Kantone wollen Waffen nachregistrieren

Bis vor vier Jahren konnten die meisten Schusswaffen frei gehandelt werden. Deshalb sind wohl mehrere Hunderttausend Pistolen, Sturmgewehre oder Jagdflinten in der Schweiz nicht registriert. Dies wollen die Kantone ändern.

In Daillon im Wallis erschoss ein Mann drei Frauen. Diese Bluttat bringt Bewegung in die Diskussion um ein strengeres Waffenrecht. Alle Waffen sollen nun nachregistriert werden. Der Vorstand der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) hat dies einstimmig entschieden. KKJPD-Vizepräsident Beat Villiger sagt: «Das Ziel ist, dass wir alle Waffen im Register haben.» Dies sei der Wunsch der Kantone an die nationale Politik.

Per Brief fordern die Kantone die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats zum Handeln auf. Das Parlament solle für eine allfällige Nachregistrierung eine Frist von beispielsweise einem Jahr beschliessen. Wer seine Waffe nicht registieren lasse, würde gebüsst.

Genaueres Bild für die Polizei

Möglichst komplette Waffendatenbanken seien wichtig, sagt Villiger. Die Polizei müsse ein möglichst genaues Bild haben, bevor sie beispielsweise wegen häuslicher Gewalt ausrücke.

«Wir können Delikte damit nicht vollends verhindern, aber wir machen doch einen Schritt in die richtige Richtung», sagt Villiger.

Eine Pistole in der Hand eines Mannes (Symbolbild)

Bildlegende: Waffenregister gefordert: Die Kantone wollen keine unregistrierten Waffen mehr. Keystone/Symbolbild

Kommission lehnte die Idee erst kürzlich ab

Ob die KKJPD die nationale Politik überzeugen wird, ist fraglich. Vor drei Wochen erst hat die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats Nein gesagt zu einer Nachregistrierung.

Kommissionsmitglied Ida Glanzmann von der CVP bleibt skeptisch. Diejenigen Leute, die Waffen missbrauchten, würden sich so oder so nicht registrieren lassen, sagt sie.

«Nicht durchsetzbar»

Auch Kommissions-Vizepräsident Thomas Hurter (SVP) bleibt bei seinem Nein. Man müsse konsequent gegen Gewalttäter vorgehen. Waffen zu registrieren, helfe wenig und funktioniere nicht.

«Wollen Sie bei irgendeiner Person zu Hause unangemeldet erscheinen und dort in ihrem Kleiderschrank nachschauen, ob es irgendwelche Waffen gibt?» fragt er. Das sei schlicht nicht durchsetzbar.

KKJPD-Vizepräsident Beat Villiger, Zuger CVP-Sicherheitsdirektor, hat den Widerstand erwartet. «Wir müssen versuchen, die nationale Politik von unseren Argumenten zu überzeugen», sagt er.