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Schweiz Keine Alterslimite für Fruchtbarkeitsbehandlung bei Frauen

Bis zu welchem Alter muss die Krankenkasse eine Fruchtbarkeitsbehandlung übernehmen? Das Bundesgericht hat diese Frage in einer öffentlichen Beratung offen gelassen.

Ein menschlicher Embryo auf einem Computerbildschirm.
Legende: Die Einführung einer Altersgrenze für Fruchtbarkeitsbehandlungen wird nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Keystone

Die Zweite sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts hat keine Alterslimite gesetzt, bis zu welcher Fertilitätsbehandlungen zu vergüten sind.

Der Gesetzgeber habe keine solche gesetzt, und es sei nicht Aufgabe des Bundesgerichts, dies nachzuholen, erklärte einer der Richter. Nicht alle Richter schliessen jedoch die Einführung einer Altersgrenze grundsätzlich aus. Eine solche sei jedoch durch die Gesetz- und Verordnungsgeber zu setzen und müsse auf einem breiten Konsens von Fachleuten beruhen.

Krankenkasse wollte nicht zahlen

Anstoss für den Entscheid ist der Fall einer 44-jährigen Waadtländerin. Die Frau verlangte, dass die Krankenkasse Intras eine Fruchtbarkeitsbehandlung übernimmt. Die Versicherung lehnte die Vergütung aufgrund der Grundversicherung jedoch ab. Sie begründete ihren Entscheid damit, dass die Sterilität der Frau nicht krankheitsbedingt, sondern die Folge ihres Alters sei. Das Kantonsgericht Waadt hiess im Mai 2015 eine Beschwerde der betroffenen Frau gegen den Entscheid gut, worauf die Versicherung an das Bundesgericht gelangte.

Weil aufgrund der vorinstanzlichen Sachverhaltsabklärung unklar ist, was die Ursache der Unfruchtbarkeit der betroffenen Frau ist, geht der Fall zur weiteren Abklärung zurück an das Kantonsgericht Waadt.

6 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Ein Verbot halte ich für den falschen Weg - aber die Finanzierung von Fruchtbarkeitsbehandlungen von Frauen ü39 halte ich für eine Privatsache und sollte deshalb nicht von Krankenkassen finanziert werden. Es gibt nicht nur biologische, sondern auch ethische Bedenken, denn die ganzen erlaubten Testreihen über wertes oder unwertes Leben würden in solchen Fällen wahrscheinlich voll ausgeschöpft.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Beiseits... auch meine Partnerin 31, moechte noch ein Kind... von MIR.. ich bin 75 und finde es irgendwie nicht gut... weil.. jetzt bin ich noch spritzig!!! und klar.. mache fast alles ausser bungi jumping... aber Morgen habe ich meinen Infarkt, meinen Stroke ... und wenn das Kind mich am meisten braucht bin ich eine koerperliche und geistige Ruine.. moeglicherweise.. und das ist schlicht GEMEIN !!! Jemand ueber 45 sollte auf Nachwuchs verzichten, dem Kind zuliebe!!!!
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Smil::: Da kommt mir gerade dieser Artikel in den Sinn!!!! ; -) = Mutter mit 80: Gepanzerter Nachwuchs im Zürcher Zoo
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