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Schweiz Kernthemen gaben bei den eidgenössischen Wahlen den Ausschlag

SVP und FDP waren die grossen Gewinnerinnen bei den eidgenössischen Wahlen 2015, während GLP und BDP Federn lassen mussten. Die Selects-Wahlstudie 2015 kommt zum Schluss: Die SVP profitierte vor allem von ihrem Kernthema Asyl, die FDP konnte ihren Status als führende Wirtschaftspartei festigen.

Legende: Video Stabile Wählerschaft in der Schweiz abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.05.2016.

Die SVP hat ihr gutes Resultat bei den Wahlen 2015 einer soliden Wählerbasis und der verbreiteten Sorge um Migration zu verdanken: Das ergibt die Selects-Wahlstudie 2015, Link öffnet in einem neuen Fenster. Der FDP kam demnach zugute, dass sie als führende Wirtschaftspartei wahrgenommen wird.

Die SVP hat bei den Wahlen 2015 so gut mobilisiert wie keine andere Partei. Fast alle, die 2011 SVP gewählt hatten, gaben der Partei auch vier Jahre später wieder ihre Stimme. Und auch wer 2011 nicht gewählt hatte, wählte 2015 überdurchschnittlich oft die SVP. Dabei profitierte die Partei davon, dass ihre Kernthemen Migration, Asyl und Flüchtlinge bei der Wählerschaft als wichtigstes Problem galten.

FDP mit vielen Neuwählern

Die FDP, die als zweite Wahlsiegerin neben der SVP gilt, hat die Basis potenzieller Wählerinnen und Wähler «massiv erweitert». Dies teilt die Stiftung für die Forschung in den Sozialwissenschaften FORS mit, welche die Wahlanalyse durchgeführt hat. Die Freisinnigen werden als Partei wahrgenommen, die sich am stärksten um Wirtschaftspolitik kümmert und dabei am kompetentesten ist. Zudem wird der FDP die höchste Kompetenz in der Europapolitik zugesprochen.

Die jungen Mitteparteien GLP und BDP, die bei den Wahlen 2015 Federn lassen mussten, wurden hingegen von der Wählerschaft kaum mit bestimmten Themen oder mit Lösungen dazu in Verbindung gebracht. Zudem haben die beiden Parteien eine kleine Stammwählerschaft. Die CVP hat das gegenteilige Problem, dass sie vor allem ihre traditionellen Wähler anspricht, diese im Laufe der Zeit aber immer weniger geworden sind.

Runde der Parteipräsidenten vor den Fernsehkameras.
Legende: Sieger treffen auf Verlierer: Die Runde der Parteipräsidenten am Tag der Eidgenössischen Wahlen (Archivbild). Keystone

Polarisierung nimmt zu

Verstärkt hat sich bei den Wahlen im vergangenen Herbst auch die Polarisierung. Die Wählerschaft ist zwar in den vergangenen 20 Jahren insgesamt nicht substanziell nach rechts oder links gerückt, wie die Studienautoren schreiben. Aber die Wählerschaft der SVP ist deutlich rechter geworden, jene der FDP ein wenig rechter. Die Wählerschaft von SP und Grünen ist dagegen seit 1995 linker geworden.

Bei SP, Grünen und CVP positionierten sich die Kandidierenden im Herbst 2015 auf der Links-Rechts-Achse ähnlich wie ihre Wählerschaft. Bei SVP, FDP, BDP und GLP hingegen standen die Kandidierenden weiter rechts als die Wähler.

Resultate und Analysen

Logo Wahlen 15

Alle Informationen zu den eidgenössischen Wahlen 2015.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Wenn man bedenkt dass ein grosser Prozentsatz sich sorgt wegen dem ueberbordendem Fluechtlingswesen sollten auch die anderen Parteien ihre Standpunkte ueberdenken... VOLKSGERECHT... Es geht ja nicht um einige rechte Hitzkoepfe, sondern um ca 35% der Bevoelkerung... und die anderen 65%, da denkt vermutlich die Haelfte gleich wie die SVP Waehler, nur waren sie zu faul an die Abstimmung zu gehen odr Linientreu... das sollte man einkalkulieren..
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  • Kommentar von Christoph Kebs (siddharta22)
    Wo wäre die SVP onhe Asyl- und Migrationspolitik?? Kann mir jemad sagen in welchem Gebiet die sonst poltern, ich meine politisieren?
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Dieser Bericht gibt es deutlich wider: Die Wahlergebnisse sind nicht Resultate einer Auswahl von Lösungen, sondern von äusseren Einflüssen dominiert. Politik ist schon länger nicht mehr Aktion, sondern nur noch Reaktion. Aktion ist strategisch und überlegt, Reaktion ist strategisch und emotional. Entscheidend wird sein, wie weit wir das Pendel jeweils auf die eine oder andere Seite ausschlagen lassen. Dieser Verantwortung sollte sich jeder bei jeder Wahl und Abstimmung bewusst sein.
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