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Lange Debatte um St. Galler Spitäler
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 16.09.2020.
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Kantonsrat St. Gallen St. Gallen schliesst vier von neun Spitälern

Die Spitäler Flawil, Wattwil, Rorschach und Altstätten werden zu Gesundheitszentren. Walenstadt erhält zwei Jahre Gnadenfrist.

«Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende», dieser Satz wurde in der Debatte des St. Galler Kantonsrats am Mittwoch mehrfach bemüht. Eine Mehrheit der Fraktionen, mit einziger Ausnahme der SP, entschied sich für die Reduktion von vier der neun St. Galler Spitäler. Sie werden umgewandelt in regionale Gesundheitszentren. Der Hauptgrund: Die prekäre wirtschaftliche Lage der Spitäler.

Die politische Debatte um Spitalschliessungen im Kanton St. Gallen dauert schon seit Jahrzehnten an. Vor sechs Jahren noch hatte die Bevölkerung einer Sanierung der neun St. Galler Spitäler im Umfang von knapp einer Milliarde Franken zugestimmt. In den folgenden Jahren zeigte sich aber immer deutlicher die dramatische finanzielle Lage der Spitäler. Aktuell verursachen sie ein jährliches strukturelles Defizit von 70 Millionen Franken.

Die St. Galler Regierung hatte darum im Februar die Strategie «4plus5» beschlossen. Die vier Spitalstandorte Uznach, Grabs, Wil und St. Gallen sollen erhalten bleiben, die fünf weiteren – Wattwil, Flawil, Rorschach, Altstätten und Walenstadt – sollen in regionale Gesundheits- und Notfallzentren umgewandelt werden.

Gnadenfrist für Walenstadt

Dieser Strategie der Regierung stimmte der Kantonsrat am Mittwoch im Grundsatz zu. Mit der Abweichung, dass das Spital Walenstadt noch zwei Jahre erhalten bleiben solle, solange die Möglichkeit für eine Zusammenarbeit mit den Nachbarkantonen bestünde.

Man muss schwierige Entscheide für das Gesamtwohl fällen.
Autor: Peter BoppartCVP-Kantonsrat

Die Fraktionen stimmten nicht ohne Zähneknirschen den Spitalschliessungen zu. «Die lähmende Unsicherheit muss ein Ende haben», argumentierte der Sprecher der Grünen, Meinrad Gschwend. Und CVP-Sprecher Peter Boppart sagte: «Man muss schwierige Entscheide für das Gesamtwohl fällen.»

Spitalschliessungen in den Regionen werden verheerend sein.
Autor: Dario SulzerSP-Kantonsrat

Gegen die Vorlage der Regierung stellten sich einzelne Vertreter der Regionen und als einzige Fraktion die SP. «Spitalschliessungen in den Regionen werden verheerend sein», argumentierte SP-Sprecher Dario Sulzer. Es handle sich um eine Abbauvorlage und der volkswirtschaftliche Schaden werde ausgeblendet: «Die Gesundheitsversorgung muss uns etwas wert sein.»

Die Session im St. Galler Kantonsrat wurde nach langer Diskussion am Mittwoch unterbrochen und wird am Donnerstag weitergeführt. Dann wird auch die Schlussabstimmung durchgeführt, wobei die wichtigsten Entscheide schon am Mittwoch gefallen sind.

Regionaljournal Ostschweiz; 16.09.2020; 06:32 Uhr;

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Müller  (Nonaeol)
    Ja, sehr viele Zeichen deuten darauf hin, dass diese Pandemie ein laues Lüftchen war, hauptsächlich hervorgerufen durch Fokussierung auf ein einzelnes Phänomen unter Berücksichtigung einer einzigen Ätiologie, bei Ausblendung von allen anderen möglichen und diversen Ursachen.
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    1. Antwort von Korina Graf  (Kory)
      Was hat ihr laues Lüftchen mit Spitalschliessungen zu tun , oder gibts jetzt nur noch eine Krankheit für sie (oder auch nicht).
      Jetzt gehts mal nicht um Covid-19.
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  • Kommentar von Korina Graf  (Kory)
    Menschlichkeit und Fürsorge wären mir wichtiger als Profit und Effizienz, das können grosse Spitäler oft nicht leisten. In einem so reichen Land müsste das schon Priorität haben. Alt oder krank werden die meisten. Auch fürs Kinder kriegen will ich nicht nur eine Nummer sein.
    Aber was weiss ich schon, bin ja nur eine Krankenschwester .
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  • Kommentar von Sibylle Corrodi  (SC)
    Das Vorhandensein des Virus und die Gefährlichkeit für einige wenige Personen, soll gar nicht in Frage gestellt werden.
    Aber wenn man so darüber nachdenkt, dass angeblich eine gefährliche Pandemie auf dieser Welt wütet, mit angeblich 100000en von Toten, dann darf doch unter keinen Umständen irgendwo eine Spitalschliessung erfolgen! Oder?? Dann müssten doch in diesen Spitälern ganz dringend Beatmungsplätze eingerichtet werden! Wurde mit diesem Entschluss bewusst gewartet? Ich weiss es nicht...
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