Lastwagen als Giftschleudern Kampf gegen Abgasbetrüger: SVP-Nationalrat stützt Grüne

Das Wichtigste in Kürze

  • Ohne den Zusatzstoff AdBlue wird der Ausstoss von giftigen Stickoxiden durch Lastwagen nicht reduziert. Auf diese Weise sparen Transportunternehmen bis zu 2000 Franken pro Fahrzeug jährlich.
  • Bisher sind bei Kontrollen tatsächlich nur manipulierte Lastwagen aus dem Ausland aufgeflogen.
  • Die Grüne Regula Rytz reichte darum gestern eine Motion ein. Sie fordert unter anderem mehr Kontrollen auf Schweizer Strassen. Unterstützt wird sie dabei von SVP-Mann Ulrich Giezendanner.
Regula Rytz

Bildlegende: Die Grüne Nationalrätin Rytz hat die Motion für den Kampf gegen AdBlue-Betrüger eingereicht. Keystone

In der Wandelhalle des Bundeshauses sitzen die Grüne Regula Rytz und SVP-Mann Ulrich Giezendanner beisammen.

Rytz fordert vom Bundesrat, dass er gegen Tricksereien von Lastwagenfahrern vorgeht. Ihre Motion wird von Giezendanner unterstützt. «Das ist eine Möglichkeit, zusammenzuarbeiten, und das freut mich».

«Wir atmen beide die gleiche Luft», ergänzt Giezendanner. Doch er ist nicht etwa zum Umweltapostel geworden, sondern will gleich lange Spiesse für inländische und ausländische Transportunternehmen: «Es kann nicht sein, dass der Schweizer derart viel investiert. Und dass die anderen dann unsere Transporte mit günstigen LKWs machen.»

Der Profit der Betrüger

Bisher sind tatsächlich nur manipulierte Lastwagen aus dem Ausland aufgeflogen. Sie waren ohne den Zusatzstoff AdBlue unterwegs, der den Ausstoss von giftigen Stickoxiden massiv reduziert. Ohne Adblue sparen die Transportunternehmen bis zu 2000 Franken pro Fahrzeug jährlich.

Rytz geht es in erster Linie um die Umwelt. Es sei wichtig, «dass die technischen Fortschritte jetzt beim Lastwagentransport auch wirklich den Menschen entlang der Transitstrecken zugute kommen, und nicht durch Betrugsmöglichkeiten verhindert werden.»

Giezendanner

Bildlegende: Wir atmen die gleiche Luft. SVP-Mann Giezendanner unterstützt die Initiative von Rytz. Keystone

Mehr Kontrollen

Rytz reichte darum gestern eine Motion ein. Sie fordert mehr Kontrollen auf Schweizer Strassen, die Information ausländischer Chauffeure und ein Schwerverkehrszentrum im Tessin. Beim Kontrollzentrum Uri gingen in drei Wochen gerade mal 13 Lastwagen ins Netz – bei über 1000 kontrollierten.

Viel Lärm um nichts sei es trotzdem nicht, wie Giezendanner sagt: «Diese Kontrollen, die sprechen sich wahnsinnig schnell herum». Mehr Kontrollen würden den AdBlue-Betrug praktisch verunmöglichen.

Danach könnten sich Giezendanner und Rytz wieder anderen Themen zuwenden. «Und da bin ich dann mit Ulrich Giezendanner nicht immer der gleichen Meinung. Leider», sagt die Grüne Rytz.

Güterverkehr über die Alpen
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Neuer Abgas-Skandal: Der grosse Bschiss bei den Lastwagen

16 min, aus Kassensturz vom 14.2.2017