Zum Inhalt springen

Schweiz Klassenaustausch statt Frühfranzösisch im Thurgau

Kein Frühfranzösisch für Thurgauer Primarschüler mehr: So hat es das Kantonsparlament kürzlich entschieden und landesweit für Aufruhr gesorgt. Doch den Mitbürgern aus der Romandie ganz den Rücken kehren, das will man im Thurgau dann doch nicht.

Schüler aus dem Thurgau sollen vermehrt für ein paar Tage mit solchen aus der Romandie im selben Klassenzimmer sitzen. Der Thurgauer Volksschulleiter Walter Berger will die Klassenaustausche forcieren, unter anderem mit einer Beauftragten in seinem Departement, welche die Schulen bei der Organisation unterstützt.

Ziel ist ein Klassenaustausch von einer Woche. Doch die Eltern müssen mitziehen. Sie würden die welschen Kinder in ihrer Familie aufnehmen, wenn ihr eigenes Kind in der Romandie weilt. Weil diese Bereitschaft oft fehlt, wollen die Schulleiter der Schweiz die Hürde für einen Austausch tiefer setzen.

Das Comeback des Klassentauschs

Ihre Idee: Die Schulreise Plus. Klassen sollen wenigstens für einen Tag in die Romandie reisen und sich vor Ort mit Gleichaltrigen treffen, erklärt Schulleiter-Verbandspräsident Bernard Gertsch: «Wir hoffen, dass sich danach die Möglichkeit ergibt, während einer Woche die Klassen zu halbieren und den Unterricht in der jeweils anderen Landeshälfte zu besuchen.»

Der Klassenaustausch ist in der Schweiz fast in Vergessenheit geraten. Im letzten Schuljahr haben nur knapp 15'000 der rund eine Million Schüler einen solchen innerhalb der Landesgrenzen erlebt. Immerhin: Die Zahlen steigen, Jahr für Jahr, vor allem auf Sekundarstufe, beobachtet Silvia Mitteregger von der nationalen CH-Stiftung, die solche Austausche organisiert. «Viele junge Lehrkräfte haben selber Austauschaufenthalte erlebt und sind deshalb sensibilisiert.»

Vor allem der Thurgau hat aufzuholen. Denn Fakt ist: Keine einzige Thurgauer Primarklasse tauschte im letzten Jahr das Klassenzimmer mit den Kollegen aus der Romandie.

20 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M.Tisserand, Schweiz
    Klassentausch - eine Super Sache....aber nur eine Woche? Dann lieber gar nicht!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Resi Weber, Lausanne
    In einer Firma im Baubereich tätig, habe ich nach mehreren negativen Erfahrungen den Vorschlag gemacht, anstelle der nichtqualifizierten Arbeitern aus der EU (oft mit südamerikanischen Wurzeln, wegen Nachbarn FR u. ES), mit einer Stellenvermittlung in der D-CH Kontakt aufzunehmen und Jungs, welche soeben den Lehrabschluss gemacht haben, in die Romandie zu holen. Mit Erfolg! Anfangs muss gedolmescht werden, 80% Arbeit, 20% Sprachkurs. Das Modell lohnt sich beiderseits.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von P Zunger, Basel
      @R Weber; Herzliche Gratulation zu dieser Idee und noch grösseren Dank für Ihre tatkräftige Umsetzung: anstatt den Staat (Bund/Kantone) aufordern, was zu tun, nehmen Sie die Sache selber in die Hand. Bund würde Problem mit (noch) mehr Phil-I Bundes-Personal in Bern angehen, die irgend welche Untersuchungen und anonyme "Programme" kreieren, mit selbst erfundenen Realitäten, die weit mehr kosten als nützen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Und was sollen Deutschschweizer, die kein französisch können, in einem welschen Schulzimmer? Sich eine Woche lang tot langweilen oder den Lehrer nötigen, deutsch zu sprechen!? Sicherlich ist die Idee nicht schlecht, die Schulreise im Welschland zu verbringen. Aber mehr im Sinne von, hier könnt ihr anwenden, was ihr in Franz-Lektionen gelernt habt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen