Keine Nachsicht für «Carlos»

Statt Thai-Box-Training und eigener Wohnung ins Massnahmenzentrum Uitikon: Der junge Straftäter wird gegen seinen Willen vom Gefängnis Limmattal in die spezielle Einrichtung für Jugendliche und junge Erwachsene überstellt.

Der Fall des jugendlichen Straftäters sorgte diesen Sommer für fette Schlagzeilen: Sondersetting mit eigener Betreuerin in einer komfortablen Wohnung im Baselbiet plus tägliches Thai-Box-Training auf Staatskosten. Vor allem die Kosten von monatlich 29'000 Franken sorgten für öffentliche Empörung.

Nun soll «Carlos» im Verlauf dieser Woche ins Massnahmenzentrum Uitikon (ZH) verlegt werden, wie der Verteidiger des jungen Mannes sowie die Oberjugendanwaltschaft Zürich mitteilten.

Widerstand von «Carlos»

Ihren gemeinsamen Entscheid begründen Oberjugendanwaltschaft und Jugendanwaltschaft mit Sicherheitsüberlegungen: «Carlos» werde «zu seinem eigenen Schutz sowie zum Schutz Dritter» nach Uitikon verlegt.

Laut Anwalt wird «Carlos» die Verfügung «gerichtlich prüfen lassen». Es wäre möglich gewesen, das Sondersetting kostengünstiger und mit veränderter Tagesstruktur weiterzuführen, schreibt sein Verteidiger.

Sendung zu diesem Artikel