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Kampf den Gesundheitskosten Ambulant statt stationär – so einfach ist Sparen nicht

Ab 2018 gelten in vier Kantonen verbindliche Listen, welche Operationen nur noch ambulant durchgeführt werden dürfen. Auch der Bund zieht jetzt nach und plant eine solche Liste auf 2019. Doch gehen die Sparpläne wirklich auf?

Legende: Video Kantone kämpfen gegen Gesundheitskosten abspielen. Laufzeit 03:42 Minuten.
Aus 10vor10 vom 14.11.2017.

Jedes Jahr dasselbe Bild: Die Gesundheitskosten steigen. Ein Grund dafür sind die teuren Behandlungskosten in den Spitälern. Vier Kantone schreiten nun voran und führen neu sogenannte 13er-Listen, die den Spitälern vorschreiben, welche Eingriffe nur noch ambulant durchgeführt werden dürfen – ausser es sprechen gewichtige Gründe dagegen. Damit hofft der Kanton Zürich, gut 10 Millionen Franken jährlich zu sparen.

Der Bund will kleinere Liste

Wie die Sendung «10vor10» berichtet, hat der Bund bis vor ein paar Tagen eine Konsultation durchgeführt, um ebenfalls eine solche Liste einzuführen. «Sie soll schweizweit gelten und damit alle Patientinnen und Patienten gleichstellen», sagt das Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Die Bundesliste, die «10vor10» vorliegt, sieht nur sechs Eingriffs-Kategorien von Operationen vor, die ambulant durchgeführt werden müssen: Krampfadern, Hämorrhoiden, Leistenbruch, Gebärmutter-Ausschabung, Knie-Arthroskopie und Mandel-Operationen. Gelten soll das ab 2019. Ob damit die Kantonslisten überflüssig werden, ist noch nicht klar.

Mengenausweitung statt Kostensenkung?

Gesundheits-Ökonomen befürchten jedoch, dass eine Verlagerung der Operationen hin zu ambulant nicht reicht. Tilman Slembeck von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) Zürich glaubt, dass die Spitäler die wegfallenden Einnahmen einfach durch mehr Eingriffe kompensieren werden. Diese werden im Übrigen auch noch von privaten ambulanten Arztpraxen angeboten. Eingesparte Spital-Betten würden nicht geschlossen, sondern weiterbetrieben. Das alles würde allfällige Kosten-Ersparnisse wieder wegfressen.

Auch bleibt der Anreiz der Spitäler, stationär statt ambulant zu operieren bestehen, solange die Tarife für stationär insgesamt höher bleiben als für ambulant Eingriffe. Das sei ein grundsätzlicheres Problem, das mit den Listen nicht angegangen werde, glaubt der Spitaldirektor des Kantonsspitals Winterthur, Rolf Zehnder. Denn die Entschädigung für ambulant sei im Moment für die Spitäler nicht kostendeckend.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Wer betreut nachher die Patienten zu Hause? Bei Alleinstehenden oder bei älteren Menschen wo ein Ehepartner nicht mehr schwerere Last heben können? Schliesst die Krankenkassen der SUVA an , wer eine Zusatzversicherung möchte kann es weiterhin über eine Versicherung tun. So kann es einfach nicht weiter gehen.
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  • Kommentar von Benjamin Perez (Adelante)
    Der Kanton zahlt die stationären Behandlungen mit, nicht so bei den ambulanten. Am Schluss wird es für Krankenkassen teurer! Dort liegt der Hase im Pfeffer.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Dann kommt doch der Verdacht auf,man will die Kantone entlasten, damit sie mehr Sozialabgaben für andere Dinge zahlen können. Für KK Prämien also keine Entlastung.
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Auf jeden Fall war das Beispiel interessant, wo die Krankenkasse ambulant mehr bezahlt als stationär. Eine vernünftige Lösung für SINKENDE Prämien bzw. Kosten ist nicht in Sicht. Dazu gehört natürlich auch, dass heutzutage mehr und mehr von der Grundversicherung bezalt werden soll. Irgendwann können wir uns dieses Krankheitswesen nicht mehr leisten.
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