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Kampf um Tessiner Terrassen Blauer Qualm sorgt für heisse Köpfe

Sollen Raucher und Nichtraucher in Gartenbeizen getrennt sitzen? Ein politischer Vorstoss im Tessin erhitzt die Gemüter.

Legende: Video Soll das Rauchen auf Restaurant-Terrassen verboten sein? abspielen. Laufzeit 04:49 Minuten.
Aus 10vor10 vom 25.04.2018.

Wenn es nach der Tessiner Grossrätin Nadia Ghisolfi geht, müssen Nichtraucher besser geschützt werden. Ihr Vorschlag: Restaurant-Terrassen und Gartenbeizen sollen in einen Raucher- und einen Nichtraucher-Bereich aufgeteilt werden. Raucher dürften zwar weiterhin auf Terrassen rauchen – aber nur an bestimmten Tischen. «Wir wollen die Gesundheit aller schützen, auch die der Angestellten des Restaurants», sagt die CVP-Politikerin gegenüber «10vor10» zur Begründung.

Weitere Vorstösse

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Das Qualmen auf Restaurant-Terrassen ist nicht Nadia Ghisolfis einziges Anliegen. Mit mehreren Motionen im Kantonsparlament kämpft die Politikerin auch gegen das Rauchen im öffentlichen Raum, z.B. auf Spielplätzen und an Bushaltestellen.

Casimir Platzer, der Präsident des Branchenverbands der Gaststätten Gastrosuisse, hat für den Vorstoss kein Verständnis. Für ihn geht dieser nicht nur zu weit, auch seine Umsetzung sei fraglich. Schliesslich könne Wind auf einer Terrasse den Zigarettenrauch einfach von der Raucher- in die Nichtraucher-Ecke wehen.

Unter freiem Himmel brauche es kein Rauchverbot, findet Platzer. Trotzdem nimmt der Gastrosuisse-Präsident den Vorschlag ernst. Schliesslich käme es oft vor, dass von kantonalen Vorstössen eine Signalwirkung für den Bund ausgehe.

Schweiz schneidet bei Nichtraucher-Schutz schlecht ab

International betrachtet stünde das Tessin mit Ghisolfis Regelung nicht allein da. In manchen Städten in den USA, in Australien oder Kanada ist das Rauchen in Aussenbereichen von Restaurants bereits ganz verboten. Auch öffentliche Parks oder Strände sind vielerorts rauchfrei.

Laut Thomas Beutler von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention hinkt die Schweiz international betrachtet beim Schutz vor Passivrauchen hinterher. Den Tessiner Vorstoss heisst Beutler daher gut.

«Wir wissen, dass es Gruppen gibt wie Schwangere, Kinder, Menschen mit Atemkrankheiten wie COPD oder Asthma, die speziell betroffen sind, wenn geraucht wird. Diesen kann man den Aufenthalt auf einer Terrasse angenehmer gestalten», so Beutler.

Gastronom beklagt Überregulierung

Bei Gastronom Michel Péclard kommt der Tessiner Vorstoss hingegen nicht gut an. Schon jetzt nehme die Regulierung im Gastronomie-Bereich überhand. Wenn sich ein Gast durch Rauch belästigt fühle, könne man das einfach ohne neue Gesetze lösen. «Dann geht der Kellner hin und sagt: Vielleicht gibt es dort hinten noch einen Tisch, gehen Sie doch dorthin und rauchen dort», so Péclard.

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63 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Schär (Emmental)
    Umweltbelastung bleibt Umweltbelastung. Der Mensch ist Teil der Umwelt. Aus Beobachter: Andere Belastungen, denen wir uns mitunter bewusst aussetzen, wirken deutlich schlimmer. Der Rauch einer einzigen Zigarette erzeugt so viel Feinstaub wie ein im Leerlauf drehender Euro-3-
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  • Kommentar von Heinz Gerber (rosenzeit)
    liebe nichtraucher bitte haben sie verständnis dafür, dass der terrassenbereich im sommer nur für raucher reserviert ist. sie haben jahrelang für rauchfreie innenräume gekämpft. bitte nutzen sie diese jetzt auch - im sinne ihrer gesundheit !! ps: ich bin auch nichtraucher
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    1. Antwort von Marco Ehmke (MarcoEh)
      Liebe Raucher, lange haben wir ihre Gewohnheiten akzeptiert und den Geruch ihres Hobbies toleriert: Innen, aussen, überall. Wo ist denn bitte ihre Tolleranz uns gegenüber? Alle die hier rücksichtsvoll sind danke ich herzlich und genau so kann man auf Regulierungen verzichten und auf Tolleranz bauen. Schwierig wird es wenn man sich auf „Recht beruft“ rauchen zu dürfen und man der Meinung ist die Mitmenschen müssen das erdulden. Das führt zu Regulierung.
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  • Kommentar von Till Bannwart (Till Christian Bannwart)
    Auf der Terrasse des M-Restaurants Bhf SG klappt eine solche Aufteilung seit Jahren. Da es klar geregelt ist, reagieren die Gäste sehr verständnisvoll, wenn sich jemand versehentlich im falschen Bereich platziert hat. Schlechte Noten in der Passivrauchdebatte holen sich Gastrosuisse + Wirte, die noch immer nicht gelernt zu haben scheinen, was Gastfreundschaft gegenüber der Mehrheit der Gäste diesbezüglich bedeutet. Regulierungswut zu unterstellen ist falsch, da es um Schutz vor Belästigung geht.
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