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«Unsere grossen Abnehmer USA und Japan gingen gleichzeitig in den Lockdown»
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 16.04.2021.
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Kaum neue Tubas gebraucht Instrumentenbauern fehlen die Aufträge

Wegen Corona verstummte die Blasmusik weltweit. Dies trifft auch Schweizer Instrumentenbauer.

Rund um Blaskappellen, Musikvereine, Orchester oder Big Bands blieb es in den vergangenen Monaten weitgehend ruhig. Aufgrund der Coronapandemie mussten Auftritte abgesagt werden und Proben waren nur eingeschränkt möglich. Dies traf nicht nur Musikerinnen und Musiker in der Schweiz: «Unsere grossen Abnehmer USA und Japan gingen gleichzeitig in den Lockdown», sagt Willi Kurath von Willson Band Instruments im sanktgallischen Flums.

Wenn die Leute nicht spielen können, denken sie nicht an den Kauf eines neuen Instruments.
Autor: Willi KurathInhaber Willson Band Instruments

Als Instrumentenbauer mit Kunden aus aller Welt habe er die Einschränkungen für die Blasmusik direkt zu spüren bekommen, sagt Kurath: «Wenn die Leute nicht spielen können, denken sie nicht an den Kauf eines neuen Instruments.» Bereits im vergangenen Jahr musste sein Unternehmen Kurzarbeit beantragen.

Noch reicht der Schnauf

Willi Kurath führt Willson Band Instruments in zweiter Generation. Das Unternehmen wurde 1950 von seinem Vater gegründet und auch heute ist für die Produktion der Blasinstrumente noch viel Handarbeit nötig. Das Unternehmen beschäftigt zehn Mitarbeitende, welche in der Fertigungshalle Euphonien, Posaunen, Tubas und andere Blasinstrumente produzieren.

Willson fertigt auch sogenannte Signalpfeifen für Bahnunternehmen wie die SBB, BLS oder RhB. «Das sind die Pfeifen, welche die Kondukteure verwenden, bevor der Zug abfährt», erklärt Kurath.

Solche Aufträge kommen dem Unternehmen derzeit entgegen. Normalerweise seien die Auftragsbücher bis auf vier Monate hinaus voll, sagt Firmeninhaber Kurath. Aktuell gebe es Arbeit für gerade mal einen Monat. «Der Schnauf reicht noch. Es ist aber klar: Je länger die aktuelle Situation dauert, desto mehr geht es an die Substanz.»

Hoffen auf Lockerungen

Auch wenn Musikproben in Kleingruppen und mit genügend grossen Platzverhältnissen derzeit möglich sind, hofft der Instrumentenbauer auf weitere Lockerungen. «Für ein Orchester mit 40 Leuten bedeutet das nach wie vor Stillstand», sagt Kurath. Dass die Instrumente derzeit nicht gespielt werden, merke er an den ausbleibenden Anfragen für Revisionen.

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Aus dem Archiv: Blasmusikvereine leiden unter Corona-Pause
Aus Tagesschau vom 16.03.2021.
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Sollten jedoch weitere Lockerungen beschlossen werden, dürfte sich dies rasch ändern, vermutet Kurath: «Wenn es wieder losgeht, kann ich mir vorstellen, dass einige Ventile nicht mehr sauber funktionieren.»

Bis es so weit ist, hofft der Instrumentenbauer, dass sich vielleicht der eine oder die andere Musiker oder Musikerin doch noch für den Kauf einer neuen Tuba oder Posaune entscheidet.

Regionaljournal Ostschweiz, 15.4.21, 17:30 Uhr;

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