Kein Verfahren gegen Schweizer Botschaftsfahrer in Washington

Die US-Staatsanwaltschaft will nicht gerichtlich gegen den Lenker des Autos der Schweizer Botschaft in Washington vorgehen. Der ehemalige Gaddafi-Angestellte ist in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei dem eine 64jährige Frau ums Leben kam. Eine Klage des Witwers ist allerdings noch pendent.

Aussenansicht der Schweizer Botschaft in Washington

Bildlegende: Schutz vor Gaddafi: Die Schweiz stellte den Mann im Einverständnis mit den USA bei der Botschaft in Washington an. Keystone/archiv

Die polizeilichen Untersuchungen des Verkehrsunfalles vom Oktober 2011 in Washington sind abgeschlossen. Die US-Staatsanwaltschaft hat entschieden, kein Verfahren gegen den Fahrer der Schweizer Botschaft einzuleiten. Bei dem Unfall kam eine 64jährige Frau ums Leben.

Hängig bleibt die Klage des Witwers des Unfallopfers, der nicht nur den Fahrer, sondern auch die Schweiz als Arbeitgeber auf 10 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Seine Klage kann nun voran schreiten.

Es könnte auch zu einem Vergleich kommen

Brisant ist die Geschichte, weil es sich beim Fahrer um den ehemaligen Angestellten von Hannibal Gaddafi handelt. Dieser hatte den Sohn des damaligen libyschen Diktators 2008 in Genf angezeigt und damit zur Auslösung der Geisel-Affäre zwischen Libyen und der Schweiz beigetragen.

Der Kläger und die Angeklagten haben dem Gericht nun gemeinsam einen Fahrplan für das weitere Vorgehen vorgeschlagen. Demnach müssen bis zum 15. November 2013 alle Motionen beim Richter eingegangen sein. Wenn bis dahin kein Vergleich gefunden wird, kommt es zum Prozess.