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Schweiz Kernkraftwerk Beznau I kann erst Ende 2016 ans Netz

Der Block 1 des AKW Beznau geht nicht vor Ende Jahr ans Netz. Die Axpo braucht länger als geplant, um die Sicherheit des dienstältesten Atomkraftwerks der Welt nachzuweisen. Die Terminverschiebung ist mit hohen Kosten verbunden.

Legende: Video Beznau 1 steht bis Ende Jahr still abspielen. Laufzeit 1:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.05.2016.

Der Block 1 des AKW Beznau bleibt vorerst ausgeschaltet und geht nicht vor Ende Jahr ans Netz. Die Betreiberin Axpo konnte zwar die Herkunft der Unregelmässigkeiten im Material des Reaktordruckbehälters klären. Mühe bereitet der Axpo aber der verlangte Sicherheitsnachweis.

Die Axpo geht davon aus, dass die Wiederanfahrgenehmigung des Nuklearsicherheitsinspektorats Ensi gegen Ende 2016 vorliegen wird. Das Ensi selber bestätigt diesen Termin gegenüber Radio SRF allerdings nicht.

Wie es mit Beznau 1 weitergehe, sei «im Moment offen». Für eine Stellungnahme sei es «noch zu früh», wurde ein ENSI-Sprecher im «Rendez-vous» zitiert. Die erneute Verschiebung des Wiederanfahrtermins ist mit höheren Kosten verbunden. Der Aufwand für die Untersuchungen und der Ausfall der Stromerlöse seit August 2015 belaufen sich nach Axpo-Schätzungen auf rund 200 Millionen Franken.

Mehrere Gründe für Verzögerung

Der Nachweis, dass die Integrität des Reaktordruckbehälters von Block 1 nach wie vor gegeben sei, gestalte sich wesentlich aufwändiger als ursprünglich angenommen wurde, so die Verantwortlichen der Axpo. Die Verzögerung beim Sicherheitsnachweis haben mehrere Gründe.

Die Beschaffung und die Eignungsüberprüfung der zusätzlichen Teststücke beansprucht laut Axpo viel Zeit. Zudem seien die Prüf- und Auswertungsprozesse äusserst komplex und dauerten teilweise mehrere Monate.

Hinzu komme, dass man von der zeitlichen und personellen Verfügbarkeit von spezialisierten Unternehmen abhängig sei, so die Axpo. Weiter müssten mit Partnern und Lieferanten viele juristische und kommerzielle Fragen im Zusammenhang mit den Eigentums- und Nutzungsrechten geklärt werden.

Legende: Video Technische Kontrolle in Beznau I abspielen. Laufzeit 2:46 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 03.05.2016.

Die bis anhin durchgeführten Untersuchungen im Block 1 des Kraftwerks hätten bestätigt, dass keine sicherheitstechnischen Vorbehalte für den sicheren Weiterbetrieb der Anlage vorliegen, teilte die Axpo zudem mit. Man habe seit Sommer 2015 verfeinerte Ultraschalluntersuchungen durchgeführt, eine umfassende Überprüfung des Herstellungsprozesses vorgenommen und eine Ursachenanalyse fertig gestellt.

Die Axpo nahm Block 1 des AKW Beznau im März 2015 vom Netz. Grund für die Abschaltung sind Materialfehler (sogenannte Einschlüsse) im Reaktordruckbehälter, die bei der Untersuchung des Behälters entdeckt wurden. Beznau 1 ist mit 46 Jahren das dienstälteste Atomkraftwerk der Welt.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    An diesem Beitrag sieht man wieder wie wir jahrzehntelang in Sachen Stromversorgungssicherheit kreuzweise belogen wurden. Es hiess „Ohne Atom kein Strom“. „Wir brauchen 3 neue AKW“. „Wir haben eine Stromlücke“, usw. Nun stellt sich heraus, dass die Betriebskosten von Atomstrom zu teuer sind, als dass er profitabel verkauft werden kann. Noch problematischer: Den unrentablen Atomstrom über Pump-Speicherseen zu verkaufen. Warum? Strom aus Erneuerbarer Energie hat viel billigere Betriebskosten!!
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  • Kommentar von Michael M. (Michael.M.)
    "Die Terminverschiebung ist mit hohen Kosten verbunden..." Und da heisst es von gewissen Seiten immer wieder, wie viel günstiger Atomstrom doch ist... Wann machen wir endlich vorwärts und konzentrieren uns auf zukunftsgerichtete Lösungen und verabschieden uns von dem alten, teuren (und immer teurer werdenden) AKWs?
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  • Kommentar von Hans Hämmerli (Hans Hämmerli)
    Was ich in dieser Sache nicht verstehe ist: Es heisst doch immer Wenn man die AKWs abschaltet, dann hätten wir einen Stromengpass. Ich habe doch in dieser Zeit, in der Beznau I nicht am Netz war keinen Mangel gemerkt. Kann mir da jemand weiterhelfen? Danke.
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    1. Antwort von Peter Brenner (Brenner)
      An einigen Wintertagen zwischen Dezember 2015 und Januar 2016 betrug der Netto-Stromimport in die Schweiz zeitweise (Stundenmittel) 3,7 Gigawatt – dreimal die Leistung des KKW Leibstadt. Nachzulesen bei Swissgrid:https://www.swissgrid.ch/dam/swissgrid/current/situation_winter_1516/160108_AG_Winter.pdf, Seite 6 Ohne die in Betrieb befindlichen KKW (total ca. 3 Gigawatt) hätte der maximale Nettoimport 6,7 Gigawatt (sechsmal KKW Gösgen) betragen müssen. Stromlücke ist längst da - auch mit Beznau I.
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    2. Antwort von B. Häfeli (xxx)
      @PB: Sie haben völlig recht - "die Stromlücke ist längst da" - aber nicht weil zu wenig Strom produziert wird, sondern weil viel zu viel verbraucht wird. Die Schweiz ist hoffnungslos übervölkert und lebt über ihre Verhältnisse (siehe Energiebereich insgesamt, Nahrungsmittel, Konsum gigantisch usw.).
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