Spielregeln von UBS und CS Kameras müssen draussen bleiben

Die Konzernchefs von UBS und Credit Suisse wollen selber bestimmen, wann und wo sie fotografiert werden. Deshalb sind Agenturfotografen an offiziellen Medienkonferenzen nicht mehr erwünscht. So nicht, sagt die Bildagentur Keystone.

Zwischen den Schweizer Grossbanken und den Pressefotografen herrscht derzeit dicke Luft. Denn die CS und die UBS verbieten es den Fotografen, während den offiziellen Medienkonferenzen Bilder zu machen.

Bild der Keystone-Mitteilung an ihre Kunden.

Bildlegende: Mitteilung von Keystone

Erlaubt ist das Fotografieren neu nur noch davor oder danach, ein paar Minuten lang. Es störe die Veranstaltung und stifte Unruhe, wenn sich die Fotografen im Raum bewegten, begründet die CS den Schritt. Das wiederum lassen sich die Pressefotografen von Reuters und Keystone nicht bieten.

Sie verzichten auf den Besuch der Konferenzen der Grossbanken. «Die restriktive Bedingungen verunmöglichen eine freie und umfassende Berichterstattung», schrieb die Fotoagentur Keystone gestern in einer Mitteilung an ihre Kunden, und nahm die Medienkonferenz der CS vom Programm.

Bankenchefs besonders empfindlich?

Ob Fotografen tatsächlich ein Störfaktor seien, sei subjektiv, sagt Tomas Kadlcik, Leiter der Fotoagentur Keystone: «Das hängt natürlich von der Empfindlichkeit der Leute ab, die an der Medienkonferenz auftreten.» Und er versichert: «Unsere Fotografen haben bei Beerdigungen, an Kulturveranstaltungen und an unzähligen Bilanzmedienkonferenzen fotografiert, und sie haben in der Regel nicht gestört.»

Die Fotografen hätten bei der gestrigen CS-Medienkonferenz lediglich im Vorfeld einige Bilder machen dürfen – und dann gehen sollen, so Kadlcik. «Unter freier Berichterstattung verstehe ich etwas anderes.» Vom eigentlichen Event, der Präsentation der Jahreszahlen, seien seine Mitarbeiter ausgeschlossen worden.

Kein Boykottaufruf gegen die Spielregeln

Die Ankündigung, die Bedingungen der beiden Grossbanken nicht mehr zu akzeptieren, will Keystone nicht als Boykott verstanden wissen. «Sie laden ein und setzen die Spielregeln fest. Das sei ihnen unbenommen. Aber wir als freie Presse entscheiden, ob wir uns auf dieses Spiel einlassen wollen.» Es könne durchaus sein, dass Keystone nächstes Jahr auf den Entscheid zurückkomme.

Die CS wollte sich auf Anfrage von Radio SRF nicht zu den Vorwürfen äussern.