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Lastwagen als Giftschleudern Kampf gegen Abgasbetrüger: SVP-Nationalrat stützt Grüne

Legende: Audio AdBlue-Betrügern soll es an den Kragen gehen abspielen.
1:03 min, aus HeuteMorgen vom 03.03.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ohne den Zusatzstoff AdBlue wird der Ausstoss von giftigen Stickoxiden durch Lastwagen nicht reduziert. Auf diese Weise sparen Transportunternehmen bis zu 2000 Franken pro Fahrzeug jährlich.
  • Bisher sind bei Kontrollen tatsächlich nur manipulierte Lastwagen aus dem Ausland aufgeflogen.
  • Die Grüne Regula Rytz reichte darum gestern eine Motion ein. Sie fordert unter anderem mehr Kontrollen auf Schweizer Strassen. Unterstützt wird sie dabei von SVP-Mann Ulrich Giezendanner.
Regula Rytz
Legende: Die Grüne Nationalrätin Rytz hat die Motion für den Kampf gegen AdBlue-Betrüger eingereicht. Keystone

In der Wandelhalle des Bundeshauses sitzen die Grüne Regula Rytz und SVP-Mann Ulrich Giezendanner beisammen.

Rytz fordert vom Bundesrat, dass er gegen Tricksereien von Lastwagenfahrern vorgeht. Ihre Motion wird von Giezendanner unterstützt. «Das ist eine Möglichkeit, zusammenzuarbeiten, und das freut mich».

«Wir atmen beide die gleiche Luft», ergänzt Giezendanner. Doch er ist nicht etwa zum Umweltapostel geworden, sondern will gleich lange Spiesse für inländische und ausländische Transportunternehmen: «Es kann nicht sein, dass der Schweizer derart viel investiert. Und dass die anderen dann unsere Transporte mit günstigen LKWs machen.»

Der Profit der Betrüger

Bisher sind tatsächlich nur manipulierte Lastwagen aus dem Ausland aufgeflogen. Sie waren ohne den Zusatzstoff AdBlue unterwegs, der den Ausstoss von giftigen Stickoxiden massiv reduziert. Ohne Adblue sparen die Transportunternehmen bis zu 2000 Franken pro Fahrzeug jährlich.

Rytz geht es in erster Linie um die Umwelt. Es sei wichtig, «dass die technischen Fortschritte jetzt beim Lastwagentransport auch wirklich den Menschen entlang der Transitstrecken zugute kommen, und nicht durch Betrugsmöglichkeiten verhindert werden.»

Giezendanner
Legende: Wir atmen die gleiche Luft. SVP-Mann Giezendanner unterstützt die Initiative von Rytz. Keystone

Mehr Kontrollen

Rytz reichte darum gestern eine Motion ein. Sie fordert mehr Kontrollen auf Schweizer Strassen, die Information ausländischer Chauffeure und ein Schwerverkehrszentrum im Tessin. Beim Kontrollzentrum Uri gingen in drei Wochen gerade mal 13 Lastwagen ins Netz – bei über 1000 kontrollierten.

Viel Lärm um nichts sei es trotzdem nicht, wie Giezendanner sagt: «Diese Kontrollen, die sprechen sich wahnsinnig schnell herum». Mehr Kontrollen würden den AdBlue-Betrug praktisch verunmöglichen.

Danach könnten sich Giezendanner und Rytz wieder anderen Themen zuwenden. «Und da bin ich dann mit Ulrich Giezendanner nicht immer der gleichen Meinung. Leider», sagt die Grüne Rytz.

Güterverkehr über die Alpen
Legende: Video Neuer Abgas-Skandal: Der grosse Bschiss bei den Lastwagen abspielen. Laufzeit 16:00 Minuten.
Aus Kassensturz vom 14.02.2017.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Weshalb ist der Bundesrat nicht sofort von sich aus aktiv geworden, als diese Betrügereien ans Tageslicht kamen? Da man ja kaum jeden LKW kontrolliert hat, dürfte es sich um weit mehr Fälle als die genannten handeln. Bedenklich, dass es eine Motion braucht, um den Bundesrat für sowas aus dem Winterschlaf zu wecken!
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    1. Antwort von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
      Ich gebe ihnen vollkommen recht, der Bundesrat versagt aber auch bei den grossen Kieswerken, da wird enorm viel Dreck in die Luft verschleudert. Sowie die bauern, welche ihre Maschinen nicht Normgemäss aufrüsten müssen. Was unternimmt die Regierung? Ausreden suchen.
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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Dass zur Umwelt Sorge getragen wird ist gut und recht. Leider sind viele «Umweltverbesserer» nur Heuchler/innen, d.h. "Wasser predigen und Wein trinken". Auf Europa bezogen wurden in den letzten Jahren Millionen von Einwanderer aus "warmen" Ländern" unter politischem Druck der links-grünen "Gutmenschen" aufgenommen. Diese Zuwanderer benötigen zunehmend den gleichen Luxus wie wir, d.h. Mobilität, Energie, sauberes Wasser und Luft, Kulturland, usw., - diese Rechnung wird nie aufgehen!
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    1. Antwort von A. Zuckermann (azu)
      Ihr Kommentar hat nichts mit dem Artikel zu tun. Ich glaube nicht das "Einwanderer" schuld sind am Abgas-Skandal. Und auch wir "Linken Gutmenschen Heuchler" sind nicht umbedingt in der Lastwagenlobby vertreten.
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  • Kommentar von Dave Gruen (Echt jetzt?)
    Herr Ducrey: Bleiben Sie mal auf dem Teppich. Kein Mensch will "den gesamten Alpenraum mit Windrädern zuspargeln, ganze Berghänge umpflügen". Auch Frau Rytz nicht. Abgasbetrug ist eine Sauerei und muss bekämpft werden. Und wenn zwei Politiker mit unterschiedlichen Ansichten sich einmal einig sind, nennt man das Sachpolitik und ist zu begrüssen.
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