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Kampf gegen Spitalinfektionen Katheter sind häufig der Auslöser

Legende: Video App für Hygiene abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.05.2018.

So viele Spitalinfektionen gab es 2017: Im vergangenen Jahr wurde das Ausmass des Problems ermittelt. Die Zahlen dazu hatte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Anfang Februar veröffentlicht: 5,9 Prozent der hospitalisierten Personen erleiden eine Spitalinfektion.

Das sind die häufigsten Infektionen: An erster Stelle stehen Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen. Danach folgen Infektionen der unteren Atemwege, Harnwegsinfektionen und Blutstrominfektoinen.

Hier ist Nachbessern nötig: Gemäss der Expertengruppe von Swissnoso, welche die Untersuchung durchführte, besteht Verbesserungspotenzial: Je nach Typ der Infektion könnten 35 bis 55 Prozent der Spitalinfektionen vermieden werden. Das grösste Verbesserungspotenzial besteht bei den Infektionen der Venen- oder Blasenkatheter. Letztere werden oft routinemässig und nicht aus medizinischer Notwendigkeit gelegt. Ein Verzicht auf Blasenkatheter verringere das Risiko einer Harnwegsinfektion einfach und effizient.

Das tun die Spitäler: Die Stiftung Patientensicherheit führt nun in Zusammenarbeit mit Swissnoso ein Pilotprogramm durch, das den Spitälern ermöglichen soll, die Zahl der jährlich 350'000 gelegten Blasenkatheter zu senken.

Das kann das Personal beitragen: Viele Infektionen werden durch Keime an den Händen des Spitalpersonals verursacht. Dazu entwickelte Swissnoso das Tool «CleanHands». 100 Spitäler verwenden es laut dem BAG bereits. Die mobile Anwendung ermöglicht es, ein Pflegeteam bei seinen Interaktionen mit den Patientinnen und Patienten zu verfolgen, die Handgriffe zu bewerten und dem Team unmittelbar ein Feedback zu geben.

Das sind die weiteren Handlungsfelder: Postoperative Wundinfektionen stehen ebenfalls im Fokus. Seit 2009 werden mehrere Operationstypen in Spitälern der ganzen Schweiz überwacht. So könnten sich die Spitäler miteinander vergleichen und feststellen, wo sich verbessern müssen, schreibt das BAG.

So es steht um die Pflegeheime: In diesem Bereich stehen die Massnahmen erst am Anfang. Überwachungsdaten fehlen bisher. Für die nächsten Jahre sind Massnahmen geplant.

Spitalinfektionen

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Und die absoluten Zahlen? Betroffene? Invalide? Tote?....
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  • Kommentar von Jeanôt Cohen (Jeanot)
    Ich arbeite selber auf eine Notfallststion. Wenn ich sehe unter welcher arbeitsdruck gearbeitet wird, dann die gewaltige Mengen an virussen und Bakterien, finde ich das Resultat sehr gut. Verbessern kann man aber immer noch!! Schade das Notfallststionen nicht erwähnt werden. Und es wäre interessant mal mit die niederlande und Deutschland zu Vergleiche. Ich denke wir schneiden sehr gut ab. Möchte auch hier meine vorgesetzte und Arbeitskollege danke für die tägliche Einsatz.
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    1. Antwort von Margrit Holzhammer (Margrit Holzhammer)
      Notfallstationen sind Durchgangsstationen. Die Patienten halten sich nur kurz dort auf und werden danach auf die IPS oder die Bettenstation verlegt oder wieder nach Hause geschickt. Der Arbeitsdruck auf diesen Stationen ist enorm und wie schon erwähnt fehlt es an qualifiziertem Pflegepersonal, welches dazu noch die Sprache des Volkes spricht. Wie mit dem Pflegepersonal umgegangen wird, wenn es DRAUF und DRAN kommt, ist eine andere Geschichte!
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  • Kommentar von Susanne Saam (Biennoise)
    Interessant finde ich die Häufigkeit nach Spitalgrösse: je kleiner das Spital, desto weniger Infektionen.
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    1. Antwort von Michael Baiutti (Michael B.)
      In einem grösseren Krankenhaus werden auch komplexere Patienten behandelt und grössere komplexere Eingriffe vorgenommen. Interessant wäre eine Studie die die Infektionen mit der Anzahl Personal vergleichen würde.
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