Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Kein Lärm-Batzen für Hausbesitzer

Die Kantone wollen lärmbetroffenen Hausbesitzern keine jährliche Entschädigung bezahlen. Die kantonalen Baudirektoren haben ein Projekt des Bundes deutlich abgelehnt, das Milliardenklagen verhindern soll.

Legende: Video Keine Entschädigung für Lärmbetroffene abspielen. Laufzeit 01:31 Minuten.
Aus 10vor10 vom 07.03.2014.

Die kantonalen Bau- und Planungsdirektoren haben an ihrer Sitzung einen Systemwechsel abgelehnt. Dieser hätte Kantone und Gemeinden verpflichtet, lärmexponierte Liegenschaftsbesitzer mit einem jährlichen Lärm-Batzen zu entschädigen.

800'000 Wohnungen betroffen

Der Lärm-Batzen war ein Vorschlag des Bundes, um drohende Klagen von 19 Milliarden Franken abzufangen. Bund, Kantone und Gemeinden sind nämlich per Gesetz dazu verpflichtet, an exponierten Stellen Lärmschutzbauten zu errichten. Doch das ist nun nicht mehr fristgerecht zu schaffen.

Über 800'000 Wohnungen sind heute von übermässigem Strassen- und Schienenlärm betroffen. Die Bewohner haben ab 2015 die Möglichkeit, Lärmentschädigungsklagen einzureichen.

An das Szenario des Bundes von 19 Milliarden Franken glauben die Kantone nicht. «Das ist übertrieben und der absolute Worst Case – ich bin überzeugt, dass es anders läuft», sagt Jakob Stark, Präsident der Bau-, Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz.

Vorlage auf der Kippe

Überdies sei das System für die Kantone zu teuer: «Wir sehen darin eine riesige Bürokratie. Aufwand und Ertrag stehen nicht im Verhältnis.» In einem solchen System bestehe auch kein Anreiz mehr, Lärmsanierungen durchzuführen.

Ob Verkehrsministerin Doris Leuthard ihre Lärmentschädigungs-Vorlage nach dem klaren Nein der Kantone weiterverfolgt, ist fraglich. Für die betroffene Bevölkerung zeichnet sich weiterhin keine Lösung ab.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Steiner, ZH
    Vor meinem Haus gibt's jedes Weekend vollbesoffene Deppen, die Lärm machen. Kann ich eine Entschädigung kriegen? Uber mein haus saust der Rega-Helikopter im Anflug. Bekomme ich Geld? ... Hilfe, unsere Gesellschaft ist voller verwirrter verwirrter, selbsternannt wichtiger "Betroffener", die meinen, sie müssten zusammen eine Kakophoonie veranstalten. Wie komme ich an Schadenersatz?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von m. steiner, zh
    Lustig, das! Beim Flughafen kann jeder die Hand aufhalten. Auch wenn der Flughafen schon die letzten 50 Jahre dort war. Bei Bahnlärm soll das nun nicht gehen? Seltsam...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Die Bahnstrecken sind schon lange gebaut gewesen, bevor die Häuser an Diese gebaut wurden. Alle welche an die Bahnstrecken gebaut haben, wissen vom Lärm. Also jammern und Geld velangen ist sicher nicht angebracht. Dem Lärm sind wir alle unterworfen und können auch kein Geld verlangen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen