt der Körper mit, liegt auch handwerkliche Arbeit drin. Ein Beispiel ist der Pensionierte Hans Fellmann. Bis vor kurzem arbeitete er als selbständiger Elektroingenieur und war politisch aktiv. Nun steckt er seine Energie in ehrenamtliche Arbeit in einer Schreinerei der Furka Dampfbahn. Er selbst könne von der Arbeit auch profitieren: «Meine Kollegen hier kommen vom Holzfachwerk. Da kann ich viel lehren für zu Hause in meiner eigenen Werkstatt.»

Das Motto von Fellmann laute: wer rastet, der rostet. Und die Gesellschaft profitiert von den zehntausenden Rentnern, die ehrenamtlich arbeiten oder die Enkelkinder hüten. Nicht alle Jungrentner finden ihre Erfüllung aber in der ehrenamtlichen Arbeit. Andere nutzen ihre neue freie Zeit um alten Kindheitsträumen endlich nachzukommen und sich selbst zu verwirklichen.

Problem Altersguillotine

Neue Modelle müssen hin. Das ist für Unternehmensberaterin Monique R. Siegel klar. Sie selbst hat mit 65 studiert und baut heute mit 78 Jahren eine Denkfabrik auf. Für sie liegt das Problem in den Altersvorgaben: «Jetzt haben wir diese 65-Jahre-Altersguillotine. Wir haben Nobelpreisträger, die an Universitäten nicht mehr angestellt werden können weil mit 65 oder 68 Schluss ist.» Die Gesellschaft täte gut daran, diese Ressourcen nochmals anzuzapfen und zu nutzen.

Mit Musik durchs Alter

Kindheitsträume verwirklichen, das kostet häufig auch etwas: Im Fall von Margret Waldherr monatlich 1000 Franken. Die ehemalige Lehrerin und Logopädin nimmt Gesangs- und Klavierunterricht. Margret Waldherr verzichtet auf einiges, weil ihr die Musik so wichtig ist: «Ich schränke mich sonst ein, was die finanziellen Ausgaben angeht.» Sie ist nicht die einzige, welche nach der Pensionierung der Musik nachgeht. In der Musikschule Pro Musicante wächst die Nachfrage der Senioren.

In der silbernen Generation steckt so manches Potenzial für die Gesellschaft. Positiver Nebeneffekt vom Gebrauchtsein, sind zufriedene Rentner, die gerne etwas zurückgeben wollen. Und so lange die Gesundheit mitspielt, steht Selbstverwirklichung oder Ehrenamt nichts im Weg.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Da muss man die Komponente der Freiwilligkeit stark mit einberechnen. Würden dieselben Personen dem Arbeitszwang unterstehen, wären sie wohl zu einer Vollzeittätigkeit nicht so motiviert. Zumal die Entlöhnung wahrscheinlich viel niedriger wäre, als dass sie dran gewöhnt sind. Das sind schon 2 starke Einflussfaktoren auf die Leistungsfähigkeit. Dann ist im Alter das Risiko von körperlichen Beschwerden höher - den Chrampf in der immer raueren Arbeitswelt müssen sie sich nicht mehr antun.
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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Daraus aber einen Zwang zum länger arbeiten müssen abzuleiten wäre verheerend. Es gibt auch viel Rentner die körperliche Beschwerden nach Jahrzehnte langer harter Arbeit haben. Das Rentenalter sollte auf 60 gesenkt werden, die AHV massiv erhöht, aber gleichzeitig das Stellenangebot nicht altersbezogen, sondern fähigkeitsbezogen ausgelegt werden. Die wenigsten 65 finden heute doch noch einen Job, schon ab 50 stellt einen ohne Vitamin B doch niemand mehr ein.
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    1. Antwort von Niklaus Bächler («Ist ein Gutmensch etwas Schlechtes»?)
      Das wäre wohl der Supergau auch für dieVorsorgeeinrichtungen.Fakt ist,die Menschen in unserem Land werden immer älter & vitaler.Statt das Rentenalter zu senken,sollten wir gemeinsam mit der Wirtschaft wieder auf die erfahrenen,älteren Menschen setzen.In meinem Betrieb baue ich auch auf die älteren Arbeitnehmer.Sie sind erfahren,zuverlässig &hoch kompetent.Wir müssen den Menschen > 50 wieder Vertrauen schenken & auch sie müssen sich auf längere Arbeitszeiten einstellen,was nicht schlecht ist!
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  • Kommentar von Niklaus Bächler («Ist ein Gutmensch etwas Schlechtes»?)
    MIr sind initiative Rentner viel lieber, als Gelangweilte, welche hier den ganzen Tag über unser Land, ihre Politiker und die Gutmenschen schimpfen und dabei alles nieder reissen wollen.
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    1. Antwort von Hans Wettstein (Hans W)
      Ziemlich Alters-Diskriminierender Kommentar für einen Gutmenschen!?! Und Ja, ein Gutmensch kann schlecht sein...alle Extreme sind schlecht für eine Gesellschaft, sowohl der Nazi als auch sein diametrales Gegenüber.
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    2. Antwort von Niklaus Bächler («Ist ein Gutmensch etwas Schlechtes»?)
      Wenn ich hier sehe, was sich in diesem Forum abspielt ist meine Analyse so falsch nicht. P.S., Schauen sie sich den Bericht der Rundschau über die Wutbürger an, dann verstehen sie was ich meine...Gruss nach London
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