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Schweiz Keller überflutet, Strassen verschüttet

Die starken Gewitter über der Schweiz vom Sonntagabend haben an zahlreichen Orten Schäden angerichtet. Stark betroffen von den Unwettern waren neben der Zentralschweiz vor allem die Kantone Bern und Zürich.

Grosse Teile der Schweiz erlebten einen unruhigen Sonntagabend: Heftige Gewitter tobten, begleitet von sintflutartigen Regenfällen. Bäche traten über die Ufer, die Wassermassen suchten sich Wege durch Strassen und in Keller.

Legende: Video Donnergrollen und Blitzgewitter in Zürich-Wollishofen abspielen. Laufzeit 00:24 Minuten.
Aus News-Clip vom 08.06.2015.

Eisenbahnlinie verschüttet

Zürich: 350 Mal mussten auch 31 Feuerwehrorganisationen im Kanton Zürich ausrücken. Ihnen wurden zahlreiche überflutete Keller gemeldet, wie ein Sprecher von Schutz & Rettung sagte. Die Gewitterfront zog aus Richtung Süden über das Kantonsgebiet und sorgte vor allem in den Bezirken Affoltern, Dietikon, Horgen und Zürich für Schäden.

89 Einsätze entfielen allein auf die Stadt Zürich. Um die zahlreichen Notrufe entgegennehmen und bearbeiten zu können, wurde das Personal in der Einsatzleitzentrale von Schutz & Rettung zeitweise auf bis zu 30 Personen aufgestockt.

Die SBB meldeten einen Erdrutsch zwischen Birmensdorf und Schlieren, der die Zuglinie verschüttete. Und zwischen 22.30 Uhr und 23 Uhr legte das Gewitter den Flughafen Zürich-Kloten lahm: Die Verantwortlichen musste einen so genannten Handlingstop verfügen. Während dieser halben Stunde ging gar nichts. Einen Handlingstop gibt es, wenn im Umkreis von fünf Kilometern um den Flughafen Blitzeinschläge registriert werden.

Kritische Situation im Mattequartier

Bern: Die starken Regenfälle stellten auch die Feuerwehr im Kanton Bern auf die Probe. Die Zulg, die bei Thun in die Aare mündet, führte Hochwasser und brachte viel Schwemmholz mit sich. Auch aus dem Thunersee floss Schwemmholz in die Aare, was im Berner Mattequartier zu einer bedrohlichen Hochwassersituation führte.

Weil es nicht gelang, genügend verkeiltes Holz aus dem Fluss zu fischen, wurden schliesslich beim Schwellenmätteli die mobilen Schwellenelemente entfernt. So entspannte sich kurz vor Mitternacht die Situation innerhalb weniger Minuten wieder.

Ein Erdrutsch verschüttete zwischen Thun und Interlaken die Hauptstrasse. Sie blieb am Montag bis 9 Uhr in beiden Richtungen gesperrt.

Legende: Video Unwetter fordert zwei Opfer abspielen. Laufzeit 02:04 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.06.2015.

Berner Oberland besonders betroffen

Am meisten Regen bekam Thierachern bei Thun ab: Bis Montagmorgen fielen dort 38 Liter pro Quadratmeter. Am meiste Schäden gab es im Berner Oberland, wie die Polizei mitteilt. Allein aus der Region Thun gingen mehr als hundert Meldungen ein. Aus Wimmis und Umgebung wurden 25 weitere Fälle gemeldet.

Keller waren vollgelaufen, Bäume umgestürzt und Abflüsse verstopft. In Goldiwil, Heiligenschwendi und Gunten wurden Strassen durch Erdrutsche verschüttet. In Gunten blieb die Strasse Richtung Merligen am Montagvormittag gesperrt.

Zwei Blitze eingeschlagen

Solothurn: Der Kanton Solothurn meldet zahlreiche Wasserschäden. Die Polizei erhielt rund 50 Schadensmeldungen. In Obergösgen schlug ein Blitz in ein Einfamilienhaus ein. Die Feuerwehr lösche das Feuer aber rasch, es habe keine Verletzten gegeben. Es entstand aber ein Sachschaden von mehreren tausend Franken.

Ein Blitzeinschlag in den Kamin einer Liegenschaft an der Grenchenstrasse in Solothurn verursachte ebenfalls Schäden. Zu einem Brand kam es bei diesem Vorfall nicht.

Das heftige Gewitter, begleitet von starkem Regen, ging fast ausschliesslich über der Region zwischen Olten und Schönenwerd nieder. Auf einzelnen Strassen lagen Äste und Bäume.

Bahnlinie über den Brünig unterbrochen

Ob- und Nidwalden: Stark betroffen waren auch die Kantone Nidwalden und Obwalden, wo zahlreiche Bäche die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnten und über die Ufer traten. Aus beiden Kantonen wurden zahlreiche überflutete Keller und kleinere Erdrutsche gemeldet. In Nidwalden seien bei der Einsatzzentrale über 100 Notrufe eingegangen, teilt die Kantonspolizei mit.

In Stans wurde das Gleis der Standseilbahn auf das Stanserhorn auf einer Länge von 300 Metern rund einen halben Meter tief unterspült. Voraussichtlich bis Mittwoch müssen Ausflügler deshalb zwischen der Talstation und der Mittelstation Kälti auf den Bus umsteigen, wie die Stanserhorn-Bahn mitteilt.

Legende: Video Murgänge verschütten Bahnlinie über den Brünig abspielen. Laufzeit 00:16 Minuten.
Aus News-Clip vom 08.06.2015.

In Obwalden litt die Region um Giswil am stärksten unter den Unwettern. Im Gebiet Kaiserstuhl zwischen Giswil und Lungern OW unterbrachen mehrere Murgänge die Bahnlinie über den Brünig.

Der Abschnitt Giswil-Meiringen der Linie Luzern-Interlaken Ost bleiben bis mindestens Dienstagabend gesperrt, schreibt die Zentralbahn. Es verkehrten Bahnersatzbusse, die Anschlüsse auf den Zug in Giswil und Meiringen seien gewährleistet.

Gesperrt werden musste nach Medienberichten auch die Strasse nach Wirzweli/NW nach einem Erdrutsch.

Graubünden: Das Bündnerland kam glimpflich davon, obwohl Wetterdienste Unwetterwarnungen herausgegeben hatten. Das Gewitter sei dann zwar kurz und intensiv gewesen, doch Schadensmeldungen seien keine eingegangen. Das gab die Bündner Kantonspolizei bekannt.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von S.Platter, Olten
    Zu der Klimadiskussion unten möchte ich hinzufügen, dass es schon interessant ist, dass die Politik und die Wirtschaft kaum etwas gegen den Klimawandel unternehmen. Denn im perversen Gegensatz dazu wird sehr viel unternommen, um für die Zeit danach bereit zu sein. Berggebiete werden von Winter- zu Sommergebieten umgewandelt, die Versicherungen weltweit wappnen sich gegen die Katastrophen. Wenn schon nicht die Bevölkerung und die Natur schützen, dann wenigstens selbst profitieren.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Jöösses nei, das muess ai nu ta ha. Es ist schon auffallend, wie sich die Unwetterkatastrophen in letzter Zeit häufen. Das ist nicht mehr normal - oder doch????? Müssen wir in Zukunft tatsächlich sogar Todesopfer befürchten? Ich wünsche den Angehörigen der so tragisch ums Leben gekommene Mutter und Tochter viel Kraft für die schwere Zeit und entbiete ihnen mein herzliches Beileid.
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  • Kommentar von S. Meier, Adliswil
    Es tut mir sehr leid um die Mutter und ihre Tochter.
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