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Schweiz Keine Abtreibungen fürs Wunschbaby

In China oder Indien ist die Abtreibung von weiblichen Föten Alltag. In der Schweiz ist diese Frage vor allem bei Paaren mit Migrationshintergrund ein Thema. Deshalb sollen Abtreibungen aus geschlechtsspezifischen Gründen verhindert werden.

Ein Neugeborenes im Spital
Legende: Keine vorgeburtliche Geschlechterdiskriminierung, fordert Ständerätin Pascale Bruderer. Keystone/Archiv

Es gibt auch in der Schweiz Elternpaare, die ein Kind lieber abtreiben würden, weil es nicht das gewünschte Geschlecht hat. Sie ist zwar selten, aber es gibt sie. Das bestätigt Daniel Surbek, Chefarzt an der Frauenklinik des Inselspitals Bern. «Die meisten Paare, die das betrifft, sind hauptsächlich Migranten. Sie haben einen anderen gesellschaftlichen und religiösen Hintergrund», sagt er.

Surbek macht klar: In der Schweiz ist Geschlechterselektion ethisch undenkbar. Und sie sei auch verboten, sagt die Chefärztin der Frauenklinik am Spitalzentrum Biel, Kirsten Stähler. Sie verweist auf das Bundesgesetz.

Drei Wochen Zeit?

Heute lässt sich das Geschlecht eines Kindes schon sehr früh bestimmen, in der 9. Woche, dank eines Bluttests, mit dem die Gesundheit des Embryos untersucht wird. In der Schweiz ist eine Abtreibung ohne Angabe von medizinischen Gründen bis zur 12. Woche erlaubt. Theoretisch könnten sich in diesen drei Wochen werdende Eltern also für eine Abtreibung aufgrund des Geschlechtes entscheiden. Und genau dagegen kämpft SP-Ständerätin Pascale Bruderer mit einer Motion, die zurzeit im Bundeshaus diskutiert wird. «Ich sehe es als Aufgabe der Politik, das Verbot der vorgeburtlichen Geschlechterselektion auch durchsetzungsfähig zu machen», sagt Pascale Bruderer.

Eltern sollen in jedem Fall erst nach der 12. Woche erfahren, ob es ein Mädchen oder Knabe wird, schlägt sie vor. Rückendeckung bekommt Bruderer von Surbek: «Es gibt aus meiner Sicht keinen vernünftigen Grund, wieso das Geschlecht vor der zwölften Woche den Eltern mitgeteilt werden müsste.»

Der Ständerat hat Bruderers Motion angenommen, in der Wintersession wird nun der Nationalrat darüber debattieren.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Wenn man den richtigen Pychiater findet, kann man in der Schweiz noch knapp vor der Geburt abtreiben. Und wenn er nicht will, dann jammert die Frau von Selbstmord-Gedanken, und ein lebesfähiges Kind wird bei lebendigem Leib aus der Mutter herausgeschnitten, völlig legal.
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Wir können uns beschimpfen, wie wir wollen, Tatsache ist, dass Leute mit Geld es überall machen lassen können, die Schweiz brauchen sie dazu nicht. Genausowenig mit der Pre-Selektion auf möglicherweise behinderte Nachkommen, wenn ich das blauäugige Gefasel lese, das Möchtegern Gutmensch Syndrom, es ist immer das gleiche Lied. Beträfe es uns, als davon körperlich oder geistig Betroffene, doch mit genug Beurteilungsfähigkeit, wir täten Alles, um Neues, geborenes Leben vor Behinderungen zu bewahren
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Eine Abtreibung in seelischer Not ist uU verstaendlich, (grosse Armut, Vergewaltigung zB ) aber eine Abtreibung wegen des Geschlechts oder aus Komfortgruenden ist schlicht MORD! Mit dem heutigen Wissen um die Verhuetung und mit der Pille darnach, sollten Abtreibungen (mit Ausnahme einer Schwangerschaft wegen einem Verbrechen), verboten werden
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