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Schweiz Kein Kirschstängeli mehr für Chauffeure?

Für Fahrlehrer, Lastwagenfahrer und Neulenker soll ab nächstem Jahr eine geringere Toleranz beim Alkoholkonsum gelten. Der Grenzwert soll auf 0,1 Promille gesenkt werden.

Ein Kleinbus-Chauffeur kreuzt im Gotthardtunnel einen Lastwagen. (keystone)
Legende: Neue Promillegrenze: 0,1 Promille in Bezug auf Alkohol bedeuten faktisch ein Alkoholverbot. Keystone

Faktisch dürfen die betroffenen Gruppen also nur noch dann fahren, wenn sie keinen Alkohol getrunken haben. Das sieht das zweite Via Sicura Paket vor, das vom Bundesamt für Strassen in die Anhörung geschickt wurde.

Für den Mediensprecher des Schweizerischen Fahrlehrerverbands, Hans Ulrich Büschi, ist dieser Grenzwert in Ordnung. Er könne sich nicht vorstellen, dass ein professioneller Fahrlehrer oder eine professionelle Fahrlehrerin sich gegen eine solche Vorschrift wehren könnte, sagt er. Denn Alkohol am Steuer sei eine der wichtigsten Ursachen für Unfälle auf Strassen. Daher sei es richtig die Promille-Grenze von 0,5 Promille auf 0,1 Promille zu senken. Auch wenn es für Fahrlehrer einschneidend und faktisch ein Alkoholverbot sei. Büschi sagt: «Man kann am Abend in Ruhe ein Glas Wein oder Bier trinken. Bis am Morgen ist man wieder unter diesen 0.1 Promille.»

«Wer fährt, trinkt nicht»

Anders sieht das André Kirchhofer vom Nutzfahrzeugverband Astag. Es sei zwar klar, dass Alkohol am Steuer nicht in Frage komme. Denn: «Wer fährt, trinkt nicht.» Aber dennoch sei 0,1 Promille unrealistisch, sagt Kirchhofer. «Es kann nicht sein, dass ein Lastwagenchauffeur kriminalisiert wird, wenn er nach dem Mittagessen ein Kirschstängeli zum Dessert nimmt.»

Die Chauffeure fordern darum 0,2 Promille. Ursprünglich hatte das Bundesamt für Strassen 0,0 Promille vorgeschlagen. Kirchhofer sagt dazu: «Es geht nicht um die Aufweichung von Regeln. 0,0 Promille wären für uns absolut inakzeptabel. 0,1 scheint uns immer noch illusorisch. Eine vernünftige Lösung wären 0.2 Promille.»

Am besten wäre es sowieso, so die Astag, wenn für alle Berufsfahrer die gleichen Spielregeln gelten würden. Auch für jene mit kleinen Lieferwagen. Bis am 12. Juli sind die Vorschläge zur Verkehrssicherheit in der Anhörung.

(link, eglc)

9 Kommentare

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  • Kommentar von S. Saxer, Basel
    Wenn, dann 0.2 für alle und für alle unter der Kathegorie C1,D1 alle 5 Jahre einen Eignungstest. Ich bin ein Berufsfahrer. Man kann sich nur aufregen ab den nicht Berufsfahrern die den Verkehr auch nüchtern gar nicht im Griff haben. Als Berufsfahrer fährt man mit Vorraussicht und fährt schon heute nüchtern, dass Gesetz schreibt dies bereits vor. Unfälle geschehen wenige, man ist in der Regel nicht der Verursacher sondern wird zum Unfall genötigt durch Verkehrsteilnehemer die nicht Fahren können.
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Ich finde das richtig, eigendlich bin ich fuer 0.0 Promille Alkohol im Strassen- und Flugverkehr, aber zu mindest wird nun auf 0.1 Promille gesetzt, ein Fortschritt in die richtige richtung. Allerdings wenn man genug Aepfel ist, kann es auch passieren, dass es angibt, was allerdings Natuerlichen Aklokol ist, und nicht zusaetzlichen. Endlich mal was Sinnvolles und der Sicherheit dienend, im gegensatz zu Geschwindigkeitskontrollen auf Geraden Strecken und an nicht gefaehrteten Orten.
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  • Kommentar von Louis Mathis, Sins
    Es ist nicht einzusehen, warum es unterschiedliche Alkoholverbote für Fahrzeuglenker geben soll. Das Alkoholverbot gemäss Fahrlehrerverordnung wäre für alle Fahrzeuglenker durchsetzbar und es würden alle gleich behandelt. Ich wäre aber für 0,30 Promille, denn erst ab diesem Wert kann wirklich gesichert davon ausgegangen werden, dass der betroffene Fahrzeuglenker bewusst Alkohol konsumiert hat. Es muss nämlich auch noch kontrolliert und bewiesen werden können und darf nicht auf Willkür beruhen!
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