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Schweiz «Keine Willkommens-Kultur für kriminelle Ausländer»

An der Delegiertenversammlung der SVP stand ein Anliegen ganz oben auf der Agenda: eine sichere Schweiz. SVP-Präsident Toni Brunner hat dabei für die Durchsetzungsinitiative geworben. Ein «Nein» wäre laut Brunner eine Einladung für kriminelle Ausländer, in der Schweiz ihr «Unwesen» zu treiben.

Legende: Video SVP-Delegiertenversammlung in Wil abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.01.2016.

Die SVP Schweiz hat sich in Wil (SG) zur Delegiertenversammlung getroffen. Dabei sprach die Parteispitze über eine «sichere Schweiz». Themen mitunter: Die eigene Durchsetzungsinitiative und das neue Nachrichtendienstgesetz.

«Ein Nein wäre eine Katastrophe»

Das Parlament habe nach der Annahme der Ausschaffungsinitiative eine Härtefallklausel eingebaut und den Richtern einen Ermessensspielraum gegeben. «Dies ist nicht in unserem Sinn», sagte der Parteipräsident.

Laut den jüngsten Umfragen zur Abstimmung vom 28. Februar seien 51 Prozent der Befragten für die Annahme der Initiative, 42 Prozent dagegen, der Rest noch unentschieden. Diese Zahlen seien ernüchternd. «Ein Nein wäre eine Katastrophe», sagte Brunner. Mit einer Ablehnung der Durchsetzungsinitiative würde die Schweiz falsche Signale senden und eine «Willkommens-Kultur für kriminelle Ausländer» schaffen.

Grenze mit Armee bewachen

Brunner wetterte auch gegen die «missratene Asylgesetzrevision», zu der Dank des Referendums nun das Volk das letzte Wort habe. Um sich vor den zu erwartenden Flüchtlingsströmen zu schützen, müsse die Schweiz zudem ihre Aussengrenzen wieder selber bewachen. Schengen-Dublin sei gescheitert. Die Staaten zögen die Grenzkontrollen wieder eigenständig hoch. Die Schweiz dürfe nicht tatenlos zusehen.

Parmelin wirbt für neues Nachrichtendienstgesetz

Guy Parmelin trat vor den Delegierten der SVP Schweiz erstmals als Bundesrat auf. «Die Schweiz muss sich mit einem Ausbau des Nachrichtendienstes vor Terroranschlägen schützen», so Parmelin.

Die Schweiz sei immer noch ein sicheres Land. «Damit sie dies bleibt, müssen wir etwas tun», sagte Parmelin. Als Vorsteher des VBS werde er sich mit vollem Elan für eine sichere Schweiz einsetzen.

Die Verschärfung der Bedrohungslage durch den Terrorismus habe zu einem Umdenken in der Schweiz geführt. «Man hat gemerkt, dass der Nachrichtendienst zur Bekämpfung dieser Bedrohung zu wenig gerüstet ist», sagte Parmelin. Deshalb brauche es das neue Nachrichtendienstgesetz. Die neuen Massnahmen seien nötig, «wenn die Schweiz vor Terroranschlägen geschützt werden soll». Trotzdem würde auch dem Schutz der Privatsphäre Rechnung getragen, sagte Parmelin.

Maurer sorgt sich um Staatsausgaben

Im Anschluss an Parmelin hatte SVP-Bundesrat Ueli Maurer seinen ersten Auftritt als Finanzminister. Er warnte vor einem Ungleichgewicht im Staatshaushalt. Während die Ausgaben stetig anstiegen, stehe die Einnahmeseite unter internationalem Druck. Wesentliche Kostentreiber seien der Öffentliche Verkehr, der Umweltschutz, die Sozialausgaben und das Gesundheitswesen.

Die Einnahmeseite hingegen stehe durch die internationalen Harmonisierungen unter wachsendem Druck. Bei den Gesprächen der letzten Tage am WEF in Davos habe er eine gewisse «Gier» gegenüber der Schweiz als Top-Finanzplatz gespürt. «Man will dort Geld holen, wo es noch vorhanden ist», sagte Maurer.

Die Schweiz müsse Nischen suchen, um für grosse Unternehmen steuerlich attraktiv zu bleiben. Die Politik solle Druck von den grossen Unternehmen und den Gutverdienenden nehmen, denn diese seien die hauptsächlichen Steuerzahler, sagte Maurer.

Abstimmungs-Parolen gefasst

Nach einer Podiumsdiskussion fassten die SVP-Delegierten zudem mit 334 gegen 25 Stimmen die Ja-Parole für die Initiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe».

Ebenfalls Ja sagt die SVP zur eigenen Volksinitiative zur Durchsetzung der Ausschaffung krimineller Ausländer. Die Parole fällten die 389 Delegierten erwartungsgemäss ohne Gegenstimme.

Die Abstimmungs-Parolen der SVP

JA zur Initiative gegen die HeiratsstrafeDie SVP hat die Initiative mit 334 gegen 25 Stimmen gutgeheissen.
JA zur DurchsetzungsinitiativeDie Ja-Parole zur SVP-Volksinitiative zur Durchsetzung der Ausschaffung krimineller Ausländer haben die 389 Delegierten erwartungsgemäss ohne Gegenstimme gefällt.
JA zur 2. Gotthard-Röhre
Die Ja-Parole zu einem zweiten Strassentunnel am Gotthard haben die Delegierten der SVP bereits am 24. Januar mit 285 zu 6 Stimmen gefasst.
NEIN zur Initiative gegen Nahrungsmittelspekulation
Mit 311 zu 2 Stimmen hat die SVP bereits am 31. Oktober 2015 klar Nein gesagt zur Volksinitiative «Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln».

175 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Hier eine Meinung als JA-Sager zur Ausschaffungs-Initiative zu schreiben, scheint aussichtslos zu sein! Anderseits werden laufend Hassorgien und einseitige Verunglimpfungen gegen die Initianten (und deren Unterschriften, notabene!) durch die bekannten SVP-Phobien-Kranken, aufgeschaltet! Nun, als Demokrat gehe ich am 28. Februar an die Urne und akzeptiere das Resultat ohne Hass und Frust! Wir haben mit der importierten Kriminalität ein ernstes Problem, das endlich effizient gelöst werden muss!
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      R. Bolliger was mir eigentlich fehlt bei diesem Abstimmungsthema, dass die Aufklärung der Befürworter nicht auch aufgezeigt wird, aus welcher Sicht die Befürworter dies sehen. Damit man ein Gleichgewicht hätte, bis jetzt ist nur von den vielen Gegner das Thema aufgeschaltet worden, was leider sehr einseitig ist und als Laie gar keine Gegenargumente bekommt, um zu evaluieren, was man für richtig hält. SRF warum gibt es diese Möglichkeit nicht?
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    2. Antwort von SRF News
      Guten Tag Frau Artho, hier finden Sie eine Auflistung von Pro und Contra zur Durchsetzungsinitiative: http://www.srf.ch/news/schweiz/abstimmungen/abstimmungen/durchsetzungs-initiative/durchsetzungsinitiative-pro-und-contra Beste Grüsse, die Redaktion
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    3. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      SRF herzlichen Dank für den Hinweis. Schöner Tag.
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  • Kommentar von Marcel Pfister (Marcel M. Pfister)
    Ich bin nicht zufrieden damit, dass gerade der schwächste Bundesrat das Finanzdepartement bekommen hat. Bis heute hat noch keine dieser SVP-Polterer irgend etwas Gescheites für unser Land geleistet.
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      M. Pfister soviel ich weiss ist U.Maurer erst seit Anfang Januar 2016 im Finanzdepartement. Sie behaupten jetzt schon, dass er der schwächste BR ist, dies ist eine Vorverurteilung einer Person.Bekamen Sie an der Arbeitsstelle Ihr Zeugnis,bevor Sie überhaupt die Aufgaben ausführten. Das grosse Problem in der Politik ist,die Antipathie gegenüber Personen, sei dies über die SVP oder über die SP,diese erhalten sehr viel Kritik, sachorientierte Politik ist so kaum mehr möglich für Problemlösungen.
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "SVP-Bundesrat Ueli Maurer seinen ersten Auftritt als Finanzminister." Seit Eveline Widmer-Schlumpf aus dem EFD weg ist, ist die Spitze dort für mich nur noch eine Einöde. Und worüber sich Maurer als erstes öffentlich beklagt, ist typisch. Er wird sicher keine finanz. Sorgen haben, wenn er krank wird. Er wird auch keinen AKW-Müll in seinem Garten entsorgen. Und der Privatverkehr ist ja viel besser als ÖV. Zählen tun in diesem Land nur die finanz. Reichen. Den Rest spaltet man z.B. mit der MEI.
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    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Und egal ob finanziell reich oder arm: Es gibt auch in der Schweiz binationale Paare. Und es war Liebe. Nichts anderes als Liebe.
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